Montag, 30. November 2015

Preis der Inklusion?

Oh Delia ZEIT online 12.11.2015
"Sie schlägt, sie schreit, sie beleidigt ihre Mitschüler. Ein verhaltensauffälliges Mädchen bringt die Lehrerin einer Hamburger Stadtteilschule an ihre Grenzen. Die Pädagogin fragt sich: Ist das der Preis des gemeinsamen Lernens?"

"Es hat nicht mehr als ein paar Stunden gedauert, ...

bis diese Katastrophe [Paris] instrumentalisiert wurde, um gegen Flüchtlinge zu hetzen und eine Wende in der Asylpolitik zu verlangen." (Meron Mendel* in der FR vom 30.11.15)

"Sie haben ein neues Programm, mit dem Sie Imame der Ahmadiyya-Moscheen in Konfliktmanagement schulen. Was ist das Ziel?
Die Ahmadiyya hat glücklicherweise kein großes Problem mit Radikalisierung. Aber wir sehen, dass alle großen muslimischen Organisationen Jugendliche an die salafistische Szene verlieren. Wenn die Moscheegemeinden eine effektive Jugendarbeit leisten, können wir das verhindern. Deswegen wollen wir die muslimischen Gemeinden stärken und dabei unterstützen, sich zu professionalisieren. Die Imame haben eine geistliche Funktion, aber sie sind auch Sozialarbeiter, die Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen unterstützen. Darauf müssen sie vorbereitet sein."
 *Meron Mendel, 39, ist seit fünf Jahren Direktor der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt. Zuvor hat er am Erziehungswissenschaftlichen Institut der Goethe-Universität geforscht, als Kurator am Jüdischen Museum mitgewirkt und war Geschäftsführer der Zionistischen Jugend in Deutschland.

Freitag, 27. November 2015

Journalismus oder Desinformation?

Die Tyrannei des Like, von  FR 27.11.15, S.28-29"Die Ranking-Algorhythmen von Google und Facebbok manipulieren Meinungen, laut Studien können sie sogar Wahlen entscheiden."bereits im Netz nachzulesen:Soziale Netzwerke verstärken einseitige Meinungsbildung
von  8.5.2015
"Es ist eine der großen offenen Fragen der Gesellschaft, wie sie ihre Mitglieder aus ihren Filterblasen herausbekommt oder zumindest die Wahrnehmung dafür schärft, dass wir dazu neigen, diese Blasen um uns herum zu schaffen. Uns in einer Welt, in der sich die Menschen mehrheitlich über soziale Netzwerke über das Weltgeschehen informieren, neutrale Instanzen zu bewahren, die Nachrichten tatsächlich einordnen, das ist die Herausforderung."


Ein Alarmsignal erreicht uns aus Italien: Medienforscher haben dort genauer unter die Lupe genommen, wie sich blanker Nonsens und Verschwörungstheorien im Vergleich zu halbwegs verlässlicher oder gar wissenschaftlich „geprüfter“ Information in sozialen Netzwerken wie Facebook ausbreiten. Ein Forscherteam um Walter Quattrochiocchi vom Institute for Advanced Study in Lucca hat zu diesem Zweck 270.000 Postings auf 73 Facebook-Seiten analysiert.
Das ernüchternde Fazit: Gegen gezielte oder geschrotete Desinformation haben jene Forscher und Journalisten, die altmodisch als Aufklärer unterwegs sind, kaum eine Chance. Offenbar ist das Tempo und auch die Intensität, in der sich Unfug herumspricht, also „geliked“ und „geshared“ wird, zu hoch. (Stephan Ruß-Mohl: Verschwörungstheorien, Tagesspiegel online 27.4.2015)

mehr dazu: 

Stephan Ruß-Mohl - "Rückzugsgefechte des Journalismus?"


Dr. Stefan Frerichs: Aufsätze: Nachrichtenforschung Grundlagen der Nachrichtenforschung.
Eine allgemein verständliche Einführung für Laien.

speziell zu Gatekeeper

Wegfall des Gatekeeper-Monopols der Journalisten Manfred Orle 6.1.2014



"Die klassischen Leitmedien und Gatekeeper verlieren in der Online-Kommunikation an Bedeutung. Durch Social Media sinken die Hürden für die Veröffentlichung der eigenen, privaten Meinung. Die Möglichkeit des parallelen Versendens über mehrere Kanäle verstärkt diese „Demokratisierung des Publishings“ noch." (Social Media stellen keinen Hype dar, KKundK Produktbroschüre Social Media Relations 10.11.2010)

Literatur:
Suchmaschinen als Gatekeeper in der öffentlichen Kommunikation: rechtliche Anforderungen an Zugangsoffenheit und Transparenz bei Suchmaschinen im WWW / Wolfgang Schulz; Thorsten Held; Arne Laudien. - Berlin: Vistas, 2005

Facebook:


22. April 2015: Facebook-Algorithmus: Wieder mehr Posts von Freunden 
"Facebook hat Änderungen an seinem Algorithmus angekündigt. Was die Nutzer freuen wird, dürfte für Seitenbetreiber sehr ärgerlich werden. Facebook will nämlich zukünftig wieder die Posts von Freunden in den Vordergrund rücken."




Wie funktioniert der Facebook-Algorithmus? Park7, 5.8.2014

Erklärung des Facebook-Algorithmus

Der beschriebene Mechanismus, der die Auslieferung von Inhalten bestimmt, heißt EdgeRank (inoffiziell).

Wie funktioniert EdgeRank?

Wie bestimmt Facebook, was Nutzer im sogenannten Newsfeed (den Neuigkeiten des Nutzers) angezeigt wird? Die Sichtbarkeit eines Status-Updates wird von drei Faktoren bestimmt:
  1. Affinität: Mit der Affinität ist wie die „Beziehung“  zwischen dem User und der Seite gemeint. Diese wird durch die Anzahl und Qualität der vergangenen Interaktionen (Kommentare, Likes, Teilen …) zwischen beiden bestimmt. Interaktionen werden ebenfalls unterschiedlich eingestuft.
  2. Gewichtung: Nicht jede Interaktion ist gleich viel wert. Die Interaktion mit Ihrer Seite in der Form eines Kommentars ist für Facebook mehr Wert, als ein einfacher Like, weil das Netzwerk es als höheren „Engagement-Wert“ interpretiert. Je mehr Zeit eine Interaktion mit Ihrer Seite von dem Nutzer erfordert, desto wertvoller ist sie für Ihre Reichweite.
  3. Aktualität: Wie neu ist das Status-Update? Je älter, desto unwahrscheinlicher, dass dieses Update im Newsfeed angezeigt wird. 

Donnerstag, 26. November 2015

Plagiate an deutschen Hochschulen um 45 Prozent gesunken

Plagiate an deutschen Hochschulen um 45 Prozent gesunken, bildungsklick 26.11.15

Bei deutschen Hochschulen wurden zwischen 2010 und 2014 ein um 45 Prozent niedrigerer Plagiatsanteil und ein Anstieg um 1749 Prozent bei der Anzahl von online benoteten Arbeiten verzeichnet.
Dr. Jürgen Seitz, Professor an der Stuttgarter Hochschule der Medien, erklärte zu Turnitin: "Die größten Vorteile sind die Digitalisierung der Abgabe und die Möglichkeit, effizientes, prägnantes Feedback für Studierende anzubieten."

Montag, 23. November 2015

Projekt „aula“ sucht Schulen, die mit Liquid Democracy experimentieren wollen
WAS IST AULA?
 „aula – Schule gemeinsam gestalten“ ist ein Projekt von politik-digital e.V. unter Leitung von Marina Weisband, mit freundlicher Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung. aula richtet sich primär an SchülerInnen ab der Jahrgangsstufe 5 bis zum Ende ihrer Schullaufbahn. Es möchte ihnen ermöglichen, ihr schulisches Umfeld aktiv zu gestalten und Demokratie zu leben.
WARUM? Schule hat die Aufgabe, Schüler und SchülerInnen zu befähigen, als mündige Bürger am demokratischen Prozess teilhaben zu lassen, eigene Entscheidungen überlegt zu treffen und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Oft fehlt es aber im engen Unterrichtsplan an Gelegenheiten, wo SchülerInnen sich praktisch darin ausprobieren können. Dabei eignet sich die Schule ganz hervorragend als Bereich, in dem Räume, Zeiten und Regeln demokratisch mitgestaltet werden können, denn diese Dinge betreffen die SchülerInnen direkt in ihrem Leben und bleiben in übersichtlichem, direkt greifbarem Umfang. Ziel ist, sie zu animieren, aus einer passiven, konsumierenden Haltung heraus zu kommen und sich selbst als gestaltenden Akteur seiner eigenen Umgebung zu verstehen.
Das Projekt „aula – Schule gemeinsam gestalten“ möchte es SchülerInnen der weiterführenden Schulen ermöglichen, in einem festen, vorher vereinbarten Rahmen eigene Ideen für Gestaltung zu entwickeln, Mehrheiten dafür zu finden und die Umsetzung zu beschließen. Dabei werden sie im Laufe eines Jahres didaktisch begleitet, um den Prozess zu reflektieren und die Verbindung zwischen Alltagsentscheidungen und demokratischer Verantwortung zu entdecken.

Ringvorlesung: fernsehen 4.0 - Die Bewegtbild-Offensive

Samstag, 14. November 2015

"Leerstellen" in literarischen Texten

Eine Erläuterung für ungeübte Leser

Gemeint ist, was "zwischen den Zeilen" steht, also das Unausgesprochene. Aber was unausgesprochen ist, muss man sich in jedem konkreten Fall erschließen. 

Und das heißt 

1. dass man einen Text lesen kann, ohne die vom Autor eingebaute Leerstelle überhaupt zu bemerken, 

2. dass jede Ausfüllung einer Leerstelle je nach Leser unterschiedlich ausfallen kann. (Von unausgefüllt über sehr präzis durchdacht bis zu haltlosen Spekulationen.)

Jetzt ein Beispiel: Wenn ein Autor darüber schreibt, dass ein junger Mann und eine junge Frau gemeinsamen einen erotischen oder gar pornographischen Text lesen, und dann fortfährt 
"An diesem Tage lasen wir nicht weiter ...", dann denkt sich wohl jeder Leser, der zumindest die Pubertät erreicht hat, das Gleiche. Aber nicht jeder Leser erkennt darin erkennt darin schon eine Begründung dafür, dass das Liebespaar in der Hölle ist. Dafür muss man schon wissen, dass zu Dante Alighieris Zeiten die Kirche sehr sexualfeindlich war. Das wissen freilich die meisten Leser ebenfalls. (Wenn dich die Beispielstelle interessiert: http://www.divina-commedia.de/la_divina_commedia/hoelle_005_la_divina_commedia.h...
Wenn in Fontanes "Irrungen Wirrungen" das 12. Kapitel schließt "Und sie schmiegte sich an ihn und blickte mit einem Ausdrück höchsten Glückes zu ihm auf." und das 13. Kapitel beginnt "Beide waren früh auf", dann ist ebenfalls nur ein geringer Interpretationsspielraum.
Aber Leerstellen sind nicht immer so einfach auszufüllen wie bei Auslassungen von Passagen, die als pornographisch aufgefasst werden könnten.
Berühmt sind Schillers Dramenschlüsse: "Dem Manne kann geholfen werden." "Dem Fürsten Piccolomini" "Der Lord lässt sich entschuldigen. Er ist zu Schiff nach Frankreich." (Zum Verständnis des Zusammenhangs musst du eine Suchmaschine heranziehen.) Hier liegt die Leerstelle am Schluss des Textes. Das gilt genauso für die Märchenformel "Und sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage".
Das muss für den Anfang genügen. Weitere Leerstellen musst du selber suchen.
So viel darf ich dir verraten: Leerstellen sind genau das, was gute Literatur ausmacht und Freude am Lesen erzeugt. Nicht alle Leerstellen freilich, sondern nur die, die nicht trivial ausgefüllt werden müssen.
Und noch eins: Lyrik ist voll von Leerstellen. Deshalb sind Gedichtinterpretationen im Deutschunterricht so beliebt: Weil sie darin schulen, Freude an Literatur zu entwickeln.

Subventionen für Kohle und andere fossile Energieträger

OECD kritisiert Subventionen für Kohle und Öl N24 über OECD-Studie 21.09.2015
"Fossile Energieträger werden laut OECD inzwischen weniger subventioniert. Dennoch wird jährlich deutlich mehr in Kohle, Öl und Gas gesteckt als der Kampf gegen den Klimawandel kosten würde.
[...] Wenn wir die Subventionen stoppen, werden wir die Ressourcen haben, die wir brauchen", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurriá am Montag in Paris. "Die internationale Gemeinschaft ruft dazu auf, bis 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar (89 Milliarden Euro) zu mobilisieren."
Von 2010 bis 2014 wurden laut OECD Kohle, Erdgas und Erdöl jährlich mit zwischen 142 bis 178 Milliarden Euro in 34 OECD-Staaten und sechs Schwellenländern subventioniert. Die Organisation sprach von einem Rückgang, ohne genaue Vergleichszahlen zu markieren.
Als Gründe für abnehmende Subventionen nennt die Studie vor allem den niedrigen Ölpreis und Reformbemühungen vieler Staaten für eine ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigere Politik.
Ein Großteil des Rückgangs geht laut OECD auf Reformen Mexikos zurück: [...]
Rohöl und Erdölprodukte werden laut der Studie am stärksten subventioniert, auf sie entfielen insgesamt 82 Prozent der Summe. Kohle werde mit acht, Erdgas mit zehn Prozent gefördert."

Fossile Energien: Der Subventionswahn ist ungebrochen ZEIT 14.10.13

Argumente zur Rechtfertigung der Subventionen

Mittwoch, 11. November 2015

Schwarmstadt

Schwarmstadt

ARCHITEKTUR: Weder verklumpt noch zersiedelt, FR 10. NOVEMBER 2015
"Worauf will die Gesellschaft hinaus, wenn sie von einer schönen Stadt spricht?"

Dienstag, 10. November 2015

Was Jean-Pol in Paris beobachtet

jeanpol schreibt: 
"In Paris übernehmen immer mehr Menschen mit afrikanischen Wurzeln 

Dienstleistungen in Metro, Museen, Verwaltung, Hotels, Krankenhäusern. Sie fühlen sich 

offensichtlich wohl, sind freundlich und es wirkt sich positiv auf die ganze Stadt aus. So 

zumindest mein Eindruck!"

ein paar Links

http://ze.tt/vielleicht-muessen-studenten-in-vorlesungen-bald-wieder-mehr-mitschreiben/

Steuertricks der großen internationalen Unternehmen

Der Tod der Links    Instant Artikel / instant articles

Gefahren der digitalisierten Bildung?

Digitalisierte Bildung: Wenn Rechner sagen, was wir lernen sollen

Interview mit Ralph Müller-Eiselt

"Wir sollten bei all dem die Lehrer nicht vergessen. Es geht nicht darum, sie durch Technik zu ersetzen. Sie werden weniger die Rolle des Wissensvermittlers spielen, sondern stärker zum Lernbegleiter werden. Eine amerikanische Lehrerin, die schon so arbeitet, sagte uns: „Endlich unterrichte ich nicht mehr Standardwissen, sondern Schüler.“"

Literatur:
Jörg Dräger, Ralph Müller-Eiselt: „Die digitale Bildungsrevolution“. Der radikale Wandel des Lernens und wie wir ihn gestalten können. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2015. 240 S., Abb., geb., 17,99 €.

Dabei wird freilich die Ambivalenz digitalen Lernens übergangen. Dazu:

"Im September präsentierte das Hochschulforum Digitalisierung, eine von der Hochschulrektorenkonferenz angeführte Allianz aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, ein Diskussionspapier, das von jeder Hochschule eine eigene digitale Agenda fordert. Das Studium müsse individuell werden angesichts der an die Universitäten strömenden Massen. (Individuell meint hier den programmatisch* erfassbaren Anteil des Individuums.) Das Argument der Kosteneinsparung ist stillschweigend mitgeführt. Universitäten mit einer schlüssigen Online-Strategie? Gibt es wenige, sagt Handke, wenn überhaupt welche. Von den 113 Digitalisierungsprojekten, die von der Bundesregierung mit 240 Millionen Euro aus den UMTS-Lizenzen gefördert wurden, existierten heute noch zwei. Eins davon betreut er selbst."(Digitalisierung der Lehre.Die Neuerfindung des Hörsaals, faz.net 5.11.15: "Der Marburger Anglist Jürgen Handke bringt die digitale Lehre im „inverted classroom“ auf neuesten Stand.")
(Hervorhebungen und Anmerkung von mir) *programmatisch meint hier: durch Computerprogramme erfassbar.

Montag, 9. November 2015

Gibt Deutschland zu wenig für Bildung aus?

Gibt Deutschland zu wenig für Bildung aus? SPON 8.11.15
Während die OECD-Länder im Schnitt 6,1 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes (BIP) für diesen Bereich aufwenden, beträgt der Anteil in Deutschland lediglich 5,1 Prozent.
Auch bleibt die Bundesrepublik hinter den Zielen zurück, die sich Bund und Länder auf dem Dresdner Bildungsgipfel 2008 selbst gesteckt haben.

Sonntag, 8. November 2015

OER-Atlas eine Art „Gelbe Seiten” für offene Unterrichtsmaterialien

OER-Atlas eine Art „Gelbe Seiten” für offene Unterrichtsmaterialien
" [...] Die OER World Map ist ein von der Hewlett Foundation gefördertes Projekt des hbz, das einen Überblick über die globale OER-Bewegung bereitstellen wird. Die OER World Map zielt dabei insbesondere auf drei Kernzielgruppen ab: Erstens sollen Lehrende und Lernende unterstützt werden, die für sie passenden OER-Quellen zu finden. Zweitens sollen OER-Initiativen ähnliche Projekte finden können, etwa um Projektergebnisse besser nachnutzen und Erfahrungen schneller austauschen zu können. Und schließlich sollen drittens Entscheidungsträger im Bildungbereich mit aussagekräftigen Statistiken zum Thema versorgt werden, so dass sie mehr Entscheidungen zugunsten von OER treffen und diese auch besser vertreten können. Erstaunlicherweise gibt es nämlich auch nach mehr als zehn Jahren OER-Bewegung immer noch sehr wenig belastbares Zahlenmaterial. Im Prinzip sind die Zielsetzungen der World Map also weitgehend identisch mit denen des Atlasses, nur dass die World Map global ausgerichtet ist und nicht wie der Atlas in gedruckter bzw. druckbarer Form vorliegt.  [...]" 

Adele Adkins (für meine Allgemeinbildung)

Adele Adkins

Samstag, 7. November 2015

Unschuldsvermutung

Bryan Stevenson kämpft dafür, dass Amerika sich endlich seiner Geschichte des Rassismus zuwendet. (Unschuldsvermutung)

Facebook will Informationen und Nutzer einhegen. Oder vielleicht doch einsperren?

"Die Idee einer eigenen Website ist tot. Das interessiert keinen", erklärte Williams vor Kurzem, "es geht doch im Internet nicht darum, dass Milliarden Menschen auf Millionen Webseiten gehen. Es wird um zentralisierte Seiten gehen." 
(Süddeutsche Zeitung: Die Zukunft des Netzes Teil 2)

Donnerstag, 5. November 2015

Schmerlenbacher Appell: Freie und offene Lernmaterialien für Flüchtlinge

Offener Brief von OER-Initiativen an die öffentliche Hand

Bildung ist ein Schlüssel zur Integration von Flüchtlingen. Für das Gelingen spielen professionelle, ehrenamtliche und non-formale Bildungsangebote eine zentrale Rolle.
[...]
Um die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit entsprechender Maßnahmen zu gewährleisten, fordern die Unterzeichner:
Von der öffentlichen Hand geförderte Lernmaterialien müssen offen lizenziert sein!

Mittwoch, 4. November 2015

Wenn das die Israelis wüssten

Wenn das die Israelis wüssten ZEIT Nr.7, 7.2.2013

Der Iran treibt sein Raketenprogramm mithilfe deutscher Ingenieure voran. Drei aktuelle Fälle zeigen, warum die Berliner Embargopolitik versagt.

Dienstag, 3. November 2015

Europäische Geschichte leicht verständlich

Eine gut verständliche kurze europäische Geschichte ohne die übliche starke Orientierung am nationalen Standpunkt hat Manfred Mai verfasst: "Europäische Geschichte erzählt von Manfred Mai". (bei Weltbild neuerdings, inklusive Porto für 4.- € erhältlich)
Trotz der Verknappung findet er Zeit für Knut den Großen, den ungarischen Großfürsten Géza und seinen Sohn König Stephan I., der das Land christianisierte, und Platz für ein großes Bild der
Stephanskrone mit dem schrägen Kreuz (sieh Bild).

Auf der Pyrenäenhalbinsel geraten Aragon, Kastilien und Portugal in den Blick, und der Begriff Reconquista wird zugunsten von Conquista problematisiert, Ein wenig unglücklich ist dabei, dass Mai die Vereinigung Aragons und Kastiliens (um 1479) behandelt, bevor er die Loslösung Portugals von Kastilien (1137/1143) erwähnt. Aber eine strenge Chronologie wäre nur mit einer völligen Zersplitterung der Darstellung erreichbar.


So wird auch das Kiewer Reich der Rus erst nach der Eroberung Englands von 1066 angesprochen, die Beendigung der Mongolenherrschaft über das Großfürstentum Moskau durch Iwan den Großen 1480 erst nach der Reformation.
Meiner Besprechung merkt man an, dass ich die bekannteren Ereignisse der europäischen Geschichte nur erwähne, dagegen eine ganze Reihe weniger geläufiger Zusammenhänge durch Verlinkung nachvollziehbar zu machen versuche. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass Mai das weniger Geläufige auch nur ansprechen kann und es - wie ich - der Initiative des Lesers überlässt, ob er sich - etwa in der Wikipedia - weiter darüber informiert.
Dass Ludwig XIV., als er mit vier Jahren den französischen Thron bestieg, noch nicht regieren konnte, veranschaulicht Mai mit einem Bild des achtjährigen Königs, das mit der prächtigen Kleidung und den Insignien der Macht freilich schon einige Ähnlichkeit zum berühmten Porträt des "Sonnenköngis" (von 1701) aufweist, der immerhin schon 1661 mit 22 Jahren (Mai spricht zu Unrecht von 18 J.) die Alleinherrschaft übernahm und an die Stelle des mächtigen Mazarin nach dessem Tode von ihm abhängige, meist bürgerliche Minister einsetzte.
Vielleicht der mutigste Perspektivwechsel gegenüber der üblichen Sicht auf die Auseinandersetzung zwischen Österreich-Ungarn und dem Osmanischen Reich gelingt Mai, indem er den Niedergang der türkischen Herrschaft auf dem Balkan aus der Sicht des Freiheitskampfes der Serben und Griechen darstellt. (Ein Porträt von Miloš Obrenović habe ich noch in keinem Schulbuch gesehen, geschweige, dass seine Rivalität zu Karađorđe angesprochen worden wäre.) Auch die Entwicklung zur Selbständigkeit Belgiens (1830/31) und Luxemburgs (1867) in diesem Kontext anzuführen, zeugt von einem sehr bewussten Blick auf die kleineren europäischen Staaten.
Dennoch bleibt die mutigste - aus meiner Sicht zu mutige - Entscheidung Mais, in die "Kleine Länderkunde" der europäischen Staaten zwar die Türkei, nicht aber Russland, Ukraine, Belarus (Weißrussland) und Moldawien aufzunehmen.
Nicht mutig, sondern schlicht falsch ist freilich seine Behauptung, 2004 wäre nur das türkische Nordzypern, nicht aber die griechische Republik Zypern Mitglied der EU geworden.*
Ein Beispiel mehr dafür, dass des öfteren der Wikipedia mehr zu vertrauen ist als manchem gedruckten Buch.
Das soll den Wert der anschaulichen und anregenden Darstellung Manfred Mais aber nicht herabmindern. Gelungen ist auch die Darstellung des 19., 20. und angehenden 21. Jahrhunderts, die ich hier noch übergehe, weil sie (vielleicht mit Ausnahme der Behandlung des Balkans*) weniger originell ist als mancher Blickwinkel aus der früheren Zeit.

* Zu Recht heißt es in der Wikipedia: "Die „Green Line“ ist zurzeit de facto Außengrenze der EU, die Zollbehörden der Republik Zypern beziehungsweise die der Souveränen Britischen Basen führen an den Kontrollstellen Zollkontrollen durch." - Seite „Republik Zypern“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 27. Oktober 2015, 15:42 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Republik_Zypern&oldid=147434098 (Abgerufen: 3. November 2015, 09:21 UTC)
* Mehr zur Geschichte Albaniens (vgl. auch Skanderbeg), Bulgariens und Rumäniens, die dort angesprochen werden, kann man bei den jeweiligen Links finden. Gemeinsam ist diesen Staaten, dass sie von der europäischen Staatengemeinschaft (wohl zum Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessengruppen und zur Zähmung eines zu scharfen Nationalismus) einen deutschen Monarchen verordnet bekamen (wie auch Griechenland mit Otto von Wittelsbach).

Einen anregenden Blick auf die europäische Geschichte mit einem ganz anderen Schwerpunkt bietet: "Verschwundene Reiche".