Dienstag, 31. Mai 2016

6-Stunden-Arbeitstag

Untersuchungen in Göteborg (mit weiterführenden Links)

Stamm: Agnes

Peter Stamm
"Kennzeichnend ist seine distanzierte Erzählweise und sein einfacher Stil, der aus kurzen Hauptsätzen besteht und beinahe vollständig ohne schmückende Adjektive, Metaphern oder Vergleiche auskommt. Stamm beschreibt selbst, dass sein Stil stark auf einer wiederholten Reduktion des Geschriebenen basiert. Je mehr die Sprache in den Hintergrund trete, umso realer würden die gezeichneten Bilder.
Stamm schreibt nach eigenen Worten „über Menschen und über Beziehungen zwischen Menschen“. Wiederkehrende Themen seien die mannigfaltigen Möglichkeiten von Liebesbeziehungen, die Unmöglichkeit der Liebe, Distanz und Nähe sowie das Verhältnis von Bild und Wirklichkeit. Dabei stehe in seinem Werk nicht der Inhalt im Mittelpunkt, sondern die Art, wie etwas erzählt werde. Deswegen wähle er keine originellen Inhalte, die von der Qualität des Textes ablenkten." (Wikipedia)

Roman
"Mit den Sätzen „Agnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet.“ beginnt der Roman. E behauptet also, dass A tot sei und dass für ihren Tod eine (metadiegetische) Geschichte verantwortlich sei, deren Handlung vor neun Monaten in der öffentlichen Bibliothek von Chicago einsetzt, wo er A kennenlernt. E blickt in der Erzählergegenwart derintradiegetischen Geschichte aus dem Fenster in die winterliche Nacht von Chicago. Dann sieht er sich ein Video an, das im Oktober bei einem gemeinsamen Ausflug am Columbus Day in einem Nationalpark von A gedreht worden ist. Er merkt an, dass A den Videoverkäufer im Haus nicht leiden konnte und sich an E klammerte." (Wikipedia)

Film
"Wer sich an die Verfilmung eines Stamm-Romans macht, weiß, was er tut und welchen Gefahren er sich aussetzt: Es gibt durchaus ein Pathos des Schweigens und ein Dröhnen der unausgesprochenen Bedeutungsschwere. Regisseur Johannes Schmid hat alles getan, um solche Augenblicke zu vermeiden, ganz frei von Raunen ist sein Werk dann aber doch nicht. Aber meistens. Und das ist schon viel. Das ist vor allem das Verdienst von Odine John. Sie ist Agnes. Sie ist blass, sie ist schön, manchmal scheint sie zu schweben, manchmal (das sind die peinsamen Augenblicke) starrt sie gedankenschwer vor sich hin und will uns damit irgendwas sagen, manchmal kann sie wütend werden. " (ZEIT online 31.5.16)

Rezensionen
"Seine Sprache ist eher schlicht, gradlinig und solid.
Das wirkliche Talent dieses Debütanten verrät sich anderswo: in der strengen Tektonik seines Romans. Da spielt er seine erzählerischen Kunstgriffe aus, die er souverän beherrscht, führt virtuos vor, was so viele andere Autoren vermissen lassen: den durchdachten Aufbau eines Romankörpers. Den Willen zur Form. Das ist es, was einen an diesem Roman hängen lässt, noch lange, nachdem man ihn fertig gelesen hat. Peter Stamm baut doppelte Böden ein, öffnet, wo man es am wenigsten erwartet, geheime Tapetentüren,..."

Montag, 30. Mai 2016

Das Schicksal jüdischer deutscher Mathematiker

TRANSCENDING TRADITION: Jewish Mathematicians in German-Speaking Academic Culture (Ausstellung)




"[...] "Transcending Tradition" stellt das Leben und Werk von jüdischen Mathematikern in Deutschland wie Richard von Mises, Max Dehn, Emmy Noether, Richard Courant, Otto Blumenthal, Felix Hausdorff, und John von Neumann vor. [...]"

Buch 

Karriere-Drang macht Lehrer zu Rampensäuen

"Um als Lehrer befördert zu werden, reicht guter Unterricht nicht mehr aus. Die Pädagogen müssen eine Show bieten, die Schüler, Eltern und den Direktor beeindruckt. Nicht jedem passt dieser Trend."
(von Thomas VitzthumWelt online 30.5.16)

Unterricht für Flüchtlinge

Hauptschulblues berichtet, weshalb er sich als Pensionär dafür entschieden hat.

Mehr von Hauptschulblues:

Sonntag, 29. Mai 2016

Macht des Herrschers und Mitwirkungsrechte der Bürger im Widerspiel

Im frühen Mittelalter hatten die Bauern nur ihren Grundherren zu fürchten, der König war weit weg, und sie wünschten ihn eher herbei, um vor ihren Unterdrückern geschützt zu werden.
Im Zeitalter des Absolutismus tat der König alles, um die Macht des Adels einzuschränken. Die Bauern hatten nur indirekt mit ihm zu tun, weil er Steuern für sein stehendes Heer brauchte.

Doch nachdem der Adel seine Selbständigkeit verloren hatte und seine Freiheit fast nur noch als Steuerfreiheit genoss, merkten die Bürger, dass die königliche Verwaltung vom Bündnispartner gegen übermächtigen Adel zum machtvollen Mittel ihrer Unterwerfung unter den Willen des Herrschers wurde.

Dass trotz der Verbesserung der Zentralverwaltung und der Möglichkeiten, die Untertanen zu überwachen, die Macht des Herrschers nicht ins Unbegrenzte stieg, lag daran, dass auch der Wille zum gemeinsamen Widerstand zunahm.
Seit der Französischen Revolution ist zu beobachten, dass auf eine Phase der Zunahme der Macht der Zentrale immer wieder eine Phase der Einschränkung der Machtvollkommenheit folgte.
Widerstandsrecht und Menschenrechte lassen sich so als Notwehrreaktion auf den Absolutismus verstehen. (Freiheitskampf der Niederlande gegen Philipp II., englische Revolution gegen Karl II., Französische Revolution gegen Ludwig XVI., der für die Machtüberdehnung des Sonnenkönigs die Rechnung zahlte.)

Kompetenz und Kompetenzentwicklung

Interview mit John Erpenbeck


Samstag, 28. Mai 2016

Einige Gedichte (SeniorenTreff)

    übernommen von SeniorenTreff 

    Ich fürchte mich so sehr vor Menschen Wort.
    Sie sprechen alles so deutlich aus:
    Und dies heißt Hund und jenes heißt Haus,
    und hier ist Beginn und das Ende dort.

    Mich bangt auch ihr Sinn, Ihr Spiel und ihr Spott,
    sie wissen alles was wird und was war;
    Kein Berg mehr ist ihnen wunderbar;
    Ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

    Ich will immer warnen und wehren:
    Bleibt fern.
    Die Dinge singen hör ich doch so gern.

    Ihr rührt sie an:
    Sie sind starr und stumm.
    Ihr bringt mir alle Dinge um.

    Von R.M.Rilke

    In ihrer Schönheit wandelt sie...

    In ihrer Schönheit wandelt sie
    Wie wolkenlose Sternennacht;
    Vermählt auf ihrem Antlitz sieh
    Des Dunkels Reiz, des Lichtes Pracht:
    Der Dämmrung zarte Harmonie,
    Die hinstirbt, wenn der Tag erwacht.

    Kein Licht zuviel, kein Schatten fehlt -
    Sonst wär's die tiefe Anmut nicht,
    Die jede Rabenlocke strählt
    Und sanft verklärt ihr Angesicht,
    Wo hold und hell die Seel erzählt
    Von lieben Träumen, rein und licht.

    O diese Wang, o diese Braun,
    Wie sanft, wie still, und doch beredt,
    Was wir in ihrem Lächeln schaun!
    Ein frommes Wirken früh und spät,
    Ein Herz voll Frieden und Vertraun,
    Und Lieb, unschuldig wie Gebet.

    George G. Byron




    Georg Trakl: 


    Menschliche Trauer

    Die Uhr, die vor der Sonne fünfe schlägt,
    Einsame Menschen packt ein dunkles Grausen.
    Im Abendgarten morsche Bäume sausen;
    Des Toten Antlitz sich am Fenster regt.

    Vielleicht daß diese Stunde stillesteht;
    Vor trüben Augen nächtliche Bilder gaukeln.
    Im Takt der Schiffe, die am Flusse schaukeln,
    Am Kai ein Schwesternzug vorüberweht.

    Es scheint, man hört der Fledermäuse Schrei
    Im Garten einen Sarg zusammenzimmern.
    Gebeine durch verfallne Mauern schimmern;
    Und schwärzlich schwankt ein Irrer dort vorbei.

    Ein blauer Strahl im Herbstgewölk erfriert,
    Die Liebenden im Schlafe sich umschlingen.
    Gelehnet an der Engel Sternenschwinge,
    Des Edlen bleiche Schläfe Lorbeer ziert.






    Christian Friedrich Hebbel

    Das Haus am Meer 

    Hart an des Meeres Strande
    baut man ein festes Haus;
    als sollt' es ewig dauern,
    so heben die trotz'gen Mauern
    sich in das Land hinaus.

    Mächtige Hammerschläge
    erdröhnen schwer und voll;
    die Sägen knarren und zischen,
    verworren hört man dazwischen
    der Wogen dumpf Geroll.

    Durch das Gebälke klettert
    ein rüst'ger Zimmermann;
    der Wind, der sich erhoben,
    zerreißt mit seinem Toben
    das Lied, das er begann.

    Ich bin hineingetreten;
    daß solch ein Werk gedeiht;
    das ist an Gott gelegen;
    zu beten um seinen Segen,
    nehm' ich mir gern die Zeit.

    Die Fenster gehen alle
    hinaus auf die wilde See;
    noch sind sie nicht verschlossen,
    eine Möwe kommt geschossen
    durch das, an dem ich steh'.

    Hier will der Bewohner schlafen;
    schon wird in dem luft'gen Raum
    die Bettstatt aufgeschlagen;
    da ahn' ich mit stillem Behagen
    voraus gar manchen Traum.

    Doch wende ich mein Auge,
    fällt's auf gar manches Riff,
    ich sehe des Meeres Tosen,
    drüben im Grenzenlosen
    durchbricht den Nebel ein Schiff.

    Wer ist's denn, der am Strande,
    am öden, sein Haus sich baut?
    "Ein Schiffer; seit vielen Jahren
    hat er das Meer befahren,
    nun ist's ihm lieb und vertraut.

    'Dies ist die letzte Reise,
    ich fühl' mich alt und müd',
    daß ich mein Nest dann finde,
    hobelt und hämmert geschwinde!'
    So sprach er, als er schied.

    Jetzt kann er stündlich kehren,
    er ist schon lange fort,
    drum müssen wir alle eilen!"
    Des schwellenden Sturmwinds Heulen
    verschlingt des Zimm'rers Wort.

    Die Wolken ballen sich dräuend,
    riesige Wogen erstehn,
    aufgerüttelt von Stürmen,
    schrecklich, wenn sie sich türmen,
    schrecklicher, wenn sie zergehn.

    Das Schiff dort, kraftlos ringend,
    ihr Spiel jetzt, bald ihr Raub,
    muß gegen die Felsen prallen,
    schon hör' ich den Notschuß fallen,
    was hilft es? Gott ist taub.

    Ich fürchte, das ist der Schiffer,
    dem man dies Bett bestellt,
    der Zimm'rer mit dem Hammer
    befestigt die letzte Klammer,
    während das Schiff zerschellt.



  • Der Tod und das Mädchen

    Das Mädchen
    Vorüber! Ach, vorüber!
    Geh wilder Knochenmann!
    Ich bin noch jung, geh Lieber!
    Und rühre mich nicht an.

    Der Tod
    Gib deine Hand, du schön und zart Gebild!
    Bin Freund, und komme nicht, zu strafen.
    Sei gutes Muts! ich bin nicht wild,
    Sollst sanft in meinen Armen schlafen!

    Matthias Claudius 
     




  • Gang im Schnee


    Nun rieseln weiße Flocken unsre Schritte ein.
    Der Weidenstrich läßt fröstelnd letzte Farbe sinken,
    Das Dunkel steigt vom Fluß, um den versprengte Lichter blinken,
    Mit Schnee und bleicher Stille weht die Nacht herein.

    Nun ist im samtnen Teppichen das Land verhüllt
    Und unsre Worte tasten auf und schwanken nieder
    Wie junge Vögel mit verängstetem Gefieder-
    Die Ebene ist grenzenlos mit Dämmerung erfüllt.

    Um graue Wolkenbündel blüht ein schwacher Schein.
    Er leuchtet unserm Pfad in nachtverhängte Weite,
    Dein Schritt ist wie ein fremder Traum an meiner Seite-
    Nun rieseln weiße Flocken unsre Sehnsucht ein.

    Ernst Stadler 



  • Altern lernen

    wie Kisuaheli oder Suoskrat

    Eigenschaftswörter zuerst
    weiß für die Haare
    welk für die Haut
    kalt für Blicke und Lippen
    bitter hart allein

    Dann die Wörter fürs Tun
    vergeben vergessen dulden sich beugen
    zurück
    blicken gehen denken sehnen
    zurück
    lehnen auch

    Hauptwörter zuletzt
    allen voran: die Geduld
    Der Verlust. Der Abschied. Die Trauer.
    Demut.
    Altern lernen
    wie Muttersprache
    das ABC des Verlernens.

    (Ulla Hahn...aus 'so offen die Welt')
    A

    An meine Rose 

    Frohlocke, schöne junge Rose,
    Dein Bild wird nicht verschwinden,
    Wenn auch die Glut, die dauerlose,
    Verweht in Abendwinden.

    So süßer Duft, so helle Flamme
    Kann nicht für irdisch gelten;
    Du prangst am stolzen Rosenstamme,
    Verpflanzt aus andern Welten;

    Aus Büschen, wo die Götter gerne
    Sich in die Schatten senken,
    Wenn sie in heilig stiller Ferne
    Der Menschen Glück bedenken.

    Darum mich ein Hinübersehnen
    Stets inniger umschmieget,
    Je länger sich in meinen Tränen
    Dein holdes Antlitz wieget.

    O weilten wir in jenen Lüften,
    Wo keine Schranke wehrte,
    Daß ich mit deinen Zauberdüften
    Die Ewigkeiten nährte! –

    Hier nahn die Augenblicke, – schwinden
    An dir vorüber immer,
    Ein jeder eilt, dich noch zu finden
    In deinem Jugendschimmer;

    Und ich, wie sie, muß immer eilen
    Mit allem meinem Lieben
    An dir vorbei, darf nie verweilen,
    Von Stürmen fortgetrieben.

    Doch hat, du holde Wunderblume,
    Mein Herz voll süßen Bebens
    Dich mir gemalt zum Eigentume
    Ins Tiefste meines Lebens,

    Wohin der Tod, der Ruhebringer,
    Sich scheuen wird zu greifen,
    Wenn endlich seine sanften Finger
    Mein Welkes niederstreifen

    Nikolaus Lenau



    Nachts 

    Ich bin erwacht in weißer Nacht,
    Der weiße Mond, der weiße Schnee,
    Und habe sacht an dich gedacht,
    Du Höllenkind, du Himmelsfee.
    In welchem Traum, in welchem Raum,
    Schwebst du wohl jetzt, du Herzliche,
    Und führst im Zaum am Erdensaum
    Die Seele, ach, die schmerzliche -?
    Die Seele, ach, die schmerzliche -?

    Klabund 

    Wie ist die deutsche Welt in Neuigkeit ersoffen 

    Wie ist die deutsche Welt in Neuigkeit ersoffen! 
    Man deckt und kleidet sich, man schreibet, singt und spricht, 
    Man reiset, schläft und ißt, man reitet, tanzt und ficht 
    Nach neu erwählter Art. Wer Glück und Gunst will hoffen, 
    Muß sich in allem Tun der Neuigkeit bequemen. 
    Sonst wird ihn Überwitz mit Hohn und Spott beschämen. 

    Es bleibet nicht dabei: Man ändert auch die Sitten, 
    Der Kittel alter Treu und deutscher Redlichkeit 
    Ist unsrer Moderwelt ein viel zu schlechtes Kleid, 
    Die junge Neuigkeit will überall gebieten. 
    Was Wunder, wenn nun auch in manchem deutschen Lande 
    Der neue vor will gehen dem alten Adelstande! 

    Das Alter wird veracht, das doch so viel’ begehren: 
    Doch will ich lieber alt- als junggeboren sein. 
    Mit Aufgeld tauschet man die alten Münzen ein; 
    Die Firnewein gilt mehr, als der noch soll verjähren. 
    Man sieht die Aloe nach hundert Jahren blühen, 
    Der jungen Tulpe Pracht in kurzer Zeit entfliehen. 

    (Hans Assmann von Abschatz 1646-1699) 


    Dämmerung 

    Von schwankenden Halmen gleiten 
    Die Lichter der Monde aufs Land; 
    Die Masten tönen, die Saiten, 
    Gespielt von nicht sichtbarer Hand; 

    Bernsteinerne Zifferblätter 
    Hoch droben die Flamme erhellt, 
    Auf dürsternde Fliesen, auf Steige, 
    Die Stille begütigend fällt. 

    Im Netz, im schwanken, im schweren, 
    So still ward das neblige Grün, 
    Und lächelnd küßt die Hetären 
    Der Abend und läßt sie ziehn. 

    Die weichen Töne, die warmen 
    Des Klavierchords - der Abend verblich... 
    O Dämmer, du Welt voll Erbarmen, 
    Erfülle und tröste mich. 


    Waleri Brjussow (1873 - 1924) 



    Nimm dich an.
    Sei du die, die du bist.
    Sei du der, der du bist.
    Erst dann fängst du an, zu werden,
    was du sein möchtest.

    Versteh deine Schwächen,
    erst dann kannst du mit ihnen arbeiten
    und sie zu Stärken verwandeln.

    Setze deine Stärken so ein,
    dass du noch zerbrechlich bleibst,
    und niemand unnötig abschreckst.

    Achte auf deine Unsicherheiten,
    sie öffnen dir Wege ins neue Land.

    (Ulrich Schaffer

    Breite und Tiefe 

    Es glänzen Viele in der Welt, 
    Sie wissen von Allem zu sagen, 
    Und wo was reizet und wo was gefällt, 
    Man kann es bei ihnen erfragen; 
    Man dächte, hört man sie reden laut, 
    Sie hätten wirklich erobert die Braut. 

    Doch gehn sie aus der Welt ganz still, 
    Ihr Leben war verloren. 
    denn wer etwas Treffliches leisten will, 
    Hätt' gern was Großes geboren, 
    Drum sammle still und unerschlafft 
    Im kleinsten Punkte die höchste Kraft. 

    Der Stamm erhebt sich in die Luft 
    Mit üppig prangenden Zweigen; 
    Die Blätter glänzen und hauchen Duft, 
    Doch können sie Früchte nicht zeugen; 
    Der Kern allein im schmalsten Raum 
    Verbirgt den Stolz des Waldes, den Baum. 

    (Friedrich Schiller) 


    Der Sturm 

    Im Windbrand steht die Welt. Die Städte knistern.
    Halloh, der Sturm, der große Sturm ist da.
    Ein kleines Mädchen fliegt von den Geschwistern.
    Ein junges Auto flieht nach Ithaka.
    Ein Weg hat seine Richtung ganz verloren.
    Die Sterne sind dem Himmel ausgekratzt.
    Ein Irrenhäusler wird zu früh geboren.
    In San Franzisko ist der Mond geplatzt.

    Alfred Lichtenstein

    mehr Gedichte bei Seniorentreff
     

kurz festgehalten

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/norbert-hofer-donald-trump-und-ueberwachung-sascha-lobo-kolumne-a-1094061.html

http://www.kreidefressen.de/2016/05/26/blogparade-bloss-kein-stress-persoenliche-strategien/

http://www.huffingtonpost.de/gert-egle/wenig-ahnung-keine-lust-und-keine-zeit-warum-noch-immer-viele-lehrkrafte-so-gar-nicht-20-sind_b_9103242.html?utm_content=bufferf5f71&utm_medium=social&utm_source=twitter.com&utm_campaign=buffer


Geräusche deiner Kindheit?

"Was waren die Geräusche deiner Kindheit?" Wir saßen zu viert um die Erdbeeren herum, zwei Argentinier und zwei Deutsche, und alle begannen, nicht nur von Tönen, sondern schnell auch von den Erlebnissen unserer Kindheit zu erzählen. Die Geräusche erwiesen sich als eigenständige Chronisten früherer Lebenswelten: anhand der unterschiedlichsten Klänge oder Töne erzählten wir von den Gegenden, in denen wir aufgewachsen waren, den Städten oder der Natur, die uns geprägt hatten, den Menschen, die wir geliebt oder gefürchtet hatten, aber auch den politischen Krisen und Verwerfungen, die sich verdichtet hatten in Geräuschen, die bis heute Angst und Schrecken auslösen. (SZ 28.5.16)

YES! Young Economic Summit

Die besten Ideen vom Treffen 2015


Pfand- und Recyclingsystem für Plastiktüten (Gymnasium Wellingdorf Deutschland)

Donnerstag, 26. Mai 2016

Ein fragwürdiges Vetorecht

"An der Uni Mainz kann die Boehringer-Stiftung die Ausstattung von Professuren beeinflussen. Der Deutsche Hochschulverband kritisiert das als nicht akzeptabel." (FAZ 26.5.16)

Dienstag, 24. Mai 2016

Knapp die Hälfte aller US-Bürger könnten im Notfall keine 400$ aufbringen

"According to Johnson, economists have long theorized that people smooth their consumption over their lifetime, offsetting bad years with good ones—borrowing in the bad, saving in the good. But recent research indicates that when people get some money—a bonus, a tax refund, a small inheritance—they are, in fact, more likely to spend it than to save it. “It could be,” Johnson says, “that people don’t have the money” to save. Many of us, it turns out, are living in a more or less continual state of financial peril. So if you really want to know why there is such deep economic discontent in America today, even when many indicators say the country is heading in the right direction, ask a member of that 47 percent. Ask me." (The Secret Shame of Middle-Class Americans, Mai 2016)

Donnerstag, 19. Mai 2016

Ein Publikationsangebot: Impact free

Mit einen Publikationsangebot für akademische Texte macht Gabi Reimann einen neuen Text zu FORSCHUNGSORIENTIERUNGIN DER AKADEMISCHEN LEHRE bekannt.

Die Literaturliste geht in der Tat über das bei Blogbeiträgen Übliche hinaus:

Literatur
Aebli, H. (1983). Zwölf Grundformen des Lehrens. Eine Allgemeine Didaktik auf psychologischer Grundlage. Stuttgart: Klett-Cotta. Biggs, J. (2006). Teaching for quality learning at university. Trowbridge: The Cronwell Press.
Brinkmann, M. (2012). Pädagogische Übung. Praxis und Theorie einer elementaren Lernform. Paderborn: Schöningh. Bundesassistentenkonferenz (BAK) (2009/1970). Forschendes Lernen – Wissenschaftliches Prüfen. Bielefeld: Webler. Healey, M. (2005). Linking research and teaching: exploring disciplinary spaces and the role of inquiry-based learning. In R. Barnett (Ed), Reshaping the university: New relationships between research, scholarship and teaching (pp. 67-78). McGraw Hill: Open University Press. Hoyningen-Huene, P. (2011). Was ist Wissenschaft? In C.F. Gethmann (Hrsg.), Lebenswelt und Wissenschaft. Deutsches Jahrbuch Philosophie 2 (S. 557- 565). Hamburg: Meiner. Hoyningen-Huene, P. (2013). Systematicity: The nature of science. New York: Oxford University Press. Huber, L. (2014). Forschungsbasiertes, Forschungsorientiertes, Forschendes Lernen: Alles dasselbe? Hochschulforschung, 1+2, 22-29. Levy, P. & Petrulis, R. (2012). How do fírst year university students experience inquiry and research, and what are the implications for the practice of inquirybased learning? Studies of Higher Education, 37 (1), 85-101. Moldaschl, M. (2010). Reflexiver Theoriegebrauch – die Brillenmethodik. Zur Methodologie wissenschaftlichen Denkens. Universität Chemnitz. URL: http://www.econstor.eu/bitstream/10419/55374/1/684998998.pdf Pedaste, M. Mäeots, M., Siiman, L.A., de Jong ,T., van Riesen, S.A.N., Kamp, E.T., Manoli, C.C., Zacharia, Z.C. & Tsourlidaki, E. (2015). Phases of inquiry-based learning: Definitions and the inquiry cycle. Educational Research Review, 14, 47–61. Poser, H. (2001). Wissenschaftstheorie. Eine philosophische Einführung. Stuttgart: Reclam. Prange. K. (2005). Die Zeigestruktur der Erziehung. Grundriss der operativen Pädagogik. Paderborn: Ferdinand Schöningh. Reinmann, G. (2013). Interdisziplinäre Vermittlungswissenschaft: Versuch einer Entwicklung aus der Perspektive der Didaktik. Forschungsauftakt. Erwägen – Wissen – Ethik, 23 (2012) 3, 232-340. Reinmann, G. (2015). Studientext Didaktisches Design. Universität Hamburg. URL: http://gabi-reinmann.de/wp-content/uploads/2013/05/Studientext_DD_Sept2015.pdf Reinmann, G. (in Druck). Gestaltung akademischer Lehre: Anforderungen an eine Hochschuldidaktik als Allgemeine Didaktik. Jahrbuch Allgemeine Didaktik 2016. Hohengehren: Schneider. Rhein, R. (2015). Hochschulisches Lernen – eine analytische Perspektive. Zeitschrift für Weiterbildungsforschung, 38 (3), 347-363. Ruess, J., Gess, C. & Deicke, W. (2016). Forschendes Lernen und forschungsbezogene Lehre – empirisch gestützte Systematisierung des Forschungsbezugs hochschulischer Lehre. Zeitschrift für Hochschulentwicklung, 11 (2), 23-44. Scholkmann, A. (2016). Forschend-entdeckendes Lernen: (Wieder-)Entdeckung eines didaktischen Prinzips. In B. Berendt, A. Fleischmann, N. Schaper, B. Szczyrba & J. Wildt (Hrsg.), Neues Handbuch Hochschullehre (A 3.17, S. 1-36). Berlin: DUZ Verlags- und Medienhaus. Sesink, W. (2014). Überlegungen zur Pädagogik als einer einräumenden Praxis. In K. Rummler (Hrsg.), Lernräume gestalten – Bildungskontexte vielfältig denken (S. 29-43). Münster: Waxmann

Dienstag, 17. Mai 2016

Ukrainischer ESC Sieg wird zum Politikum

http://www.eurotopics.net/de/159168/ukrainischer-esc-sieg-wird-zum-politikum

Wenn Eltern Lehrer verklagen

"Eltern haben viel größere Angst als früher, dass ihrem Kind ohne Abitur die Zukunft verbaut ist. In Bayern sind sie völlig vom Urteil des Lehrers abhängig, weil er über die Empfehlung fürs Gymnasium entscheidet. Wir fordern deshalb: Die Eltern sollten selbst entscheiden." (Aussage eines Juristen in Schulspiegel 16.5.16; Hervorhebung von mir)

Natürlich verschiebt das nur das Problem. Aber es verringert den Druck auf Eltern und die Grundschulkinder.
Dass unser System ungerecht bleibt, wird durch die Möglichkeit gut situierter Eltern, ihre Rechtsanwälte auf formalen Fehlern herumreiten zu lassen, nicht verringert. 
Manches Lehrerleben und Schülerleben ist dadurch zur Qual geworden, dass sich unfähige Lehrer Posten juristisch erstritten haben. 
Bei Grundschülern ist es weit wahrscheinlicher, dass auch ein sehr gut begründetes Lehrerurteil sich nach acht oder neun Jahren als falsch herausstellt. Und in den Zeiten der Inklusion steht Eltern auch im Fall weit unterdurchschnittlicher Voraussetzungen das Recht zu, einen Zugang ans Gymnasium zu fordern. 

Samstag, 14. Mai 2016

Kompetenzorientiertes Prüfen

Tagung zu kompetenzorientiertem Prüfen

"Die gemeinsame internationale Tagung e-Prüfungs-Symposium (ePS) 2016 und „Teaching is Touching the Future“ findet unter der Schirmherrschaft der nordrhein-westfälischen Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung, Svenja Schulze am 29. und 30. September 2016 in Aachen statt."

Da ist sehr viel gesunde Skepsis gefordert.

"Beiträge für den Call for Papers können bis zum 6. Juni 2016 eingereicht werden."

Donnerstag, 12. Mai 2016

Lernen im Alter

Als 86-Jähriger an der Uni: "Auf dem Grabstein soll stehen: Er hat bis zuletzt gelernt"
"Auch die meisten Dozenten kennen ihn längst - und wissen, dass er anders ist als die typischen Seniorenstudenten, die sonst in ihren Seminaren sitzen."

Solang er Zeit und Energie von Professoren und Mitstudenten nicht strapaziert, sehr recht.
Sonst sind MOOCs und Barcamps auch nicht schlecht.
Lernen durch Lehren darf man auch mit 86, nur muss man sich vor dem Belehrenwollen hüten.
Was für ihn gilt?
Ich hoffe, als Wikipedialeser hilft er auch mit, die Wikipedia zu verbessern, wenn er da etwas Verbesserungswürdiges entdeckt. Nur edit-wars sollte er sich sparen.

Wenn man irgend etwas lernen will, was wäre am sinnvollsten zu lernen?

Die Frage nach Bildung einmal grundsätzlich anders gestellt und die Antworten darauf.

Sakia Sassen

https://de.wikipedia.org/wiki/Saskia_Sassen

http://www.saskiasassen.com/PDFs/publications/Regulating-Immigration-in-a-Global-Age.pdf

http://www.saskiasassen.com/PDFs/publications/Europes-Migrations.pdf

https://www.youtube.com/watch?v=PXB2tsiKR_E

http://www.plattform-migration.at/index.php?id=250

Mittwoch, 11. Mai 2016

Recht

"Die Gerechtigkeit ist die zweite große Aufgabe des Rechts, die erste aber ist die Rechtssicherheit, der Friede." (Gustav Radbruch)

Montag, 9. Mai 2016

Galloromanen

Als wichtiges Bindeglied bei der Vermittlung römischer Kultur und des Christentums auf die Franken (Merowingerreich) habe ich die Galloromanen und ihre Kultur fast ganz übersehen.
Die Translatio Imperii (wobei ich nicht die Theorie, sondern den Anschluss an die römischen Traditionen meine) wäre ohne den maßgeblichen Einfluss dieser Bevölkerungsgruppe wohl ganz anders verlaufen.
Wichtig war, dass die Merowinger eine Integration der Völker anstrebten.

"Die Franken lebten nach ihrem Volksrecht, wahrscheinlich fällt die Lex salica noch in die Zeit Chlodwigs. Für die Gallo-Römer und den ganzen Bereich der Kirche galt das römische Recht in Gestalt des Breviarium Alaricianum. Doch war das Gerichtsverfahren im ganzen Staatsgebiet fränkisch, [...] daß Bluttaten nicht vom Staat zu bestrafen seien, wie es das römische Recht verlangte, sondern durch Fehde oder durch privaten Vertrag bereinigt werden müßten: Der Missetäter hatte ein Wergeld zu entrichten, dieses aber betrug für einen Römer nur halb so viel wie für einen Germanen."
(J. Vogt: Die Spätantike. Metamorphose der antiken Kultur, Kindlers Kulturgeschichte Europas Bd 5 1976/1983, S.482/83)

Samstag, 7. Mai 2016

Schlafstudie

Mit 7 Stunden und 45 Minuten schlafen die Deutschen im Schnitt relativ wenig, berichten Forscher in einer aktuellen Studie.
Der internationale Vergleich zeigt, dass der Einschlafzeitpunkt je nach Land stark variiert und daher wohl vor allem von sozialen Faktoren abhängt.
Besonders Männer schlafen häufig zu wenig, warnen die Wissenschaftler.

Der neue Londoner Bürgermeister Sadiq Khan gibt Anlass zur Hoffnung

Londons neuer Bürgermeister hat es als Sohn pakistanischer Einwanderer bis an die Spitze geschafft. Versuche, ihn als Extremisten zu diffamieren, scheiterten.
(ZEIT online von Rieke Havertz 7.5.16)

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