Sonntag, 30. Oktober 2016

Luther übte ersetzen: Am Anfang war das Wort (Festgottesdienst)

Die Bibel zu übersetzen bedeutete für Luther, den bis dahin gültigen lateinischen Text der Vulgata durch einen deutschen Text zu ersetzen, der für seine Zeitgenossen unmittelbar verständlich sein sollte. Dafür hat er - trotz einer schon seit Jahrhunderten bestehenden Tradition der Erfindung deutscher Wörter zur Wiedergabe lateinischer religiöser Begriffe *- seinerseits manche neuen Wörter erfunden (z.B. Lästermaul*); aber vor allem hat er "dem Volk aufs Maul" geschaut, das heißt, die aktuelle Umgangssprache aufgegriffen, um möglichst verständlich formulieren zu können.
Aber weil seine Sprachkenntnisse zwar erstaunlich gut waren, aber nicht perfekt, hat er sich dabei auch helfen lassen, nicht zuletzt von Melanchton.

An diese Übersetzung wurde unter dem Motto "Am Anfang war das Wort" in einem Festgottesdienst am 30.10. 2016 in der ev.-lutherischen St. Georgenkirche in Eisenach erinnert.
Über diesen Link kann man ihn ab 12:30 als Video abrufen.

In diesem Gottesdienst wurde die neuste Revision der Lutherbibel, die offizielle Version des Jubiläumsjahrs 2017, symbolisch an alle Gemeinden und Institutionen aller deutschen Landeskirchen übergeben.
Die Gottesdienstbesucher wurden aufgefordert, den "Erzählfaden der Sache mit Gott", der von der christlichen Urgemeinde angefangen worden ist, aufzunehmen und weiterzugeben.

 * beginnend bei Abrogans, Tatian, Isidor, Notker III. insbesondere in der deutschen Mystik

* außerdem auch: Feuertaufe, Bluthund, Selbstverleugnung, Machtwort, Schandfleck, Lückenbüßer, Gewissensbisse und Lockvogel (sieh: Wikipedia)

Links:

Johannesevangelium 1,1 Im Anfang war das Wort (Übersetzungen);

Präses Nikolaus Schneider 2012;
Wikipedia mit Bezug auf den griechischen Text;
Goethe Faust
Am Anfang schuf Gott ...; ...

Bibel "auf dem Bierdeckel"

Aus dem Gottesdienst:
Die Predigt hielt Margot Käßmann, ihr verdanke ich den Hinweis auf "übersetzen" als "üb ersetzen!" und auf den "Erzählfaden", den die Zuhören aufgreifen und weiterspinnen sollten. 
Die neue Version der Lutherbibel übergab ihr Nachfolger als Vorsitzender der EKiD Heinrich Bedford-Strohm
In der Kirche, in der Johann Sebastian Bach getauft wurde, erklangen die Eingangschöre der Bachkantaten "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes" und "Erschallet, ihr Lieder ...".

Das Evangelium Apostelgeschichte 8, 26-40 von Philippus und dem Kämmerer handelte davon, wie ein Text oft erst durch Auslegung für Zuhörer und Leser seinen vollen Sinn erhält. 
Der Text, den der Kämmerer liest, steht in Jesaja 53, Vers 7-8: 
"Wie ein Schaf, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Lamm, das vor seinem Scherer verstummt, so tut er seinen Mund nicht auf.
In seiner Erniedrigung wurde sein Urteil aufgehoben. Wer kann seine Nachkommen aufzählen? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen."
Philippus bezieht das alte Prophetenwort natürlich auf Jesus und hat dadurch die Möglichkeit, seine frohe Botschaft zu verkünden, die nicht bei Schlachtung und Tod stehen bleibt. 
Besser, als ich den Text erläutern könnte, wird er hier interpretiert.

Sendung über die Wartburg, ihre geschichtliche Rolle und ein Interview mit Margot Käßmann über Luther

Festgottesdienst am 31.10.16 in der Marienkirche Berlin
Die Predigt handelte von Zuversicht oder anders gesagt: Voraus-Vertrauen,
gezeigt u.a. am Beispiel von Martin Luther King, der in einer Predigt in der Marienkirche zu DDR-Zeiten das Kommen der Freiheit voraussagte.
Staatsakt m 31.10. 16 im Konzerthaus in Berlin mit Ansprache von Bundespräsident Gauck

Freitag, 28. Oktober 2016

Zu viel Demokratie?

Der Freihandelsvertrag CETA sieht Schiedsgerichte vor, die Unternehmerinteressen gegen Entscheidungen staatlicher Verfassungsorgane - etwa in Sachen Umweltschutz - absichern sollen.
Die Vertreter der wallonischen Region Belgiens haben gefordert, dass diese Schiedsgerichte mit Richtern besetzt werden sollen und nicht mit Rechtsanwälten, deren Qualifikation primär in der Vertretung von Firmeninteressen besteht.
Wie erfolgreich sie dabei waren, ist noch nicht bekannt. Einen beschränkten Erfolg haben sie aber offenbar erzielt, sonst wäre es wohl nicht zu einer Einigung mit der belgischen Regierung gekommen.

Während noch unklar war, ob die EU sich darauf einlassen würde, dass die Schiedsgerichte mit qualifizierten Richtern statt mit interessengebundenen Anwälten besetzt werden sollten, wurde vom Mainstream der Medien immer wieder beklagt, dass die wallonische Region überhaupt einen Einfluss auf die Verhandlung nehmen könne. Man sprach von einer "Blamage für die EU" und  "zu viel Demokratie".

Zu viel Demokratie kann es aber nicht geben; denn wie Churchill zu Recht festgestellt hat, ist sie zwar eine schlechte Regierungsform, aber besser als alle anderen, die man erprobt hat. Man kann durchaus darüber streiten, welche Instrumente am besten geeignet sind, die demokratische Kontrolle der Exekutive sicherzustellen. Vieles spricht dafür, dass im Regelfall repräsentative Organe geeigneter sind als Volksentscheide. Auch das Rätesystem, das eine besonders demokratische Art der Mitwirkung der Bevölkerung sicherstellen soll, hat sich nicht eindeutig besser bewährt als das Repräsentativsystem. Aber wenn etwas bei der demokratischen Kontrolle der Europäischen Kommission nicht in Ordnung ist, dann doch kaum, dass sie zu weit geht, sondern eher, dass sie immer noch viel zu gering ausgebildet ist.
Wo gibt es sonst eine demokratische Verfassung, wo allein die Exekutive ein Recht auf eine Gesetzesintitiative hat?

In der EU fehlt es an demokratischen Mitwirkungsrechten. Deshalb nimmt die Europamüdigkeit in so gefährlichem Ausmaß zu. Wenn sich jetzt durchsetzen sollte, dass die Demokratie in der EU abgebaut statt entwickelt wird, dann wäre der einst so hoffnungsvolle Versuch der europäischen Einigung gescheitert.

Wilhelm Heitmeyer hat im Zusammenhang mit der Zunahme des Rechtspopulismus (FR 28.10.16) darauf hingewiesen, wie gefährlich die Gewöhnung an Missstände ist: "Das Fatale ist, dass alles, was als normal gilt, nicht mehr problematisiert werden kann."
Wenn es bei allem berechtigten Streit eine Gemeinsamkeit zwischen allen Demokraten geben sollte, dann gewiss die: Es darf nicht wieder wie gegen Ende der Weimarer Republik zum Allgemeinplatz werden, dass man weniger Demokratie brauche.

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Kein grünes Licht für Ceta

Kein grünes Licht für Ceta

Empfehlungen für die persönliche Lektüre von Dr. J. Müller für eine 9. Klasse um 1960

Mörike: Stuttgarter Hutzelmännlein
              Mozart auf der Reise nach Prag

Tolstoi: Erzählungen und Märchen
              Krieg und Frieden

Kleist:    Der zerbrochene Krug
               Michael Kohlhaas

Goethe: Götz von Berlichingen

Hauff:    
Othello (1826).
Die Bettlerin vom Pont des Arts (1827).
Jud Süß (1827)
Die letzten Ritter von Marienburg
Das Bild des Kaisers (1827)


Shakespeare: Juluis Caesar
Hamlet
Coriolan
Othello

C.F. Meyer:
Das Amulett, Novelle, 1873
Der Schuß von der Kanzel, Novelle, 1878
Das Leiden eines Knaben, Novelle, 1883


W. Flex:
Demetrius (Drama), 1909
Zwölf Bismarcks (Novellen), 1913
Der Wanderer zwischen beiden Welten (Novelle), 1916
Wallensteins Antlitz (Novelle), 1918
Wolf Eschenlohr (Novelle), 1919
Die Wunschbüblein
Drei Novellen (Studenten)

Hesse: Knulp

Storm: Schimmelreiter und andere Novellen

August Winnig: Heimkehr

Raabe: Die Chronik der Sperlingsgasse
             Der Hungerpastor
             Horacker
             Abu Telfan
             Wunnigel


G. Hauptmann:
Kollege Crampton
Hanneles Himmelfahrt.
Florian Geyer
Die versunkene Glocke
Und Pippa tanzt!

B. Sengfelder: Die Farm am Yadkin

W. Leonhard: Die Revolution entläßt ihre Kinder

Paul Löbe: Der Weg war lang

H. v. Königswald: Land ohne Frieden

Brachvogel: Friedemann Bach


D. v. Liliencron: Gedichte
                           Leben und Lügen

W. Alexis: Die Hosen des Herrn von Bredow

H. v. Hoerner: Die Kutscherin des Zaren

Th. Körner: Auswahl

A. Paton: Denn sie sollen getröstet werden

Fontane: Effi Briest

Wieland: Die Abderiten

Timmermanns: Das Licht in der Laterne

Schiller: Sämtliche Dramen

G. Freytag: Die Ahnen
                     Die verlorene Handschrift
                     Soll und Haben

Musäus: Volksmärchen

G. v. Kries: Die Kronacker

Immermann: Der Oberhof

Chamisso: Peter Schlemihl


Scheffler: Geist der Gotik

V. v. Scheffel: Ekkehard

B. v. Münchhausen: Gedichte

Kurhessische Anekdoten

Paul Ernst: Deutsche Geschichten

Kügelken: Jugenderinnerungen

Selma Lagerlöf: Auswahl

Charles Dickens: David Copperfield

H. Melville: Moby-Dick

H. Carossa: Geschichte einer Jugend

J. Gotthelf: Uli der Knecht
                   Uli der Pächter

Brant: Der Aufstand (Diesen Titel konnte ich nicht verifizieren. Vermutlich bezog er sich auf den Aufstand vom 17.6.1953. Dazu gab es eine Publikation der Bundeszentrale für Heimatdienst, die 1963in bpb umbenannt wurde.)

Die vorliegende Liste wirkt von heute aus gesehen nach Inhalt und Reihenfolge ungewöhnlich. Ich habe sie damals aber - mit kleinen Ausnahmen - so notiert.
Dass von Goethe nur ein Titel genannt ist, von Hauptmann "Die Weber" nicht, erklärt sich wohl daraus, dass die damals an unserer Schule üblichen Schullektüren nicht aufgeführt wurden, weil es ja Empfehlungen für die Privatlektüre waren.
Eine unwichtige Beobachtung am Schluss: Mir fällt auf, wie viele adlige Autoren genannt wurden.

"Habituelle Herablassung"

So nennt ein Leserbriefautor heute in der Frankfurter Rundschau das bei Politikern und Journalisten beliebte Verfahren, bei Kritik an politischen Plänen grundsätzlich nicht auf die Argumente einzugehen, sondern nur nach Befindlichkeiten, Ängsten und Missverständnissen zu fragen, die erklären sollen, wieso eine (angeblich) völlig "alternativlose" Maßnahme kritisiert wird.

"Habituelle Herablassung" ist eine sehr dezente Formulierung. Deutlicher wäre "Verarschung der Staatsbürger". Diese Wortwahl versuche ich zu vermeiden. Wenn freilich selbst ein oberster Bundesrichter nicht ohne dies Vokabular auszukommen scheint, ist wohl die Zeit für eine dezentere Ausdrucksweise in manchen Bereichen abgelaufen.

Dienstag, 18. Oktober 2016

Schirach: Terror

Der Strafrechtler Thomas Fischer schreibt in ZEIT online über das Stück:

"Die lieben Zuschauer werden nach Strich und Faden verarscht, und zwar sowohl vom rechtsgelehrten Autor als auch vom quotengeilen Sender. Ihnen werden Belehrungen über die Rechtslage zuteil, die hinten und vorne falsch sind und die entscheidende Fragestellung gar nicht enthalten. Auf dieser Bananen-Ebene dürfen sie dann "abstimmen" und "über das Schicksal eines Menschen entscheiden". Eine Kunst, die aus Lüge, Denkfaulheit und Inkompetenz besteht, ist nicht mehr als die Imitation ihrer selbst." (Fischer im Recht / Die ARD, das Recht und die Kunst Zeit online 18.10.16)

Am zweiten Monatstag der deutschen Einheit: 3.12.1990

Die Mutter packt ihr Geburtstagspaket von der Tante aus den neuen Bundesländern aus.
Als sich zwei Baumkuchen zeigen, bricht allgemeiner Jubel aus, Händeklatschen und Kreischen vor Freude.
Die älteste Tochter sagt: "Seid nicht so laut und freut euch nicht so. Vielleicht sind sie ja doch nur von Nestlé."

Montag, 17. Oktober 2016

Lebenshaltungskosten 1950 und 1964

Für wen gilt der Index der Lebenshaltungskosten?:Von Erich Bodendiek  Die ZEIT 11.12.1964
"[...] Als Modellfamilie gilt der in letzter Zeit häufig diskutierte und angegriffene vierköpfige städtische Arbeitnehmerhaushalt mit zwei Kindern, von denen mindestens eines unter 15 Jahren ist. Der alleinverdienende Haushaltsvorstand bezieht das statistisch ermittelte mittlere Einkommen. [...] Und da hat sich seit 1950, als der erste große Index der Nachkriegszeit ermittelt wurde, manches geändert. Seinerzeit wurden lediglich 249 Artikel registriert, darunter nicht wenige, die man im modernen Warenkorb vergeblich sucht, wie Kaffee-Ersatz, Seegrasmatratze, Kunsthonig oder die Emailleschüssel. Die eigenen Beförderungsmittel beschränkten sich auf das Fahrrad, die Körperpflege, auf Kölnisch Wasser. Bildung und Unterhaltung erstreckten sich auf Briefpapier, Rollfilm und Kinobesuch. Für alles zusammen gab damals die Modellfamilie 292,69 Mark aus, wobei Nahrungs- und Genußmittel mit einem Anteil von 53,2 Prozent das Übergewicht hätten. Aus Hausrat entfielen knapp 5, auf Verkehr 2,8 Prozent.


Die Warenliste des Jahres 1958, die wegen der inzwischen eingetretenen Veränderung der Lebensgewohnheiten ausgewählt wurde, gilt mit wenigen Änderungen und Neugruppierungen auch für das neue Basisjahr 1962 und liest sich dagegen wie ein Wohlstandskatalog; beginnend bei Brathähnchen und Sekt, mit Verzehr in Gaststätten, mit, chemischer Reinigung und Kunststoffartikeln. Sie schließt jetzt Lippenstift und Nagellack, Elektrorasierer und Perlonhemd, die Musiktruhe und die Küchenmaschine ein. Der Besuch des Fußballspiels und die Opernkarte gehören heute ebenso zum täglichen Leben wie der Kugelschreiber, die Telephongebühren, der Fortbildungskurs und die Gesellschaftsreise an die Adria.
Das alles kostet unsere Musterfamilie nun 742,39 Mark – die Differenz bis 750 Mark wurde als „Einkommensübertragung“ abgezogen. Es sind die Kfz-Steuer, der Vereins- und Gewerkschaftsbeitrag. Wie stark das Essen in den Hintergrund getreten ist, zeigt sich an dem auf 43,2 Prozent gesunkenen Anteil der Nahrungs- und Genußmittel, wohingegen die Ausgaben für Hausrat auf 9,5 und die für Verkehr auf 6,8 Prozent angestiegen sind.
Die Lebensgewohnheiten haben sich rasch gewandelt – sehr zum Kummer der Statistiker, die damit vor dem Problem standen, wie sie etwa den Preis eines Tauchsieders von 1950 mit dem einer Waschmaschine von 1962 vergleichen sollten."

Ein ehrlicher Finder will keinen Finderlohn

Ihm ist da Gefühl, dass er etwas geben konnte, wichtiger.
"Ein Kiez - zwei Welten" Frankfurter Rundschau 17.10.16, S.18/19

Der Finder kommt aus Aleppo. Er war sich nicht sicher, wie er den Fund dem Besitzer zukommen lassen könne. Seine Tochter hatte die Idee, ihn der Sozialarbeiterin im Flüchtlingsheim zu geben.
So kommt die FR zu ihrem Bericht. Ein Bericht über zwei Seiten, Finder und Besitzer wecken beide die Sympathie des Lesers. Zur Annäherung zwischen den beiden Seiten kommt es nicht.
Umso mehr gibt der Bericht zu denken.

"[...] Mustafa Almuhtadi sagt, dass man bald wiederkommen soll, zum Abendessen, seine Frau werde kochen. Er ist gern Gastgeber. Und vielleicht will er die Geschichte mit dem Portemonnaie noch nicht ganz hinter sich lassen; will den Moment festhalten, in dem er nach langer Zeit wieder einmal derjenige war, der etwas zu geben hatte. Das Gefühl hat gut getan." (Ein Kiez - zwei Welten)

Freitag, 14. Oktober 2016

Hilfen zur Arbeit mit einer multikulturellen Schülerschaft (Integration)

"Internetplattform für Lehrkräfte in Europa, die mit einer multikulturellen, multiethnischen, mehrsprachigen und multi-religiösen Schülerschaft arbeiten: „Die Zahl solcher Klassen von Lernenden ist überall in Europa stark angestiegen. Die Qualifikationsmöglichkeiten der Lehrkräfte entsprechen noch nicht den damit verbundenen Anforderungen an die transkultureller Kompetenzen. Dem Bedarf an Qualifizierungsmöglichkeiten für Lehrkräfte in diesem prioritären Bereich trägt LeaCoMM Rechnung.“
Der alles umfassende Slogan lautet „Multicultural, multiethnic, multilingual, multireligious…“
Das zentrale Produkt des LeaCoMM-Projekts ist die LeaCoMM-Plattform (www.leacomm-platform.eu). "
(kdautel: LEACOMM - EINE EUROPÄISCHE LEARNING COMMUNITY)

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Just Defence

Frank Barnaby Just Defence

Just Defence
Date1982-1993
DescriptionPublications of Just Defence, includes:
- Pamphlet, 'Defence Without Fears: How Electronics Have Made Nuclear Weapons Obsolete' by Frank Barnaby and Stan Windass, published by Just Defence (November 1982).
- Pamphlet, 'Cruise Pershing II in a Nutshell' by Frank Barnaby and Stan Windass, published by Just Defence (March 1983).
- Pamphlet, 'A New Language of Defence' by Frank Barnaby and Stan Windass, published by Just Defence (April 1983).
- Pamphlet, 'What is Just Defence' by Frank Barnaby and Stan Windass, published by Just Defence (September 1983).
- Pamphlet, 'Report', published by Just Defence (June 1984).
- Pamphlet, 'Annual Report 1984', published by Just Defence (October 1984).
- Pamphlet, 'A New Approach to Halting the Arms Race' by Frank Barnaby, published by Just Defence (June 1988).
- Pamphlet, 'Just Non-Provocative Defence: Report', published by Just Defence (1988).
- Newsletter of Just Defence (March 1989).
- Pamphlet, 'Deterring War Responsibly: A New Defence Policy for Britain' by Frank Barnaby and Rob Green, published by Just Defence (1995).
- Pamphlet, 'Dissuader La Guerre Avec Responsabilite: Une Nouvelle Politique de Defense pour La Grande-Bretagne, published by Just Defence (1995).
- Newsletter of Just Defence (October 1993).

http://archives.lse.ac.uk/Record.aspx?src=CalmView.Catalog&id=BRODIE%2F2%2F1


Nobelpreis für Bob Dylan - die besten Dylan-Lieder der FAZ-Redaktion

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/bob-dylan-literaturnobelpreis-die-zeiten-aendern-sich-a-1116523.html


http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/pop/unsere-lieblingslieder-von-literaturnobelpreistraeger-bob-dylan-14479602.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2



Nationalismus

NationalismusEin Volk, ein Staat, ein Krieg                       »Erfolgreich vergessen« (Interview)

Habermas: Erste Hilfe für Europa

http://www.zeit.de/2007/49/Europa/komplettansicht

Was Habermas da fordert, ist interessant auch im Zusammenhang mit TTIP und CETA.
Nur dass da nicht nur über die Köpfe der Bürger, sondern auch über die nationalen Parlamente hinweg entschieden werden soll. Stichworte: Investitionsschutz und Gemischter Ausschuss

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Weshalb findet man so manches, was Goethe geschrieben hat, auch in umfassenden Ausgaben seiner Werke nicht?

1. Goethe hat so vieles geschrieben, dass nur die wenigsten Leute daran interessiert sein können, alles, was man inzwischen irgendwo dokumentiert hat, finden zu können.
2. Es gibt sehr vollständige Ausgaben wie die Sophienausgabe, die aber auch nicht alles, was sich in Handschriften gefunden hat, dokumentieren.
3. Was damals als zu drastisch empfunden wurde, hat man im 19. Jahrhundert nicht aufgenommen. 
4. Goethe hat sich "selbst zensiert". So dauerte es bis 1994, bis alle "Schweinereien", die Goethe sich für den Faust ausgedacht hatte, aber keinesfalls zu Lebzeiten gedruckt sehen wollte, in eine Ausgabe aufgenommen wurden. - Ästhetisch ist das kein großer Gewinn, aber literaturhistorisch sehr interessant unter dem Gesichtspunkt: Weshalb hat Goethe es nicht vernichtet, wenn er doch verhindern wollte, dass es (zu seinen Lebzeiten) bekannt wurde? Welche Vermutungen hat er darüber gehabt, wie sich Moralvorstellungen ändern würden und wie wichtig er nach 100 oder nach 200 Jahren noch genommen würde?

Welche Stoffe erfüllten früher Funktionen, die heute von Plastik erfüllt werden?

Aus einer Antwort bei gutefrage.net:

Was benutzte man zur Frischhaltung bei der Aufbewahrung?
"Das war höchst unterschiedlich und richtete sich in ERSTER LINIE nach dem frisch zu haltenden Produkt: 
Für Backwaren wie Brot gab es besondere Brotkästen aus Holz oder Metall. Obst und Gemüse wurden im dunklen Keller gelagert. [...] Bis in die 1960iger Jahre gab es in "Kaufläden" noch Fässer in denen Salzheringe in Salzlake zum Verkauf standen. Die Fische wurden für den Kunden einfach in Zeitungspapier gewickelt. Milch und Sahne wurden in vom Kunden mitzubringende Kannen abgefüllt. Wer geschlagene Sahne haben wollte, der musste eine Schüssel oder Schale dafür mitbringen. Auch Sauerkraut wurde aus dem Fass heraus verkauft. Käse und Wurst wurden in gewachstes Papier gewickelt.

Was benutzte man als Isolierung?
"Stromführende Drähte waren mit Stoff (Baumwolle) ummantelt Stromleitungen im Haus hatten ÜBER den den "eigentlichen" Leitern oft noch Zinkrohre. Die Gehäuse ersten Telefonapparate bestanden aus Holz Die ersten Radios hatten gar keine Gehäuse. Was flexibel und wasserdicht sein sollte, wurde mit Gummi ummantelt. Wenn`s besonders stabil sein mußte,kam evtl. noch eine Ummantelung aus gewebten Metalldrähten darum herum (wie HEUTE noch bei Hydraulikleitungen, die große Drücke auszuhalten haben.) Die ersten Lichtschalter waren noch rein metallene Kippschalter. Da diese Dinger sehr gefährlich waren, wurde der erste brauchbare Kunststoff "Bakelit" besonderes bei der allgemein zugänglichen "Hauselektrik" eingesetzt: Schalter und Regler von Öfen\Herden und Gehäuse von elektrischen Bügeleisen."

Kurz noch zu Nahrungsmitteln: 
 Im Gegensatz zu HEUTE, wo tatsächlich jeder zweite zu blöd zu sein scheint, einen Korb oder eine Tasche zum Einkaufen mitzunehmen, ging man früher mit einem Einkaufsnetz oder Henkelkorb zum Kaufmann. 
"Quelle" für alles Geschilderte: Ich habe das SELBST so erlebt. (bin jetzt 61 Jahre alt) 
Röhrenradios und Röhrenfernseher hatten ALLE Holzgehäuse.
(Text bei gutefrage.net von abibremer)

Calliope : Dieser Computer kann unser Schulsystem revolutionieren

Digitalkunde ab der Grundschule: Jeder Drittklässler soll mit dem Calliope mini lernen, wie Computer funktionieren. Das Saarland macht den Anfang, andere dürften folgen.

Das Thema bedarf einer differenzierteren Behandlung. Hier zunächst nur drei Thesen:

1. Lobbyismus hat an Schulen nichts zu suchen.
2. Schule braucht Ideen und Engagement, nicht Apparate.
3. Spezialisten machen sich Illusionen darüber, was Lehrer lehren und Schüler lernen können.

Zur Erläuterung der These 3 dient mir das Beispiel Mengenlehre:
Wer viel Verständnis hat und viel pädagogische Einfühlung, kann sie jedem Kind nahe bringen. Aber nicht jeder Lehrer, der sie halbwegs verstanden hat, kann sie auch zureichend gut vermitteln. Das hat damals das Großexperiment gezeigt, und die Wahrscheinlichkeit, dass auch mit einem sehr geeigneten Instrument die Mehrzahl der Schüler nicht genügend gut lernt, worauf es für das Verständnis digitaler Instrumente ankommt, ist groß. Ob es dann an den Lehrern oder den Schülern liegt, ist egal.

Mehr zum Thema:

Webseite des Calliopeprojekts

Jöran ruft an

SPD will das Lernen des Programmierens verpflichtend machen.

Montag, 10. Oktober 2016

Die Bibel auf einem Bierdeckel

Ohne Mausklick kriegt man hier freilich den Bierdeckel nicht zu sehen.
Zunächst nur meine Fragen:
Wozu soll die Bibel auf einem Bierdeckel stehen?
Ist es angemessen, so zu werben?
Wer wirbt da eigentlich?

In meiner Jugend habe ich einmal gelesen, im kleinsten Buch der Welt stünde gerade einmal das Vaterunser. Und dann soll die ganze Bibel auf einen Bierdeckel passen?

Was steht heute im kleinsten Buch der Welt?



  • click(Vielleicht erstmal kennenlernen?)
  • click(Egal was dein Spiegel heute morgen sagte)
  • click(Koste es, was es wolle)

Google Bildersammlungen u.a.

https://plus.google.com/collections/featured

Das Konzept ist mir heute vorgestellt worden, und ich habe beschlossen, drei Sammlungen zu folgen.
Wenn das ein arger Fehler war, werde ich es berichten.

Öffentliche Bücherschränke

Öffentliche Bücherschränke sind eine Art öffentliche Leihbücherei wo du kostenlos Bücher tauschen oder ausleihen kannst. Meistens sind sie 24 Stunden 7 Tage die Woche öffentlich erreichbar.

Hier ist eine Karte, auf der 2592 eingetragen sind.

Ich möchte mich bei den Aufstellern eines solchen (noch nicht verzeichneten) Bücherschranks - genau genommen sind es zwei regensicher aufgestellte Regale - für das folgende Buch über Indien bedanken, das ich noch weiter lesen werde, bevor ich es zurückstelle oder verleihe.

Erst jetzt komme ich auf den Gedanken, dass ich dort auch ein paar Bücher, die ich sonst kostenfrei beim Antiquariat abgebe, hinstellen sollte, so lange noch reichlich Platz dort ist. 


Warum wird man in geschlossenen Räumen ohne Luftaustausch so schnell müde?

Es liegt nicht am mangelnden Sauerstoff, davon ist mit 21% Anteil in der Luft genügend da, um lange auszukommen, sondern am gestiegenen Kohlendioxid-Anteil (CO2). Der liegt normal bei 0,03%. Durch das Atmen der Menschen im Raum steigt er rasch an. Schon 0,6% erschweren die Sauerstoffaufnahme stark; denn das sind 20x so viel wie der Normalanteil.
Und je mehr Menschen im Raum sind, desto schneller wird der CO2-Anteil erhöht.

Samstag, 8. Oktober 2016

Menschheitsgeschichte rückwärts

http://www.stupidedia.org/stupi/Diverses:Menschheitsgeschichte_r%C3%BCckw%C3%A4rts

Wie erzählt man sie so, dass sie zur Erfolgsgeschichte wird? Rousseau?

Oder könnte es sein, dass die Menschheitsgeschichte nur deshalb so frustrierend verläuft, weil die Menschheit immer wieder erst lernen muss, wie sie mit der neu vorgefundenen Situation umgehen muss?

Mehr zu dem Problem in 2052, Die Entscheidung, dort und hier.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Milch: Kuh- und Soja- im Vergleich

https://utopia.de/ratgeber/sojamilch-kuhmilch-vergleich-gesund/

Kershaw: Inflation (Folgen des 1. Weltkriegs)

Soldaten, die als Sieger zu einem Heldenempfang in London heimkehrten,
fanden zumindest ein Land vor, das sie wiedererkannten.
Soldaten dagegen, die - in vielen Fällen versprengt und ungeordnet nach
Wien, Budapest, München oder Berlin zurückströmten, gerieten
in einen revolutionären Umbruch und in wirtschaftliches Chaos.
Seltsamerweise schaffte es das besiegte Deutschland besser als das
siegreiche Großbritannien (übrigens auch besser als die neutralen
Niederlande), den Nachkriegs-Arbeitsmarkt zu steuern und die
Arbeitslosigkeit niedrig zu halten - teils, indem die Frauen aus den
Beschäftigungen, die sie während des Krieges angenommen hatten,
wieder herausgedrängt und durch Männer ersetzt wurden. Zudem
half die Inflation. Eine zu diesem Zeitpunkt deflationäre Wirtschaftspolitik
hätte die deutsche Wirtschaft nur noch weiter ruiniert, es den
vielen demobilisierten Soldaten jedenfalls unmöglich gemacht, überhaupt
Arbeitsplätze zu finden. Die galoppierende Inflation, die die
Regierung nicht zu drosseln versuchte, war allerdings ein hoher Preis,
der bald teuer bezahlt werden musste.
Während des Krieges, als die Staatsverschuldung fast um das Dreißigfache,
die Geldsumme des im Umlauf befindlichen Papiergelds um
mehr als das Zwanzigfache zunahm, war die Inflationsrate in Deutschland
gestiegen. 1918 lagen die Preise etwa fünfmal höher als vor dem
Krieg, die Währung hatte etwa die Hälfte ihres früheren Wertes verloren.
Damit stand Deutschland nicht allein. In Österreich-Ungarn
waren Inflation und Abwertung während des Krieges sogar noch
höher gewesen. Die meisten Länder durchliefen, mehr oder weniger
ausgeprägt, während des Krieges einen Inflationsprozess. In Frankreich,
den Niederlanden, Italien und den skandinavischen Ländern
lagen die Preise 1919 dreimal höher als 1913, im Vereinigten König-
reich waren sie fast zweieinhalbmal so hoch. In Ost- und Mitteleuropa
jedoch geriet die Preisinflation in den Nachkriegsjahren außer Kontrolle.
Die Währungen von Polen, Österreich und Russland wurden
durch Hyperinflation ruiniert. Jan Slomka, lange Jahre Ortsvorsteher
des Dorfes Dzikow in Südostpolen (dem wir im zweiten Kapitel bereits
begegnet sind), erinnerte sich ein paar Jahre später an die Folgen der
Inflation, die zu toben begann, nachdem die österreichische Krone
1920 durch die Geldnoten der Polnischen Mark ersetzt worden war:

Wenn irgendjemand irgendetwas verkaufte und mit dem Geld
nicht sofort etwas anderes kaufte, machte er schwere Verluste.
Es gab viele, die ihr Haus oder Feld verkauften oder einen Teil
ihrer Rinder, nur um ihr Geld entweder zu Hause oder auf
einer Bank aufzubewahren. Sie verloren alles, was sie hatten,
und wurden zu Bettlern. Andererseits machten jene, die sich
Geld liehen und damit Sachen erstanden, ein Vermögen. Es
gab Geld in Unmengen. Man musste es in Aktentaschen oder
Körben tragen, Geldbörsen und dergleichen waren nutzlos.
Für häusliche Dinge bezahlte man Tausende, dann Millionen,
schließlich Milliarden.

Erst die Einführung einer vollkommen neuen Währung, des Zloty, im
Jahr 1924 brachte Polen eine Stabilisierung.
In Deutschland war der Sturz in die Hyperinflation Teil einer
schweren politischen Krise, die das Land 1923 erfasste, nachdem die
Franzosen, als Vergeltung für den Verzug der deutschen Reparationszahlungen,
das Ruhrgebiet, Deutschlands industrielles Kernland.
besetzt hatten. Ihren Ursprung freilich hatte die Hyperinflation in
der Kriegsfinanzierung, die auf einer riskanten Spekulation beruhte:
Die Deutschen setzten darauf, dass sie den Krieg gewinnen würden
und sich die Kriegskosten von den besiegten Ländern wiederholen
könnten.
(Kershaw: Höllensturz, S.144)

Weltweit 69 Millionen neue Lehrer gesucht

Welcher Lehrer sich da nicht angesprochen fühlt:
In den Ländern südlich der Sahara und in Südasien droht der größte Lehrermangel: Die Unesco hat geschätzt, wie viele Pädagogen weltweit in den kommenden Jahren fehlen werden.

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Biografie zu Helmut Schmidt

Helmut-Schmidt-Biografie: Schlechtes Benehmen als Privileg SPON 5.10.16

Neue Sicht auf die sowjetische Außenpolitik in den 1930er und 1940er Jahren (Maiskis Tagebücher)

Gabriel Gorodetsky hat in einem Moskauer Archiv die Tagbücher des sowjetischen Botschafters in London I. M. Maiski gefunden, die deutlich mehr Aufschluss über die russische Außenpolitik geben als Maiskis Memoiren.
Dazu die taz:

Gorodetsky kann nachweisen, wie Maiski eigene Ideen in den Mund prominenter britischer Gesprächspartner legt, um sie dann in einem Kabel nach Moskau als wichtigen Vorschlag der Gastgeber zu präsentieren; wie er seinen Dienstherren schlechte Nachrichten vorenthält, um Zeit zu gewinnen und die Briten vielleicht doch für seine – das heißt der Zentrale – Ideen zu gewinnen. Dass er damit mehr riskiert als Diplomaten, die dasselbe tun – nur eben keinem Stalin unterstehen und die Erfahrung der Großen Säuberung nicht kennen – stimmt durchaus, nur ändert es nichts an der Tatsache, dass Maiskis Niederschrift alles andere als „spontan“ zu nennen ist.
Authentisch ist sie hingegen in einem anderen Sinne. Wenn Maiski kein Wort der Kritik zum Hitler-Stalin-Pakt einfällt, er den sowjetischen Überfall auf Finnland 1939 als gerechte Antwort auf finnische Provokationen abhandelt oder Katyn als Lüge der NS-Propaganda, ist er – wohl ohne an den künftigen ersten Leser seines Tagebuchs denken zu müssen – ganz der treue Diener sowohl des Landes als auch des Systems. [...] Eigentlich lernt man aus dieser ausufernden Kontextualisierung [Gorodetskys Kommentaren] mehr als aus der Quelle selbst. Kein Kompliment für die Tagebücher, durchaus eines für den Herausgeber. [...]" (taz 18.9.16)

Die Welt bringt Auszüge aus den Tagebüchern. Daraus zum 23.3.1938:


"Randolph Churchill rief mich an und sagte, sein Vater würde sich sehr über eine Begegnung mit mir freuen. Wir kamen überein, uns zum Lunch in Randolph Churchills Wohnung zu treffen. Ich fand dort einen sehr erregten Winston Churchill vor. Er kam unmittelbar zur Sache und hielt mir den folgenden Vortrag: „Könnten Sie mir bitte offen sagen, was in Ihrem Land vor sich geht? ... Sie kennen meinen allgemeinen Standpunkt. Ich verabscheue Nazideutschland zutiefst. Ich halte es für einen Feind nicht nur des Friedens und der Demokratie, sondern auch des britischen Empire. ...
Churchill empfindet die allgemeine Lage als bedrohlich. Wohin steuert Hitler? Churchill zweifelt nicht daran, dass Hitler von einem „Mitteleuropa“ träumt, das sich von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer und zum Mittelmeer erstreckt, möglicherweise bis Bagdad. Seine Chancen seien ausgezeichnet, es sei denn, er stoße auf wirksame Gegenwehr seitens der anderen Großmächte." (Welt 15.9.16)

"Vor allem in der Zeit, als Churchill in der 30er Jahren eher bedeutungslos war, wurde er von Maiskis gepflegt [...] in Maiskis Tagebüchern über 400-mal erwähnt. [...]
In der Mitte der 30er Jahre war es sehr gefährlich, Jude zu sein. In den Tagebüchern gibt es daher keinen Hinweis darauf." (FR 5.10.16, S.30/31)

Maiski kam kurz vor Stalins Tod ins Gefängnis, wurde danach aber freigelassen und einer von vielen stellvertretenden Außenministern. Er starb im Alter von 91 Jahren. 

Dienstag, 4. Oktober 2016

Die reichsten Deutschen

Vermögensranking Spiegel online 4.10.16

Ulsterkönig Conchobar

In den beiden Erzählungen von der „Empfängnis Conchobars“ (Compert Conchobuir) sind Nessa (auch Ness, Nes oder Nesa), die Tochter des Königs Eochu Sálbuide („Gelbferse“), und der Druide Cathbad die Eltern Conchobars. Nur in einer späteren Umgestaltung der zweiten Version der Sage ist Fachtna Fáthach sein Vater, dies ist wohl eine späte Anpassung an die irischen Königslisten, in denen Fachtna als Hochkönig von Irland genannt wird. [...]
In der Geschichte vom „Tod Conchobars“ (Aided Chonchobuir) wird er durch eine verzauberte Steinschleuder getötet - das berühmte „Hirn-Geschoss“, der in Kalk verbackene Gehirnklumpen des von Conall Cernach getöteten Königs Mes Gegra von Leinster, geschleudert von Conchobars Feind Cet mac Mágach (siehe auch Cath Étair [„Die Schlacht von Étar“]). Dieses blieb im Schädel des Königs stecken. Der Heiler Fingen[4] machte deshalb ein Golddrahtnetz an seine Kopfhaut fest und rät ihm, Anstrengung und Aufregung zu vermeiden. Es verursachte einige Jahre später seinen Tod, als der König einen Wutausbruch hatte. (Seite „Conchobar mac Nessa“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 31. August 2015, 06:24 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Conchobar_mac_Nessa&oldid=145579364 (Abgerufen: 4. Oktober 2016, 13:16 UTC)

Zu Ulster

Montag, 3. Oktober 2016

Über die Verwendung von "weil" als Hauptsatzkonjunktion und Sprachentwicklung allgemein

Dass 'weil' im mündlichen Sprachgebrauch als Hauptsatzkonjuktion verwendet wird, ist mindestens seit dreißig Jahren der Fall. Vorher ist es mir nicht aufgefallen. Sprache verändert sich langsam, aber das Deutsche in letzter Zeit etwas schneller.
Mich stört immer noch, dass nicht nur der 'Dativ dem Genitiv sein Tod' ist, sondern, dass inzwischen fast genauso häufig der Genitiv anstelle des Dativs verwendet wird. 
Diese Sprachentwicklung zielt auf eine tendenzielle Angleichung aller Fälle, wie sie im Niederländischen 1945 offiziell festgeschrieben wurde. 
Aufgrund der vermehrten Verwendung des Englischen wird sich diese Sprachökonomie früher oder später auch im Schriftgebrauch durchsetzen. 
Wer regt sich heute noch über lohnenswert statt lohnend, scheinbar statt anscheinend, dasselbe statt das Gleiche auf?
Im muttersprachlichen Unterricht ist freilich Konservativismus nötig, weil sonst das notwendige Mindestmaß an Einheitlichkeit der Schriftsprache verloren ginge. Im Umgang mit Bekannten sollte man aber grundsätzlich nur die korrigieren, bei denen man annehmen darf, dass sie ebenfalls an der Bewahrung traditionelle Sprachformen interessiert sind. 
Dass das noch recht viele sind, ist an den hohen Auflagen von "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" erkennbar. 


Sonntag, 2. Oktober 2016

Chancen von Clinton und Trump

Sollte Trumps große Aufholjagd an traditionellen Wahlkampftechniken der Demokraten scheitern?
Oder am fehlenden Geld?
Dazu: Trump vs.Clinton Zwei Dinge, die die US-Wahl entscheiden könnten, SPON 2.10.16

Besonders interessant finde ich die Kurven mit den Umfragewerten am Schluss des Artikels.

Bloggen über China

Da diesmal ein mich besonders beeindruckender Beitrag im Bambooblog Hamburg steht, möchte ich einmal ausdrücklich darauf hinweisen, obwohl der Blog schon seit längerem in meiner Blogliste geführt wird.
Das Nebeneinander von Tradition und Luxusmoderne hat mich sehr beeindruckt. Natürlich ist nicht Gesamtchina davon geprägt. Aber der Artikel ist geeignet, die Vorstellung, China sei nur noch im Konsumrausch genauso wie die ins Wanken zu bringen, dass sich im Grunde in China nichts Entscheidendes verändert hätte.

Ich bin ins Schmökern gekommen. Aus einem Bericht von 1987: "Das Abendessen, das man bei einem vorbeikommenden Kellner kaufen kann, besteht aus einer Schachtel mit Reis und etwas Fleisch und Gemüse. Mit der Beseitigung der Reste habe ich Probleme, weil ich keinen Abfalleimer finde. Ich gebe das Päckchen der erstaunten Schaffnerin und kann wenig später beobachten, wie sie es aus dem Fenster des fahrenden Zuges wirft."(Von Xi’an nach Chengdu – damals 1987)