Montag, 30. September 2013

Mein Großvater hätte mich erschossen

Die Tochter eines Nigerianers und einer Deutschen war als Adoptivkind in München aufgewachsen, dann einige Jahre in Israel gelebt und sich dann Familie und Existenz in Hamburg aufgebaut. Wohl hatte sie darunter gelitten, dass ihre Mutter alleinstehend war und sie sehr früh ins Kinderheim abgeschoben hatte. Einen schweren Schock aber erlebte sie, als sie erfuhr, dass sie Enkelin des KZ-Kommandanten Amon Göth ist. Nach einer langen depressiven Phase schrieb sie dann das Buch   Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen, 2013.
Wäre es besser gewesen, wenn sie sich hätte entschließen können, dass ihr Großvater nichts mit ihrer Identität zu tun hatte?
Westdeutsche Zeitung: „Vergiss Amon, du bist Jenny“, 26.9.13
Süddeutsche Zeitung vom 25.9.13: Mein Opa, der Massenmörder

Weshalb Lernbehinderung erfolgreich macht

Dieser Beitrag ist dorthin gewandert.

Als Ersatz etwas zu Lernbehinderung aus der Wikipedia:
Neuere Definitionen von Lernbehinderung versuchen von monokausalen Erklärungsansätzen abzurücken. Viel zu starr wurden in der Vergangenheit Schüler nachIQ-Werten einsortiert. Von Baier (1982) stammt dabei das Zitat: „Es gibt kein eindeutiges Merkmal, das Lernbehinderung als eine in sich geschlossene Gruppe von Nicht-Lernbehinderten unterscheiden lässt. Abgrenzungsprobleme bestehen nicht nur gegenüber Schülern mit Lernschwierigkeiten […] oder mit Lernstörungen […], sondern auch zu anderen Behindertengruppen wie zum Beispiel den Verhaltensgestörten und in Einzelfällen auch zu den geistig Behinderten. Eine Lernbehinderung ist dabei oft auch mit VerhaltensproblemenSprachauffälligkeiten oder Hörbeeinträchtigungen verbunden und kann sich sekundär aus diesen primären Beeinträchtigungen entwickeln.“ 
Seite „Lernbehinderung“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 20. September 2013, 14:17 UTC. URL:http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Lernbehinderung&oldid=122714720 (Abgerufen: 30. September 2013, 08:18 UTC)

Sonntag, 29. September 2013

Der Wiki-Weg des Lernens

Michele Notari, Beat Döbeli Honegger (Hrsg.)

Der Wiki-Weg des Lernens

Kostenlos und zum Kommentieren im Netz, aber auch als Buchausgabe gedruckt. 

Gerade weil ich glaube, von der Sache etwas zu verstehen, reizt es mich sehr, mich auf das Buch einzulassen. 
Im Augenblick hat noch manches andere Priorität, aber ich mache schon gern mal Werbung dafür.

Unterrichtsmaterial zur Medienkunde

Unterrichtsmaterial zur Medienkunde (von mir noch nicht geprüft)

Mittwoch, 25. September 2013

Kahneman: Schnelles Denken, langsames Denken

"Situationen werden unentwegt als positiv oder negativ bewertet und lösen entsprechend Flucht- oder Annäherungsreaktionen aus." (Kahneman: Schnelles Denken, langsames Denken, S.118)
Eine gute Erklärung für den bystander effect, aber eine schlechte dafür, dass Leute eher helfen, wenn weniger mögliche Helfer da sind.

Selbstkontrolle beansprucht/erschöpft dieselben Energiereserven wie intensives Denken. Eine Erklärung, nicht notwendig eine Rechtfertigung für Süßigkeitskonsum beim Korrigieren. 

Als Beispiel dafür, dass einfache und in gebundener Sprache formulierte Sätze leichter geglaubt werden, zutiert Kahnemann A fault confessed is half redressed. übersetzt mit "Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung." (S.86) Lautet das deutsche Sprichwort nicht doch: Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung.

"Wenn der amerikanische Anthropologe David Graeber mit seinem Buch "Schulden - die ersten 5000 Jahre" das Buch zur Occupy-Bewegung geschrieben hat, dann hat Daniel Kahneman das Buch für die Piratenpartei geschrieben." (Rezension in der SZ)

(mehr dazu in meinem anderen Blog)

Emil Nolde

Aus der Deutschstunde von Siegfried Lenz kennen wir den verfemten Maler.

Emil Nolde hat eine Zeit lang freilich an eine "nicht-dekadente" "nordische" Kunst geglaubt:

"Nolde wurde Mitglied der Nationalsozialistischen Arbeitsgemeinschaft Nordschleswig, feierte 1933 die "Erhebung des deutschen Volkes" und äusserte sich antisemitisch (im Katalog der Ausstellung findet sich dazu nur ein Satz). Nolde fand zunächst bei Goebbels Unterstützung, man machte ihm attraktive Angebote, die er ablehnte. 1937 wurden seine Bilder in der Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt: Im Mittelpunkt stand "Das Leben Christi". Die Nationalsozialisten hatten ein feines Gespür dafür, dass Noldes Meer- und Blumenbilder in ihre Vorstellung von Kunst passen würden, nicht aber seine expressionistischen religiösen Bilder. 1941 fiel Noldes Kunst schliesslich der rigorosen "Ausmerzung" der Avantgarde zum Opfer, jegliche "berufliche" und "nebenberufliche" künstlerische Tätigkeit wurde ihm untersagt." (Glück und Unglück der Farben von Manfred Clemenz)

Ausstellung im Frieder-Burda-Museum Baden-Baden: "Emil Nolde. Die Pracht der Farben" 

Anschlag auf das Westgate-Einkaufszentrum in Nairobi

In Kenia leben ungezählte Bürgerkriegsflüchtlinge aus Somalia in Lagern und in Eastleigh, einem Stadtteil von Nairobi, den die SZ "eine Art ausgelagerte zweite Hauptstadt Somalias" nennt.

Für den Anschlag im Westgate-Zentrum standen schon lange perspektivlose junge Somalier bereit. Ein wirtschaftlicher Aufschwung Kenias, der nur die Schere zwischen Arm und Reich vergrößert, hilft nicht gegen Perspektivlosigkeit, die sich in Terror entlädt.

Montag, 23. September 2013

Kirdasa: Islamisten - Polizisten

"Mehr als vier Wochen lang herrschen die Islamisten in der Stadt - bis eine Anti-Terror-Einheit den Ort stürmt." Süddeutsche Zeitung, 21.9.13

Sonntag, 22. September 2013

Wiesbadener Schnipsel

Stadt des 19. Jahrhunderts: nur extrem wenige Gebäude von Bedeutung haben die Brände des 16. Jahrhunderts überstanden ("Die meisten älteren Gebäude sind zwei Bränden in den Jahren 1547 und 1561 zum Opfer gefallen." - Geschichte der Stadt Wiesbaden) und zwar die Heidenmauer (antik) und das alte Rathaus (1609/10 erbaut).

Aufstieg zur Weltkurstadt
Historisches Fünfeck
"Das Nizza des Nordens wurde regelmäßig von Kaiser Wilhelm II. zur Sommerfrische besucht und bald als Kaiserstadt bezeichnet.  [...] Nach dem Ersten Weltkrieg, als Wiesbaden seinen Ruf als Weltkurstadt verlor, wurde der bis dahin vorherrschende Kurbetrieb als Amüsementbetrieb auf die klinifizierte Kur umgestellt." (Seite „Wiesbaden“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 12. September 2013, 18:26 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wiesbaden&oldid=122482804 (Abgerufen: 22. September 2013, 11:08 UTC))


Villengebiete: Ost (zwischen Frankfurter und Bierstadter Straße),  Nord (um das Nerotal), Feldherrenviertel, RheingauviertelDichterviertel,


Hotels: 250 Hotels in der Blütezeit, der Nassauer Hof "Balkon Europas"
heute etwa 70 Hotels


Thermalquellen: Kochbrunnen, Schwarzer Bock,

Sehenswürdigkeiten:
Russisch-orthodoxe Kirche auf dem Neroberg, Nerobergbahn 

"Wiesbadener Kaiserschnitt"
 
"Kaiser Wilhelm II. besaß eine eigene Einfahrt für seine Kutsche, (die „Kaiserfahrt“), in der er seine Loge von der Wilhelmstraße durch den Keller direkt erreichen konnte. Das von dem der Loge vorgelagerten Empfangsraum zu erreichende Ankleidezimmer des Kaisers [...]" (Hessisches Staatstheater Wiesbaden)
Diese Tatsache mag  eine Anekdote über Wilhelm II. und seine Interessen im Theater, insbesondere am Dekolletée von Damen des Publikums begünstigt haben, die unter dem Scherzwort vom "Wiesbadener Kaiserschnitt" überliefert werden.

Panoramabild von Wiesbaden (Blick vom Neroberg)

Montag, 16. September 2013

Roma im Ruhrgebiet

Roma aus Rumänien und Bulgarien sind EU-Bürger. Mit ihnen kann man nicht so verfahren wie mit Flüchtlingen, die man nicht in die Festung Europa lässt oder, wenn das nicht geklappt hat abschiebt. 
Allerdings braucht man ihnen keine Arbeit zu geben, doch sie können sich selbständig machen. (Mehr dazu weiter unten.) 
Roma sind innerhalb ihrer Familienverbände soldarisch.
Dazu berichtet Ruhrbarone aus Dortmund:
Wie schon erwähnt, findet eine Romafamilie eine Wohnung, wird diese zu einer Anlaufstation für Freunde und Verwandtschaft. Diese haben aber keine Schlüssel. Um ins Haus zu gelangen wird dann geschellt. Häufig überall. Bei mir im Haus ist eine Klingel mit Gegensprechanlage installiert. Bei dieser kann ich weder die Klingel abstellen noch den Klingelton in der Lautstärke regulieren. Das Klingelkonzert zu den unterschiedlich Tag und auch Nachtzeiten kann ganz schön an den Nerven zerren.Ich suchte also das Gespräch. Die von meinen Roma- Nachbarn entwickelte Lösung war pragmatisch sorgte aber für neuen Ärger. Das Türschloss der Haustür wurde ausgebaut. Fortan war unser Haustür immer offen. Die Hausverwaltung war entsetzt, meine sonstigen Nachbarn auch.
Aus Duisburg hörte ich in einem mündlichen Bericht: In einem Haus für 300 Personen wohnen 1600. Natürlich sind die meisten von ihnen, wenn irgend das Wetter es zulässt, auf der Straße. Wenn sie ins Haus wollen, sieh oben ...
Wo 1600 Menschen wohnen, fällt ca. 5x so viel Müll an wie dort, wo 300 wohnen. Die Hausverwaltung erhöht also die Zahlungen für die Nebenkosten. In besagtem Haus waren allein die Nebenkosten für Müllabfuhr genauso hoch wie die Miete. 

Wer sich selbständig machen will, braucht eine Geschäftsidee. Eine ist z.B. Recycling von Altmetall. Dazu wieder Ruhrbarone aus Dortmund:
Da meine Nachbarn ihren Lebensunterhalt durch Schrott verdienten den sie einsammelten ergab sich bald ein Problem mit der Lagerung dieses Schrottes. Wohin damit? Sie verwendeten dazu unsere Kellerräume wo sie jeden freien Raum regelrecht verfüllten. Bald waren auch mein Keller und der Fahrradkeller unerreichbar, weil komplett zugestellt. Wenn nichts mehr reinging, kam es regelmäßig zu einer großen Verladeaktion. Abends versammelten sich dann mehrere Kleinlaster vor unsere Haustür. Diese wurden bis unters Dach beladen und fuhren den Schrott ab. Wohin habe ich nie erfahren.
Dieser Vorgang wiederholte sich alle 3-4 Wochen. Immer unter dem lautstarken Protest der Nachbarn. Die ersten Male wurde die Polizei gerufen, aber da es sich nicht um Diebesgut handelte und die Aktion auch ohne Lärm ablief ergaben sich irgendwann auch die hartnäckigsten Beschwerer ihrem Schicksal. Dieser Wechsel von Schrottflut und Schrottebbe hat auch mich gestört. Allerdings war Schrott zu sammeln die einzige Einnahmequelle meiner Nachbarn. Da ich die Armut kannte in der sie lebten blieb mir jede Kritik und Groll im Halse stecken. Mittlerweile ist aber auch dieser legale Einnahmeweg verschlossen. Gewerblich Schrott zu sammeln ist in NRW gesetzlich praktisch unmöglich geworden.
Wie die Geschichte in Dortmund weiterging, kann man bei Ruhrbarone nachlesen.
Was sich in Duisburg abgespielt hat, wird hier nicht völlig klar. Meine Solidarität gilt Roma und Polizei, betroffenen Anwohnern und den Menschen, die Roma schützen wollen.
Nur, wie wird man allen gerecht?

Wieder zitiere ich Ruhrbarone:
Toleranz zu üben kann verdammt schwer sein. Ratlos bin ich immer noch.
Meldung der WAZ vom 16.9.13 17:05

Chinesische Blogger üben Selbstkritik

Chinas Netzkontrolle: Blogger bekennen angebliche Sünden im FernsehenSpiegel online, 16.9.13

Sonntag, 15. September 2013

Inklusion leben in der Freizeit

Ich finde es gut, dass auf Inklusion hingearbeitet wird, z.B. wie es hier von der Aktion Mensch dargestellt wird, denn es gibt zwischen allen getrennten Milieus Berührungsängste, die möglichst abgebaut werden sollten.
Dass meine Tochter ihre Berührungsängste abgebaut hat, zeigte sich an ihrer Berufsentscheidung: Sonderschullehrerin. Vielleicht sieht sie deshalb aber das Abbauen von Berührungsängsten nicht als das wichtigste Problem an.
Das hat auch meine Sicht der Inklusion beeinflusst.

Zusatz vom 17.4.14:
Aufs Gymnasium mit Downsyndrom:
http://bildungsklick.de/a/91112/streit-mit-down-syndrom-auf-das-gymnasium/
http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Panorama/d/4558962/henri-will-aufs-gymnasium.html


Montag, 9. September 2013

Fußballwahnsinn

Allerlei Statistik zu den teuersten Transfers bei Spiegel online, 9.9.13

Mit 43 Jahren berufsunfähig und dann ...

Brigitte Hauschild hat 1998 soziale Arbeit in Nicaragua angefangen, 2012 den Franco-deutschen Menschenrechtspreis für Nicaragua gewonnen, für Aguas Bravas, die nicaraguaische Version von Wildwasser (Organisation für als Kind missbrauchte Frauen), die sie ins Leben gerufen hat, indem sie dort von ihren Erfahrungen gesprochen hat. 

Sonntag, 8. September 2013

Soziale Netzwerke werden bei über 65jährigen immer beliebter

Gut zwei Drittel aller Internetnutzer zwischen 50 und 64 Jahren (68 Prozent) sind bei mindestens einem der Dienste angemeldet. 2011 waren es nur 60 Prozent. [...] Bei den über 65-jährigen Internetnutzern ist der Anstieg noch größer. Vor zwei Jahren waren 40 Prozent von ihnen bei sozialen Netzwerken angemeldet. In diesem Jahr sind es bereits 66 Prozent.
(Zitat aus: BITKOM: Soziale Netzwerke finden jenseits der 65 großen Anklang)

Mittwoch, 4. September 2013

Widerstand im Wilnaer und im Warschauer Ghetto

"Geht nicht wie die Schafe zur Schlachtbank!" so begann der Aufruf von Abba Kovner, der Anfang 1942 zur Gründung der Fareinikte Partisaner Organisatzije, der Widerstandsorganisation im Wilnaer Ghetto führte [zur Metapher "Schafe zur Schlachtbank"].
Ich habe über den Wilnaer Widerstand erst heute erfahren. Zum Glück findet sich aber einiges in der Wikipedia, was ich hier verlinken werde.
Weit ausführlicher informiert das Buch von Abraham Sutzkever: Wilner Getto 1941–1944, übersetzt von Hubert Witt, Ammann Verlag, Zürich 2009. ISBN 978-3-250-10530-5

Abraham Sutzkever, "Überlebender des Wilnaer Ghettos, war einer der bedeutendsten Gegenwarts-Dichter in jiddischer Sprache. In seiner Frühzeit hat er in seinen Schriften vor allem die jüdischen Leiden während der NS-Zeit thematisiert, später wandte er sich mehr israelischen Themen zu. Seine Werke sind in über 30 Sprachen übersetzt worden." (Zitat aus dem verlinkten Wikipediaartikel)

Kurzbiographien von wichtigen Bewohnern des Wilnaer Ghettos

Wilna während des Holocausts

Als die Widerstandsorganisation von Wilna im Warschauer Ghetto vom Völkermord an den Juden berichtete, wollten die führenden Vertreter nicht daran glauben, dass die 500 000 Menschen im Ghetto wirklich alle getötet werden würden. Es bedurfte schrecklicher Erfahrungen, bis man ihnen Glauben schenkte und auch dort Widerstandsorganisationen gründete. Bis sie sich vereinigten, bedurfte es weiterer Schreckenstaten.
Aufstand im Warschauer Ghetto

Wenn man bedenkt, wie schlecht die Informationen über die Pläne der NS-Führung über eine Vernichtung aller Juden in Europa waren, braucht man sich über die Zweifel nicht zu wundern, die den Nachrichten über den unglaublichen Plan eines Völkermords entgegengebracht wurden. 
Angesichts der grausamen Vergeltungsmaßnahmen, mit denen die Deutschen jeden Widerstandsakt beantworteten, kann man auch die Skrupel gut verstehen, dass man nicht zum Auslöser einer solchen Maßnahme werden wollte. Selbst Jitzchak Wittenberg, der Kommandeur der Wilnaer Widerstandskämpfer, hat sich selbst den Deutschen ausgeliefert, als sie mit einer Bombardierung des Wilnaer Ghettos drohten, in dem  am Beginn der Vernichtungsaktion etwa 55 000 Menschen lebten. 
(Gerade heute wurde des Massakers von Oradour gedacht, das in Frankreich verübt wurde, wo die SS-Truppen  gewiss noch eher Hemmungen hatten, unmenschliche Grausamkeiten zu begehen, als gegen Juden. - Zum Gedenken von Hollande und Gauck an Oradour)

Abraham Sutzkever hat 2005 dem Sinne nach gesagt: Kämpft gegen den Hass, erzieht zur Liebe. Aber macht den Bösen klar, dass sie keine Gnade finden. (zu finden in: Wilner Getto 1941–1944, übersetzt von Hubert Witt, Ammann Verlag, Zürich 2009. ISBN 978-3-250-10530-5)

Darin ist ein Dilemma beschrieben, das jeden von uns trifft, das die Bewohner der Ghettos aber in schreckliche Auseinandersetzungen führte. Und dennoch und trotz der Unmöglichkeit, sich auch nur annähernd zureichend mit Waffen zu versorgen, hat der Widerstand sich organisiert und dazu geführt, dass viele (wenn auch viel zu wenige), die vernichtet werden sollten, überleben konnten und dass Abraham Sutzkever und Marek Edelmann (u.a.: Das Ghetto kämpft. Berlin, 1993) ISBN 3-927170-05-4 so eindrucksvoll Zeugnis ablegen konnten.

Über die Art des Lebens, aus dem heraus der Widerstand organisiert wurde, berichtet die
Chronik des Gettos Lodz

Dazu:
 "Innerhalb der jüdischen Getto-Verwaltung wurde im November 1940 ein Archiv gebildet, zu dessen Aufgaben die Sammlung von Dokumenten und Materialien für eine künftige Darstellung der Geschichte des Gettos gehörte. In diesem Archiv schrieben vom 12. Januar 1941 bis zum 31. Juli 1944 mehrere Mitarbeiter, vorwiegend Journalisten und Schriftsteller, die Getto-Chronik, zunächst auf Polnisch, später dann auf Deutsch.
Jeden Tag fertigten sie einen Tageseintrag an, in dem sie tagesaktuell über wichtige Ereignisse im Getto berichteten. Sie produzierten gewissermaßen eine Tageszeitung, allerdings eine Zeitung, die keine Leser hatte, da sie ausschließlich für das Archiv geschrieben wurde und einer späteren Generation für das Verständnis des Lebens und Sterbens im Getto dienen sollte." (Einführung in die Chronik)

Von der Länge her ist dies mehr als ein Schnipsel. Bezogen auf das, was es zu berichten gälte und woran die Erinnerung nicht verloren gehen darf, ist es viel zu wenig. 


Jüdischer Widerstand gegen den Holocaust
"Man schätzt, dass europaweit bis zu 1,5 Millionen Juden am regulären militärischen Kampf und am Partisanenkampf gegen die NS-Herrschaft beteiligt waren."




 Informationen zu Yad Vashem auf deutsch

Ergänzung:
Auschwitz-Überlebender Otto Dov Kulka: "Am genauesten trifft es das Wort 'Endlösung'"(Interview)
Warschauer Aufstand als WendepunktWlodzimierz Borodziej im Gespräch mit Michael Köhler 27.7.14

Montag, 2. September 2013

Syrische Bürgerkriegsflüchtlinge - Flüchtlinge weltweit

Syrische Bürgerkriegsflüchtlinge

Bilder

Der Konflikt in Syrien fordert immer mehr Opfer in der Zivilbevölkerung. Sieben Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Und zwei Millionen Menschen sind bereits in die Nachbarländer Jordanien, Libanon, Türkei und den Irak geflüchtet. Zwei Drittel der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder, die versuchen sich vor der Waffengewalt in Sicherheit zu bringen.
(Aktion Deutschland Hilft)

Syrische Flüchtlinge im Libanon

Streit um syrische Flüchtlinge, 2.9.13


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