Donnerstag, 31. Dezember 2015

Kriegskosten

Vermutlich weiß jeder Leser dieses Blogs, dass sich Preise über größere Zeiträume hinweg nicht sinnvoll vergleichen lassen. Weder das Existenzminimum noch die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten noch irgendwelche Warenkörbe enthalten genügend Entsprechungen, dass valide Kostenvergleiche möglich wären.
Dies vorausgeschickt lesen sich die Zahlen aus Werner Steins Kulturfahrplan dennoch eindrucksvoll.
Man sollte doch annehmen, dass im Zeitalter der Massenvernichtungswaffen auch das Töten billiger geworden wäre, seit es nicht mehr von Hand geschah.

Für die Tötung eines Gegners wurden aufgewendet:
In den Kriegen Cäsars 0,75 Dollar,
Napoleons 3000 Dollar,
im 1. Weltkrieg 21 000 Dollar,
im 2. Weltkrieg 50 000 Dollar und
im Vietnamkrieg 100 000 - 300 000 Dollar
(Steins Kulturfahrplan des 20. Jhs, S.443)

BlaBlaCar Mitfahrzentrale

2006 in Frankreich gegründet
Reportage in der ZEIT 6.6.13
Wikipedia

Persönliches Lernnetzwerk konkret

PLN Historisch:
Erasmus
Pufendorf warnt Thomasius davor, Latein als Gelehrtensprache aufzugeben.
Haller (16981 überlieferte Schreiben aus 447 verschiedenen Orten, aus - nach heutigen Grenzen - 21 verschiedenen Ländern),
Lavater (10448 überlieferte Schreiben aus 470 Orten) (sieh: Martus: Aufklärung, S.548/49)
Wilhelm von Humboldt (Gruppenbriefwechsel)
Lisa Rosa entschließt sich, Blogartikel auf Englisch zu schreiben, um nicht in der engen nationalen pädagogischen Diskussion stecken zu bleiben.

Medien:
Früher gab es die Lexikonleser. Serendipität (Zufälligkeit der Lernanregung) ergab sich durch die alphabetische Reihenfolge der Artikel.
Heute ist für die Mehrheit der Schüler mit bequemem Internetzugang die Wikipedia die Enzyklopädie geworden. An die Stelle von Serendipität tritt Verlinkung.
Da die Wikipedia aber für viele Leser zu schwierig ist, gibt es daneben andere Auskunftsmittel:
Simple English Wikipedia, Frageforen (z.B. gutefrage.net*), Klexikon.

*Für mich persönlich nicht nur zur Beobachtung von Lern- und Lehrstilen, sondern auch für Serenpidität hinsichtlich des Stoffes.

PLN konkret:
Zei Kinder im gleichen Lernumfeld. Das eine nähert sich dem Phänomen NS-Herrschaft über die Lektüre von Anne Frank, das andere über die Lektüre von Kogons SS-Staat.

PLN aktuell: 
Gefährden Social Media politisches Engagement? von Philippe Wampfler zur Frage, ob ein stark im Netzt verortetes PLN die Aufmerksamkeit für konkrete Lernsituationen gefährdet


Mittwoch, 30. Dezember 2015

Resilienz

Die Kraft aus der Krise U. Schnabel ZEIT online 19.11.15

"[...] Nach 27 Jahren Gefängnis wären wohl die meisten gebrochen – Nelson Mandela hingegen behielt auch in der Zelle seine Hoffnung und den Glauben an seine politische Mission. Er überwand die Apartheid und wurde später zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas. Oder Malala Yousafzai, das pakistanische Mädchen, das sich für Bildung einsetzte und dem die Taliban in den Kopf schossen. Unbeirrt setzt sie ihren Kampf für die Mädchen ihres Landes fort und wurde 2014 die jüngste Friedensnobelpreisträgerin der Geschichte.
Was ist das Geheimnis all jener Menschen? Eigentlich bezeichnet der englische Begriff resilience (Spannkraft, Belastbarkeit) in der Materialkunde die Eigenschaft von Werkstoffen, nach starker Verformung wieder die ursprüngliche Gestalt anzunehmen. In den vergangenen Jahren aber hat der Begriff in der Psychologie, der Ökologie oder Soziologie eine steile Karriere gemacht. Als "resilient" werden mittlerweile nicht nur Menschen bezeichnet, die große Krisen unbeschadet bewältigen, sondern auch Gruppen, Unternehmen oder Ökosysteme, die sich angesichts massiver Irritationen als stabil erweisen. [...]"

Dienstag, 29. Dezember 2015

Design, Durchführung und Didaktik Moodle-basierter Massive Open Online Courses

Design Moodle-basierter Massive Open Online Courses von Marcus Birkenkrahe

KULTUSMINISTERKONFERENZ Auf dem Weg zum digitalen Bildungssystem

KULTUSMINISTERKONFERENZ Auf dem Weg zum digitalen Bildungssystem 28.12.15

Die Bremer Senatorin Claudia Bodegan ist vom 1. Januar 2016 neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Sie will die digitale Bildung vorantreiben. [...]
In Studien zum Thema klassischer Schulbildung hat das kleine Bundesland Bremen bislang nie besonders gut abgeschnitten. Die rote Laterne bei fast allen Pisa-Tests leuchtete die Bildungsmisere im Nordwesten immer ganz gut aus.
Anders ist es beim Thema digitale Bildung:  Beim Länderindikator Schule digital der Telekom-Stiftung liegt Bremen an der Spitze: 70% der befragten Bremer Lehrkräfte gaben an, dass die Schule über ein Medienkonzept für den Einsatz des Computers im Unterricht verfügt. Der Anteil der Lehrkräfte, die gemeinsam mit Kollegen computergestützte Unterrichtsstunden entwickeln, ist in Bremen mit ca. 50% besonders hoch.

Montag, 28. Dezember 2015

Das System der Hauptuntersuchung von Pkws ist bedroht

Voll­brem­sung Spiegel 24.12.15
"TÜV, Dekra und Co. könnten ihre Zulassung als Kfz-Prüfer verlieren. Das System der Hauptuntersuchung ist bedroht – mit Folgen für Werkstätten und Millionen Pkw-Halter."

Sonntag, 27. Dezember 2015

Disruption

Disruption, Baby, Disruption! faz.net 27.12.15

"Eine gute Idee zerlegt ganze Branchen. Das Wort dafür heißt Disruption. Daran können sich Manager besoffen reden."

Hans-Jochen Gamm: „Kritische Schule“

Hans-Jochen Gamm: „Kritische Schule“ – Eine Streitschrift für die Emanzipation von Lehrern und Schülern; Paul List Verlag,München; 254 S., 12,80 DM
Rezension von Hans Krieger: Die pädagogische Herausforderung, ZEIT 21. August 1970

Krieger zitiert Gamm:
„Zentraler Gegenstand der Pädagogik als Wissenschaft ist ... der Emanzipationsprozeß selbst.“ und fährt fort: "Gamms Vorschläge zur Sexualpädagogik gipfeln in der Forderung, daß die Schule nicht länger ein „asexueller Raum“ sein dürfe, sondern den „Austausch über die Freuden der Geschlechtlichkeit“ in ihr Programm aufnehmen müsse und Möglichkeiten erotischer Erfahrung zumindest nicht ausschließen sollte. [...] Das „Lernen der Liebe“ wird hier zitiert als Beispiel für ein Konzept der Schule, das sich an den Bedürfnissen der Schüler orientiert; es wird ganz verständlich erst im Gesamtrahmen eines Erziehungsmodells, das den nachwachsenden Generationen nicht die Kulturmuster der Vergangenheit aufprägen, sondern ihre eigene Produktivität freisetzen will und solche Freisetzung als sozialen Prozeß versteht. [...] Die prinzipiell nie restlos erfüllten Leistungsnormen erzeugen Gewissensdruck und Angst, halten das Individuum manipulativer Außensteuerung offen, machen es dem Leistungsterror der Gesellschaft gefügig und bereit, sich bestehenden Herrschaftsstrukturen fraglos zu unterwerfen. „Die heutige Schule produziert Untertanen, die es im Laufe ihres Lehrganges gründlich gelernt, das heißt internalisiert haben, ihre besten Fähigkeiten für die Wahrnehmung zu entwickeln, daß man ,von oben‘ etwas von ihnen wolle und erwarte.
Kritik an der Leistungsideologie wird damit zum entscheidenden Hebel. Politisch: In Leistungsdruck und Prüfungsanspruch aktualisiert sich gesellschaftlicher Anpassungszwang; mit ihnen „ragt .. die Frühgeschichte der Menschheit fossilienhaft in einen modernen Sozialbereich hinein, der unter humanen Regeln zu stehen vorgibt“. Ein wertneutraler Leistungsbegriff korrespondiert gesellschaftlicher Entfremdung; „Leistungsbereitschaft ohne kritische Sozialtheorie ... trägt immer schon faschistoide Züge“. Pädagogisch: „Die Leistungsideologie der Schule macht dumm, weil sie die differenzierten Individuationsprozesse im Schüler nicht fördern kann, die von den gangbaren Schneisen abweichen.“  Soziologisch: Die Gesellschaft der zweiten industriellen Revolution bedarf „anderer Fähigkeiten, die am besten mit einer sozialen Variabilität zu pauschalieren wären“. Psychologisch: die hochgezüchtete Konkurrenz individueller Leistung zerstört die Basis solidarischer Kooperation.
Damit mündet die Argumentation ins Politische zurück: In einem neuen kooperativen Leistungsmodell schafft die Schule das kritische Instrument, den dissoziierenden individualistischen Leistungsbegriff als Unternehmerideologie im Dienst der Ausbeutung zu entlarven, und bereitet gesellschaftliche Solidarität vor.

Die Formulierung „Leistungsbereitschaft ohne kritische Sozialtheorie ... trägt immer schon faschistoide Züge“ glaubt man schon von Adorno zu kennen. Ob Krieger hier ganz sauber zitiert hat? Unabhängig davon: Gamms Vorstellungen scheinen mir noch so aktuell und die Ausführungen Kriegers so informativ, dass ich mir erlaubt habe, sie ausführlich zu zitieren. 
Mit der Formulierung "Aus der Autoritätsfigur des Lehrers, die den Vollzug staatlich verordneter Erziehungsprogramme garantiert, wird der „Pädoexperte“, der den Schüler im selbstverantworteten Bildungsgang berät." sieht Krieger Gamm schon auf einem Weg, der heute mit der Vorstellung von Selbstmanagement und vom persönlichen Lernnetzwerk wieder neu entdeckt zu werden scheint.

Samstag, 26. Dezember 2015

Von einer Backpackerin in Sambia

Marissa macht es andersDIE ZEIT Nr. 50/2015, 10. Dezember 2015
"Mapalo – zu Deutsch: Segen – nennen die Einheimischen die Kanadierin Marissa Izma. Sie brachte den Menschen in Kibombomene, einem sambischen Dorf an der Grenze zum Kongo, was zuvor nie da gewesen war: eine Schule, Zugang zu weiterführender Bildung, das Recht, zu lernen und zu träumen. Vor acht Jahren, im Alter von 23 Jahren, war sie dort aufgetaucht, in eine der strohgedeckten Lehmhütten ohne Strom und fließend Wasser gezogen – und geblieben.
Als die ZEIT vor fünf Jahren über Marissa und ihre Hilfsorganisation Same World Same Chance (SWSC) berichtete, war das Projekt gerade erst geboren. Marissas Idee, eine Schule mit Schlafsälen für Kinder aus entfernteren Dörfern zu errichten, hatte den Ältestenrat überzeugt. Im Umkreis von 50 Kilometern gab es keine weiterführende Schule. [...]

Tatsächlich werden laut einer UN-Studie fast 94 Prozent aller sambischen Kinder eingeschult. Aber nicht einmal 50 Prozent gehen später auf eine weiterführende Schule – weil es keine gibt oder sich die Eltern das ab der achten Klasse anfallende Schulgeld nicht leisten können. Viele Kinder fallen durch die landesweiten Prüfungen nach der siebten und neunten Klasse, weil sie bis dahin in einer der 43 lokalen Sprachen unterrichtet wurden und die Testfragen auf Englisch – Sambias einziger Amtssprache – nicht einmal lesen können. Insgesamt schafft in Sambia nur ein Drittel den Schulabschluss nach der zwölften Klasse. Im ganzen Land gibt es nur 10 000 Studenten, obwohl 80 Prozent der knapp 15 Millionen Einwohner 35 Jahre und jünger sind. 
Die Sonne hat Marissa Izmas rotes Haar gebleicht. Sie ist fröhlicher als früher, wirkt weniger grüblerisch. Aus Mangel an Freizeitangeboten hat sie einen Wanderverein und einen Filmclub im Dorf gegründet. Die Einheimischen verehren sie wie eine Heilsbringerin – was ihr unangenehm ist. Jedes Lob – für ihren Verzicht auf Luxus, ihre Fähigkeit, einen Wasserkanister auf dem Kopf zu tragen, ein Drei-Gänge-Menü auf einem Feuer zu kochen und dabei eine Diskussion in der Ortssprache Bemba zu führen – wischt sie mit einer Handbewegung weg. "Das kann hier jeder."
Dennoch – dort, wo jahrzehntelang nur Buschland war, ist heute ein kleiner Campus. Das kann Marissa nicht bestreiten. In der Mitte das Schulgebäude mit fünf Klassenzimmern, Sekretariat und Büros. Daneben ein Internatshaus sowie Häuschen für die beiden Lehrer, zwei Hausmütter, die Köchin und die freiwilligen Helfer, die nun immer öfter aus Kanada, den USA und auch Deutschland kommen. [...]

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Jesus und der Islam: Jesus Ben Maryam

Fortsetzung der Mitschrift der Sendungen 1 und 2

3. Sendung: Jesus Ben Maryam
Im Neuen Testament wird nur Jesus nur einmal als Sohn Marias bezeichnet, im Koran kommt das sehr häufig vor. Maria spielt überhaupt im Koran eine weit wichtigere Rolle als im Neuen Testament. Sie ist im Koran die einzige Frau mit Namen.
Andererseits wird am Christentum kritisiert, dass da Maria als dritte göttliche Figur neben Vater und Sohn existiere. Joseph wird im Koran nicht genannt, Maria aber über 30 mal, häufiger als in den vier Evangelien und der Apostelgeschichte zusammen.
Jemanden als Sohn seiner Mutter zu bezeichnen, war damals eine Beleidigung. Denn wenn der Vater nicht genannt wird, kann man die Mutter verdächtigen, eine Prostituierte zu sein.
Es gibt auffallende Gemeinsamkeiten zwischen der Darstellung der Geburt Jesu im Koran und in apokryphen Evangelien wie z.B. Protoevangelium des Jakobus und Pseudo-Matthäus-Evangelium, aber auch Abweichungen.
Um das Jahr 2000 wurden von Theologen mehr Fragen nach den Einflüssen auf den Koran gestellt.
So fällt auf, dass die hebräische Miriam, eine Schwester Aarons ist und dass die Maria des Korans auch Schwester Aarons genannt wird. Das ist aber sicher keine Verwechslung, sondern eine symbolische Formulierung für einen Bezug zwischen diesen beiden durch mehr als ein Jahrtausend geschiedenen Gestalten.
Jesus des Korans wurde wie Adam aus Staub geschaffen. Gott haucht ihm Leben ein.

4. Sendung: Das Exil der Propheten
Der Name Mohammed (Bedeutung: der Gepriesene) kommt im Koran nur selten vor. Dabei spricht der Koran viel von Propheten (Gesandten Gottes). Hat Mohammed wirklich gelebt? Seine Lebensbeschreibung wurde erst 150 Jahre nach seinem Tod verfasst. Danach schließt man auf die Lebensdaten 570 bis 632. Doch vermutlich gab es in dieser Zeit in Arabien noch gar kein exaktes Datierungssystem, anhand dessen man Gleichzeitigkeit mit Ereignissen in anderen Weltteilen hätte feststellen können.
Die Angaben über Mohammed besagen, er sei Waise gewesen, habe eine deutlich ältere Frau geheiratet und keinen Sohn, sondern nur eine Tochter gehabt. Keinen Sohn zu haben war damals unter Arabern ein großer gesellschaftlicher Makel. Für einen Mann, der wie Mohammed sich sehr fähig fühlte und gut reden konnte, war das eine große Motivation, eine Reform einzuführen, die diesen Makel von ihm nehmen würde.

Den zweiten Teil der 4. Sendung und die Sendungen 5 - 7 habe ich nicht gesehen. 

Liebesbrief: Ulla Hahn schreibt an ihren Volksschullehrer

"[...] Und dann sprachen Sie am Ende unseres vierten gemeinsamen Jahres die magischen Worte. Alle, die auf weiterführende Schulen gehen wollten, sollten aufstehen. Ich blieb sitzen. Ihre Augen schauten in meine und durch mich hindurch. In mein Herz. So ähnlich, aber das erlebte ich natürlich erst viel später, schauen sich Liebende an, bevor sie ihr Gefühl in Worte fassen.
Steh auf!, sagten Sie. Steh auf! Bis heute wohl die zwei wichtigsten Wörter in meinem Leben. Für alles, was darauf folgte, für alle wunderbaren Worte und Ereignisse waren Sie der Schlüssel. Schlüssel-Worte zu meinem jetzigen Leben, hier in der Geborgenheit meines Schreibtischs mit dem geliebten Menschen unter einem Dach.
Nie verlasse ich Monheim am Rhein, ohne Ihnen ein Steinchen aufs Grab zu legen. Das nächste Mal wird es ein weißer Kiesel sein mit vielen roten Linien, mit diesem Liebesbrief." (Zeit 2015/45, 5.11.15, S.74)

Schabowskis Pressekonferenz vom 9.11.1989

"Dieses Dokument brachte die Mauer zu Fall: Ein Blick auf jenes Stück Papier, mit dem Günter Schabowski 1989 seine berühmte Pressekonferenz bestritt." 

Über die AG Schülerzeitung

"Seit September leite ich die AG Schülerzeitung meiner Schule. Das war der Hauptgrund für die Einarbeitung in Scribus. Bisher hatte ein Kollege den Hut auf, der die Schule im letzten Schuljahr verließ. Mit ihm verließ fast das gesamte Team mit ihrem Abi im Gepäck die Schule. Die neue Redaktion fand sich in den 6. Klassen. Ich bin überrascht und erstaunt, wie motiviert die Kinder schreiben, wie gut sie in Teams arbeiten können, wie elegant sie auch schon (mit etwas Hilfe) formulieren können. Vor Weihnachten wurde die erste Ausgabe verkauft und es ist kein Exemplar mehr übrig." (Rückblick 2015 von Frau Schütze)

Online-Einführung in Scribus

Montag, 21. Dezember 2015

Kritik an Wikipedia

Wie die Wikipedia-Spendenaktion die Basis erzürnt SZ 15.12.15

Man könnte viel hinzufügen, doch der Artikel scheint mir ausgewogen genug.
Dei aktiven Wikipedianer haben auch andere Gründe mit der Foundation unzufrieden zu sein. Sie tritt manchmal zu paternalistisch auf.

Dazu zitiere ich aus Fontanefan zu opco ...

Jürgen Heraeus *1936 ab 1983 Vorstandsvorsitzender von  Heraeus, seit 2000 Vorsitzender des Aufsichtsrates:
Interview Als das Wichtigste für die Unternehmensführung nennt er: Vertrauen schaffen. [...] "[...] wenn es um die Umsetzung geht, dann hat man es mit Menschen zu tun. Und die müssen sich wohlfühlen, sonst gehen sie.[...]"

Aber so ein weltweites Projekt wie die Wikipedia braucht mit Sicherheit Rücklagen. Ich hätte sogar Verständnis dafür, wenn man versuchte, die laufenden Kosten für ein Jahr als Rücklage zu haben. 

Freitag, 18. Dezember 2015

Syrien-Resolution einstimmig verabschiedet

Syrien-Resolution einstimmig verabschiedet SZ 18.12.15

[...] Der Resolutionsentwurf fordert nach Aussage von Diplomaten alle Kriegsparteien auf, unverzüglich die Angriffe auf Zivilisten und zivile Einrichtungen einzustellen. Das syrische Volk soll dem Dokument zufolge selbst über die Zukunft seines Landes entscheiden. Der Text solle noch am Freitag um 16.00 Uhr (Ortszeit,22.00 Uhr MEZ) dem UN-Sicherheitsrat zur Abstimmung vorgelegt werden.
Über den Resolutionstext hatten seit dem frühen Morgen unter anderem Vertreter der USA, Russlands, Chinas, Frankreichs und Großbritanniens gerungen. Der größte Streitpunkt - die künftige Rolle von Machthaber Assad - blieb dabei ausgeklammert. Denn Russland und der Iran, die beiden entscheidenden Schutzmächte Assads, stehen bislang fest zu dem Diktator. [...]
Die Probleme des Friedensplans ZEIT online 19.12.15 
"Ein diplomatischer Durchbruch, der mit Skepsis zu betrachten ist, so lauten die Reaktionen auf den Friedensplan mit Syrien. Vor allem Assads Zukunft ist ungeklärt."

Islamischer Fundamentalismus

Kermani im Interview:
"Wenn man mit den Islamisten spricht, erkennt man so etwas wie protestantische Prinzipien in ihrer Theologie: Die strikte Schriftgläubigkeit zum Beispiel, [...] Muhammad Abduh sagte beispielsweise nach einer Europreise, er habe in Europa den Islam gefunden, aber keine Muslime. In der muslimischen Welt gebe es dagegen Muslime, aber keinen Islam. Er abstrahierte also die Religion vom gelebten Islam. So wurde der große Reformator ungewollt zum Vater des islamischen Fundamentalismus [...]" (Publik-Forum 18.12.15, S.33)

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Rivalisierende Parteien unterzeichnen Friedensplan

Rivalisierende Parteien unterzeichnen Friedensplan ZEIT online 17.12.15

responsibility to protect

"Schmidt: Jedenfalls haben die alten Kriegsteilnehmer nicht das heutige Schlagwort von der "responsibility to protect" erfunden. Ein schlimmes Schlagwort, das zwar idealistisch klingt, zugleich aber den Vorwand für Interventionen in dritte Staaten liefert. Das ist lebensgefährlich. Das hätten die Kriegsteilnehmer nicht erfunden.
Magenau: Weil die folgenden Generationen leichtfertiger sind?
Schmidt: Ja. Viel leichtfertiger. Ihnen ist auch die Gefahr des atomaren Weltkrieges nicht bewusst.
Lenz: Leichtfertigkeit. Ja, so ist es leider.
Magenau: Das heißt, die Kriegsgefahr wächst dadurch, dass eine Generation politische Verantwortung hat, die den Krieg nicht aus eigener Erfahrung kennt?
Schmidt: Ja. Kann man so sagen."
(Helmut Schmidt im Gespräch mit Siegfried Lenz)

Neue Ausgabe der Berliner Republik

Ein Deabattenmagazin

Sonntag, 13. Dezember 2015

WDR#3sechzig

Fernsehen, wie man es sich wünscht: informativ
https://www.youtube.com/channel/UCV6W8_nrWxJLQakqBHEvT3Q

Merkels "Wir schaffen das."

Merkels Satz "Wir schaffen das" bezieht sich nicht allein auf Obamas "Yes we can." Die Wurzeln liegen tiefer, meint Alfons Kaiser in faz.net.   (Ganz entsprechend weist auch der Wikipediaartikel auf Bob, den Baumeister, hin.)
Den Satz ausgesprochen hat Merkel erstmals auf der Sommerpressekonferenz am 31.8.2015.

Samstag, 12. Dezember 2015

Jesus und der Islam

In Arte gab es eine Sendefolge mit 7 jeweils knapp einstündigen Sendungen zu dem Thema. Außerdem liegt dazu ein Buch vor, bisher nur auf Französisch: Gérard Mordillat, Jérôme Prieur: Jésus selon Mahomet, 2015 E-Buch, über die Sicht auf Jesus im Koran[3]

Hier veröffentliche ich meine stark verkürzte Mitschrift der Sendefolge:

1. Sendung:
Die Hadithen erklären den Koran und heben manche Aussagen hervor. Sie sprechen sehr viel über seine Rolle als Weltenrichter (bereits im Koran) und beschäftigen sich mit der Frage, wieso die Juden glaubten, sie hätten Jesus getötet, obwohl sie es laut Koran nicht wirklich taten. Außerdem schreiben sie erstaunlich viel über sein Aussehen, obwohl dazu nichts im Koran steht. Insbesondere schreiben sie viel über die Schönheit seines Haares und sprechen fast immer davon, dass Wasser davon herunter tropft.
Jesus/Isa ist im Koran in mancher Hinsicht wichtiger als Mohammed. Er ist das Wort Gottes, er hat Wunder getan, er ist im Unterschied zu Mohammed nicht gestorben und nicht begraben, er wird als Weltenrichter kommen. Was Mohammed Jesus voraus hat, ist, dass dieser nur der vorletzte Gesandte Gottes war, und dass er die endgültige Offenbarung Gottes, den Koran, den Menschen gebracht hat.
Jesus ist derjenige, der dem Islam zum endgültigen Sieg verhelfen wird, indem er ihn gegen die "Leute des Buches", Juden und Christen, durchsetzt.

Die Juden behaupten zu Unrecht, sie hätten Jesus getötet/gekreuzigt. Die arabische Formulierung dazu lässt sich übersetzen mit "Es erschien ihnen so" oder mit "Bei ihnen wurde der Eindruck erweckt, dass es so sei." Viel spricht dafür, dass Gott selbst das Geschehen bewirkt hat, was die Juden für die Kreuzigung halten mussten.
Im Arabischen glaubt man dem Gehörten [durch die persönliche Autorität des Sprechers Verbürgten - Zusatz Fontanefan] mehr als dem Gesehenen (Möglichkeit der optischen Täuschung, Luftspiegelung, im konkreten Fall Jesus könnte ein Doppelgänger gekreuzigt worden sein.)
Nach einer Version im Barnabasevangelium wird Judas anstelle von Jesus hingerichtet und Jesus gibt ihm sein Aussehen, so dass die Umstehenden getäuscht werden. Im Christentum gab es schon im 2. Jahrhundert Spekulationen darüber, dass es nur so geschienen habe, als wäre Christus gekreuzigt worden. Aber die Version des Koran ist vermutlich unabhängig von diesen Spekulationen entstanden.

2. Sendung:
Jesus wird im Koran auf drei Weisen genannt: Isa, Ben Mariam und der Gesalbte (hebräisch: Messias, griechisch: Christos).
Dabei hat "der Gesalbte" im Koran natürlich eine ganz andere Bedeutung als der Messias, der Befreier Israels, bei den Juden und Christus bei den europäischen Christen, für die Christus nicht mehr der Gesalbte bedeutet, sondern wie der Teil eines Eigennamens Jesus Christus für den auferstandenen Herrn, den Sohn Gottes, steht.
Das arabische Massiach [meine sicher falsche Umschrift des arabischen Wortes im Unterschied zu "Messias" - Fontanefan] im arabischen Neuen Testament hat für die syrischen Christen freilich nicht die aufgeladene Bedeutung von Christos/Christus, sondern heißt für sie auch schlicht der Gesalbte wie im Koran.
Wenn in Sure 4, 157 über die Juden gesagt wird: "Ihre Aus­sage lautete: «Wir haben Isa, den Sohn Maryams, den Ge­sandten Gottes, getötet.»", dann ist das klar erkennbar kein historisches Zitat, denn sie hätten Jesus natürlich nie "den Gesandten Gottes" genannt. Das ist Sprache des Koran. Bezeichnend, dass der Koran ihnen diese Selbstbeschuldigung in den Mund legt, die historisch - zu Unrecht - bei den frühen Christen in der Auseinandersetzung mit den Juden aufkam. Denn wenn der Koran auch in diesem Kontext den Juden vorwirft, sie hätten immer wieder ihre Propheten getötet, bzgl. Jesus kann er es ihnen ja gerade nicht nachsagen, wo er doch Wert darauf legt, dass gilt: "Aber sie haben ihn weder getötet noch gekreuzigt, doch kam es ihnen so vor. Diejenigen, die über ihn uneins sind, zweifeln an ihm. Sie haben kein Wis­sen über ihn, sondern gehen Vermutungen nach. Sie haben ihn ganz sicher nicht getötet. Nicht doch, Gott hat ihn zu sich erhoben." (Zitate nach ZUM-Wiki
Die Kritik des Korans an den Juden ist, dass sie ihre Propheten getötet hätten (darin folgt der Koran frühen syrischen christlichen Quellen), und dass sie an den Gesetzen festhalten, die Jesus aufgehoben hat. Für die heutige Einschätzung des Judentums durch Muslime spielt diese alte Kritik freilich kaum noch eine Rolle. Insgesamt sei für den Islam kein Anti-Judaismus charakteristisch, wie er sich im Christentum schon früh herausgebildet hat.

Der Vorwurf an die Christen ist, dass sie an die Göttlichkeit Jesu glauben, obwohl dieser selbst nicht daran geglaubt hat. 

Fortsetzung der Mitschrift hier



Muslime gegen Unterdrückung und Terror

"Alle Massenaufstände der letzten Jahre in der islamischen Welt waren Aufstände für Demokratie und Menschenrechte, nicht nur die versuchten, wenn auch meist gescheiterten Revolutionen in fast allen arabischen Ländern, ebenso die Protestbewegungen in der Türkei, in Iran, in Pakistan und nicht zuletzt der Aufstand an den Wahlurnen der letzten indonesischen Präsidentschaftswahl. Ebenso zeigen die Flüchtlingsströme an, wo sich viele Muslime ein besseres Leben erhoffen als in ihrer Heimat: jedenfalls nicht in religiösen Diktaturen. Auch die Berichte, die uns aus Mossul oder Rakka selbst erreichen, künden nicht von Begeisterung, sondern von Panik und Verzweiflung der Bevölkerung. Alle maßgeblichen theologischen Autoritäten der islamischen Welt haben den Anspruch des IS verworfen, für den Islam zu sprechen, und im Detail herausgearbeitet, inwiefern dessen Praxis und Ideologie dem Koran und den Grundlehren der islamischen Theologie widersprechen. Und vergessen wir nicht, dass es an vorderster Front Muslime selbst sind, die gegen den „Islamischen Staat“ kämpfen, Kurden, Schiiten, auch sunnitische Stämme und die Angehörigen der irakischen Armee."
(Kermani in seiner Friedenspreisrede 2015)

Hans Küng erklärt von Enzylexikon

Hans Küng 

eins seiner Werke zum Gottesbegriff: Existiert Gott?

Gott ist das Unendliche im Endlichen, die Transzendenz in der Immanenz und das Absolute im Relativen!
Eine Interpretation wäre, das man Gott und Welt nicht trennen kann, so wie man Geist und Körper nicht trennen kann. Es gibt keinen Widerspruch zwischen beidem. 
Immerhin soll die Welt Gottes Schöpfung und der Mensch sogar nach seinem Ebenbild geschaffen sein - wie könnte es also sein, dass die Schöpfung nicht selbst, das Göttliche inne hat?
Der Anblick einer grandiosen Landschaft beeindruckt uns - "wow, der Fluß muss Jahrmillionen gebraucht haben, sich so durch den Fels zu fressen...."
Aber ich denke, wir bewundern da nicht nur einfach die Leistung einer beeindruckenden Naturgewalt, sondern empfinden emotional, dass diese Welt viel größer und mächtiger ist, als wir als einzelnes Individuum jemals sein können.
Diese "Ehrfurcht" vor der Macht von Zeit und Natur ist vielleicht mit der Ursprung des religiösen Empfindens. 
Islam
Gott ist das Unendliche im Endlichen, die Transzendenz in der Immanenz und das Absolute im Relativen!“
Das klingt beeindruckend, groß, riesig.
Im Islam sagt man "Allahu akbar" - Gott ist größer. Aber da stellt sich natürlich die Frage - "größer als wer oder was?"
Größer als ein Mensch? 
Wäre der Schöpfer eines Universums ganz sicher. 
Größer als die eigene Schöpfung? 
Vermutlich, denn sonst hätte er sie nicht schaffen können.
Gleichzeitig heißt es im konservativen Islam aber auch, das man den Körper nicht durch Tätowierungen verändern soll - er ist Gottes Geschenk. Man soll sich auch kein Bildnis von Gott machen.
Allerdings muss auch die Schöpfung etwas besonderes sein, dann im konservativen Islam ist auch die Darstellung von Lebewesen verboten, was gedeutet werden kann, dass man der Schöpfung den gleichen Respekt entgegen bringen soll, wie dem Schöpfer.
Das Unendliche im Endlichen, die Transzendenz in der Immanenz.....
Hinduismus
Gott ist das Unendliche im Endlichen, die Transzendenz in der Immanenz und das Absolute im Relativen!“
Gott kann in diesem Zitat auch als Symbol für das Unergründliche gesehen werden, dass sich in der gesamten Schöpfung findet. 
In den hinduistischen Upanischaden gibt es die Erzählung von der Feige oder Mango die immer weiter geteilt wird, bis sie so klein ist, das man sie nicht mehr sehen kann.
Dieses nicht mehr Wahrnehmbare und daher Unteilbare, sei der Wesenskern des Menschen (Atman) und identisch mit dem Göttlichen (Brahman), ohne sich dessen bewusst zu sein.
Es wäre also das "Unendliche im Endlichen", wie Küng es nennt.
Enzylexikon Sein gesamter Text

Wenn ich - bis auf ein paar stillschweigende Änderungen der Rechtschreibung - den Text verbessern wollte, müsste er weit ausführlicher werden. Was mir an dem Text gefällt, ist, dass er immanent auf Küngs Konzept vom Weltethos hinweist. 

Freitag, 11. Dezember 2015

Chat-Abkürzungen und ihre Bedeutung

  • 2F4U – To fast for you (Zu schnell für dich)
  • 2L8 – to late (Zu spät)
  • 2U beziehungsweise 4U – for you (Für Dich)
  • 4YO – for you only (Nur für Dich)
  • AFK – away from key (Weg von der Tastatur/ Abwesend)
  • Admin – Administrator ((Spiel-)Leiter von etwas)
  • Afair – As far as I remember (Soweit ich mich erinnern kann)
  • AIS – As I said (Wie ich bereits gesagt habe)
  • AKA – As / Also known as (Auch bekannt als)
  • ASAP – As soon as possible (So bald wie möglich)
  • ATM – At the moment (Gerade / Momentan)
  • Back/B2K/Re – Back (to Keyboard) (Bin zurück (an der Tastatur)
  • BB/BiBa – Bye Bye/Bis Bald (Tschüss/ Bis Bald)
  • BS – Bullshit (Besonders unnötig)
  • BF – Boyfriend/Best Friend (Freund/ Bester Freund)
  • Btw – By the Way (Übrigens, …)
  • CS – Cyber Sex/ Counter Strike (Virtueller Sex/ Counter Strike[Spiel])
  • CU/Cul8r – See you/ See you later (Bis dann, Sehe dich später)
  • DAU – Dümmster anzunehmender User (Neuling in einem Gebiet)
  • DL – Download (Herunterladen)
  • DND – Do not disturb (Bitte nicht stören)
  • EOD/EOT – End of discussion/End of Thread (Ende der Diskussion/ Ende des Threads)
  • FAQ – Frequently asked question (Häufig gestellte Fragen)
  • FTW – For the win/world – (Etwas ist besser als etwas anderes)
  • FU – Fuck you (F*ck Dich)
  • FYI – For your information (Nur zu Deiner Information)
  • GG/GJ/GL – Good game/Good job/Good luck (Gutes Spiel, Guter Job, Viel Glück)
  • GN8 – Good night (Gute Nacht)
  • HDF – Halt die Fre**e
  • HDL/ HDGDL – Hab Dich lieb/ Hab Dich ganz doll lieb
  • HF – Have fun (Viel Spaß)
  • HGW – Herzlichen Glückwunsch
  • IDA – Ich Dich auch
  • ILY /ILD/ ILU – I love you/ Ich liebe Dich
  • K/ KK/ KAY – Okay
  • Ka /Kb /Kp /Kt – Keine Ahnung/ Kein Bock/ Kein Plan/ Kein (weiterer) Text
  • LG – Liebe Grüße
  • LMAO – Laughing my *ss off (Verdammt lustig)
  • LoL – Laughing out loud (Lautes Lachen)
  • M/W? / MoF / MoW – Männlich oder Weiblich?/ Mann oder Frau?/ Male or Female(Männlich oder Weiblich)
  • MOM – Mama/ Moment
  • N/A (Nicht verfügbar)/ n1 – nice (Schön)/ n8 – Night (Nacht)
  • np/ NP – no problem (kein Problem)/ Now playing (Spiele gerade)
  • OMG/ OMFG – Oh my God/ Oh my f*cking God (Oh mein Gott)
  • PAW – Parents are watching (Eltern gucken gerade zu)
  • Pls/ Plz – Please (Bitte)
  • PPL – People (Leute)
  • Re – Returned / Response (Wieder da/ Antworte)
  • RL – Real life (Echtes Leben außerhalb der Internetwelt)
  • Ro(t)fl – Rolling on (the) floor laughing (Vor Lachen auf dem Boden rollen)
  • Sig – Signature (Signatur)
  • Sry – Sorry (Entschuldigung)
  • TLDR – Too long, don’t read (Ließ das nicht, es ist zu lang)
  • VLG – Viele liebe Grüße
  • W8 – Wait (Warte)
  • Wb – Welcome back (Willkommen zurück)
  • WE – Wochenende
  • WTF – What the f*ck (Was zum Teufel)
  • WTH – What the hell (Was zur Hölle)
  • Yaw – You are welcome (Gerne / keine Ursache)
  • YMMD – You made my day (Du hast mir den Tag versüßt)

Scrollen und Zoomen motiviert Jungen zum Lesen

Britische Studie zum Leseverhalten: Besonders Jungs profitieren "Ebooks verbessern die Lesefähigkeit bei SchülerInnen. [...] 
Laut einer Studie des britischen National Literacy Trust können die im Vergleich schlechteren Lesefähigkeiten von Jungen in der Schule durch die Nutzung von Ebooks verbessert werden. Dies berichtet die Tageszeitung The Independent. Der National Literacy Trust ist ein unabhängiger Verband, der 1993 gegründet wurde und versucht, mit Kampagnen Kinder im Vereinigten Königreich zum Lesen zu motivieren.Während eines Zeitraums von zwei bis acht Monaten wurden 468 SchülerInnen im Alter von acht bis 16 an 40 verschiedenen Schulen begleitet. Durch die Nutzung von Ebooks konnten Jungen ihre Leseleistung erhöhen. Innerhalb von 4,2 Monaten verbesserten sie sich auf den Stand, den sie normalerweise erst nach 8,4 Monaten erreicht hätten. Die untersuchten Mädchen erzielten ebenfalls Lernerfolge, jedoch verbesserten sie sich nur um 7,2 Monate.
Ein weiteres Ergebnis ist, dass nach Abschluss der Studie die Zahl der Jungen, die Lesen als „schwierig“ einstuften, von 28 auf 15,9 Prozent sank. Tatsächlich bezeichneten 66,5 Prozent der Jungen Lesen als „cool“. Zu Beginn der Untersuchungen waren es nur 34,4 Prozent. In dem Bericht zur Studie wird betont, dass es wichtig sei, Anreize zu finden, um Kinder zum Lesen zu motivieren. Das Scrollen und Zoomen wurde von vielen SchülerInnen als Vorteil der Ebooks gegenüber herkömmlichen Büchern genannt."

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Wutbürger - Wort des Jahres 2010

Das Schlagwort Wutbürger ist laut Volker Zastrow, Politikchef der FAS, anlässlich der Aufregung um Stuttgart 21 vom Spiegel-Redakteur Dirk Kurbjuweit geprägt worden. Offenbar kannte er den Wikipediaartikel.
Ich hätte Lust, einen Büchmann der Schlagworte zusammenzustellen. 
Ein Grundstein ist in der Wikipedia zu finden. Im "Wort des Jahres".
Ob die Gesellschaft für deutsche Sprache mithilft, den Büchmann fortzuschreiben?

Dienstag, 8. Dezember 2015

Weniger Studienanfänger nach Turbo-Abitur

"Die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von 13 auf 12 Jahre führt dazu, dass Abiturientinnen und Abiturienten im ersten Jahr nach dem Schulabschluss seltener ein Studium aufnehmen. Stattdessen nutzen sie das Jahr häufiger für einen Freiwilligendienst oder einen Auslandsaufenthalt. Zu diesem Ergebnis kommen Tobias Meyer, Stephan Thomsen (beide NIW Hannover) und Heidrun Schneider (DZHW Hannover) in einer aktuellen Studie, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) jetzt veröffentlicht hat." bildungsklick 7.12.15

Montag, 7. Dezember 2015

Digitales Lernen

Ein Journalist berichtet: Digitales Lernen: Das Handy ist kein Spielzeug!, SPON 4.12.15

Ein beteiligter Lehrer berichtet: „Digitale Bildung“: #Besserlernen & #ExcitingEDU Lehrerkongress 2015 6.12.15

Kommentar eines erst vor kurzem in die Klasse gekommenen Schülers 3.12.15

Samstag, 5. Dezember 2015

Urheberrechtsfragen

Zum einen wird das Engagement für OER als Reputationsbeschaffung verdächtigt, zum anderen kämpft die VG Wort dafür, dass nicht Verlage, sondern die Autoren "die Vergütungen für Urheberrechte" erhalten.
Anlass, zu reflektieren, ob bei der gegenwärtigen Kampagne für OER vielleicht Institutionen ihre Reputation haben wollen, die an der Emanzipation von im Bildungsbereich Arbeitenden gar nicht interessiert sind? Besteht eine Gefahr, dass ehrenamtliches Engagement für anderweitige Interessen instrumentalisiert wird? Vorerst sehe ich sie noch nicht deutlich. Aber Aufmerksamkeit für die Frage dürfte sinnvoll sein. 
Sind OER eine Gefahr für die begründeten Rechte von Autoren?

Freitag, 4. Dezember 2015

"Breite Mehrheit für Krieg"

So lautet die Schlagzeile wohl nicht nur einer deutschen Zeitung.
Ich hatte gehofft, das in meinem Leben nicht erleben zu müssen.

"’s ist Krieg! ’s ist Krieg! O Gottes Engel wehre Und rede du darein!"

Die Argumentation dazu findet sich in vielen meiner Blogartikel, besonders denen zum Terrorismus.
Was hilft gegen Terrorismus?

Mehr dazu aktuell in Publik Forum: J.M. Becker vom Zentrum für Konfliktforschung Marburg, S.18-19

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Weshalb will Zuckerberg bis zum Ende seines Lebens 99% seines Vermögens stiften?

Meine Vermutung:

1. Weil er dem Staat keine 40% Erbschaftssteuer gönnt, sondern die Macht und die Reputation, die das Geld gibt,  vererben will.

2. Weil er an die langfristige Reputation für sich selbst denkt, die mit einer solchen Stiftung verbunden ist.

Dazu der Professor für Elite- und Organisationssoziologie Michael Hartmann:

"Wenn Sie heute den Namen Carnegie hören, dann denken Sie an die Carnegie Foundation und die Carnegie Hall. Carnegie, der neben Rockefeller als reichster Mann seiner Zeit galt, hat damals 350 Millionen Dollar, nach heutigen Maßstäben knapp fünf Milliarden Dollar gespendet. Woran sich niemand mehr erinnert: Er war einer dieser Superreichen, der Ende des 19. Jahrhunderts mit äußerster Brutalität vorgegangen ist: Carnegie war dafür bekannt*, dass er Polizei, Detektive und Militär massiv gegen streikende Arbeiter hat vorgehen lassen. Bei einem dieser Streiks hat es so viele Tote gegeben, dass es für die damalige Zeit selbst in den USA ungewöhnlich war. Aber er wollte als Wohltäter in Erinnerung zu bleiben. Das hat auch ganz wunderbar funktioniert. Und Zuckerberg ist ja nun auch alles andere als unumstritten." (FR 2.12.15)

Andere beurteilen den Vorgang noch schärfer. So verweisen die Nachdenkseiten ehemaligen Mozilla-Chefentwickler Jamie Zawinski.

"In seinem Blog schreibt er, unter der Überschrift „Zuckerberg hat nichts gespendet, ihr leichtgläubigen Idioten“:
„Wenn ein Multimilliardär per Pressemitteilung verkündet, dass er irgendwann einmal alles – außer ungefähr einer Milliarde – an eine ‚gemeinnützige Stiftung‘ überweist, die zudem vollständig unter seiner Kontrolle steht, dann ist das keine Spende, sondern bloß eine Geldverschiebung von einem Bankkonto auf ein anderes. Und nicht einmal das: Er kündigt nur an, dass er gerade im Begriff sei, sich darauf vorzubereiten, dies eines Tages zu tun. […] Dies ist bloß die übliche Manier, in der Milliardäre Geld waschen. Es kauft ihnen gute Presse und gibt ihnen die tolle Gelegenheit, untergeordneten Spezis millionenschwere Managementgehälter und Aufsichtsratsposten zuzuschanzen. Spart Euch Euren Applaus, bis er wirklich eine Entsalzungsanlage gebaut hat, statt eine der treibenden Kräfte der staatlich-privatwirtschaftlichen Überwachungspartnerschaft zu bleiben.“
Übersetzung aus dem Englischen: Florian Cramer
und fahren fort: 

"Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Oder doch? Mark Zuckerbergs Vermögensverwaltungspläne sind vor allem in Kombination mit seiner auf die Tränendrüsen drückenden Rhetorik vor allem eins: zynisch. Zuckerberg will eine bessere Welt. Eine Welt, in der alle die gleichen Chancen haben und Krankheiten sowie Armut der Kampf angesagt wird. Wollen wir das nicht alle? Kindergärten, Schulen und Universitäten, in denen auch Kinder, deren Eltern nicht zu den Silicon-Valley-Milliardären gehören, eine gute Ausbildung bekommen, kosten bekanntlich Geld. Geld, das der Staat in die Hand nehmen sollte. Und auch der Kampf gegen Krankheiten und Armut auf der Welt wird auch und vor allem durch gemeinnützige Organisationen finanziert, die ihrerseits vor allem durch staatliche Mittel refinanziert werden. Sehr viel Geld. Geld, dass der Staat ausgibt und über das Steuersystem einnimmt. Wenn Zuckerbergs Pläne neben der reinen PR noch ein anderen Zweck haben, dann ist es der der Steuervermeidung. [...]"

* Die deutsche Wikipedia sieht es anders als Hartmann:
"1889 zog sich Carnegie aus dem operativen Geschäft zurück und überließ die Führung seinem Geschäftspartner Henry Clay Frick. Zu dieser Zeit bestand die Firma aus mehreren Stahlwerken und Hochöfen im Raum Pittsburgh. Frick fasste 1892 alle Geschäftsteile in derCarnegie Steel Company zusammen. Das Unternehmen war zu dieser Zeit das größte Stahlunternehmen der Welt. Um die Gewinne zu erhöhen, senkte Frick die Löhne der Arbeiter. Daraufhin bestreikten die Arbeiter, angeführt durch die Gewerkschaft Amalgamated Iron and Steel Workers Union, das Werk in Homestead. Während Carnegie sich in Schottland aufhielt, eskalierte der Konflikt, als Frick 300 Streikbrecher in das Werk bringen ließ. In dem bewaffneten Kampf starben zehn Menschen und 60 weitere wurden verletzt, bis der Gouverneur das Kriegsrecht über Homestead verhängte. Carnegie war erbost über Frick, da dieser Carnegies Anweisung, keine Streikbrecher einzusetzen, missachtete. Öffentlich kritisierte Carnegie Frick aber nicht und musste so persönlich die Verantwortung für die Vorfälle übernehmen."

Die englische Wikipedia sieht es ähnlich, aber ein wenig anders als die deutsche. Danach ging es ihm bei seiner Stiftung darum, seinen nachhaltig beschädigten Ruf zu verbessern (unabhängig davon, ob die Beschädigung gerechtfertigt war oder nicht).

Tafel (nicht Schultafel) und OER. Worin bestehen Gemeinsamkeiten?

Auf dem Blog Lernspielwiese finde ich ein Video zu folgender Aufgabenstellung:
Finde Parallele/Analogie zwischen Tafel, Bildung und OER

Meinen dortigen Kommentar halte ich zur leichteren Auffindbarkeit (für mich) hier fest:

Die Parallele Tafel - OER wurde, so weit ich das verfolgt habe, sehr oberflächlich im Bereich kostenlos gesehen.
Ich sehe bei Tafeln und MOOCs durchaus die Institutionen, die einen Imagegewinn erzielen wollen. Bei der Wikipedia wäre es freilich nur eine Person Jimmy Wales, der in der Tat vorher aufgrund der Bereiche, in denen er eld verdient hatte, eine sehr viel schlechtere Reputation hatte.
OER im pädagogischen Bereich scheint mir dagegen ganz eindeutig eine Graswurzelbewegung. Jetzt, wo sie an Popularität gewonnen hat, könnte die Gefahr bestehen, dass Verlage und Bertelsmannstiftung diese kostenlose Arbeit kapern, um für ihre eigene Institution Reputationsgewinn zu erzielen.

Davor könnte man die im OER-Bereich Arbeitenden warnen. Versuche der Art hat es in vergangenen Jahren in der Tat immer wieder gegeben.

Anjas Argument, es sei unangemessen, Leute zu Aktivität aufzufordern, die sich einfach "vor die Kiste legen" und konsumieren wollen, mag für MOOCs gelten, obwohl das mit dem Konsumieren bei anspruchsvollen Themen schwer fallen dürfte. Weshalb aber ein Pädagoge, der permanent daran arbeitet, andere beim Lernen zu unterstützen, in seiner Tendenz, "sich  vor die Kiste zu legen" nicht gestört werden sollte, sehe ich nicht.
Man müsste denn das Arbeiten mit Lehrbüchern als "sich  vor die Kiste zu legen" interpretieren. Das wäre m.E. aber grotesk. Denn hier geht es um Arbeitsökonomie, nicht um Konsumentenverhalten.
Meine Frage an Anja, die eine Parallele von Tafel und OER entdeckt haben glaubt, ist: Wer hat aus der OER-Szene einen gesellschaftlichen Reputationsgewinn gezogen, der sich nicht allein auf die Szene, in der er arbeitet, beschränkt?

Anja Wagner hat auf meine Frage einen Beitrag geschrieben, dem ich weitgehend zustimmen kann. Auf meine Frage hat sie freilich noch nicht geantwortet.
Einerseits habe ich ihre Überlegungen aufgegriffen, andererseits scheint mir meine Frage weiterhin wichtig.
Weshalb gehen der OER-Bewegung so viele Beiträge verloren? Nicht weil die deutschen Pädagogen "sich  vor die Kiste legen", sondern weil es viele andere Gründe gibt, weshalb das Teilen von Arbeitsergebnissen mit Kollegen und anderen Interessierten engagierten Pädagogen nicht sinnvoll erscheint. 
Ein Artikel, den ich ins ZUM-Wiki gestellt habe, stammt nicht von mir. Inzwischen ist er 27.996 mal aufgerufen worden. Der Verfasser meinte, er sei nur ganz normale Stundenvorbereitung und keinesfalls veröffentlichungsreif. Dasselbe meinte er über einen anderen, der nur etwas über 24.000 mal aufgerufen worden ist. 
Ich bin sicher, es gibt Zigtausende von Unterrichtsvorbereitungen, die - ins Netz gestellt - noch ein weit größeres Interesse fänden und wichtige Hilfen für den Unterricht (und für Eigenarbeit von Schülern) wären. Und das, ohne dass sie eine Konkurrenz für Pädagogen darstellen würden, die für Verlage arbeiten und von ihnen bezahlt werden.