Freitag, 26. Mai 2017

"Klimaschutz bedeutet auch Schutz vor Vertreibung"

Von Stürmen vertrieben: Der Klimawandel zwingt mehr Menschen zur Flucht als alle Kriege zusammen. ZEIT 22/2017 24.5.17
"[...] Danach flüchten jedes Jahr vor Umweltkatastrophen mehr als doppelt so viele Menschen wie vor Krieg und Gewalt. [...] Am Ende bleibt trotzdem ein nüchternes Fazit: Zwar könne die Technik bei der Bewältigung der Klimafolgen helfen. Dauerhaft verhindern ließen sich Flüchtlingsströme aber nur durch eine "große Transformation zu einer postfossilen Wirtschaft und Gesellschaft". Das klingt kompliziert. Aber es bedeutet einfach, dass es nicht nur gut für die Umwelt wäre, wenn keine Kohle, kein Öl und kein Gas mehr verbrannt und die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre nicht weiter steigen würde. "Klimaschutz bedeutet auch Schutz vor Vertreibung", sagt Greenpeace-Geschäftsführerin Sweelin Heuss. Er könnte also Millionen menschlicher Tragödien verhindern."

Donnerstag, 25. Mai 2017

Prüfungsstress

8h mündliche Prüfungen erstellt. Jetzt wird für die nächsten Tage vorgekocht. Heimtrainingslager kann losgehen!

Beherzigenswerte Stellen aus dem alten, dem 1. Testament

Lev 19,33-34 Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. 34 Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott.
Ex 23,4 f. EU: „Wenn Du dem Rind oder Esel Deines Feindes
begegnest, die sich verirrt haben, so sollst Du sie ihm wiederbringen. Wenn Du den Esel Deines Widersachers unter seiner Last liegen siehst, so lass ihn ja nicht in Stich, sondern hilf mit ihm zusammen dem Tiere auf.“
Sprüche 24,17 EU: „Freue Dich nicht über den Fall Deines Feindes, und Dein Herz sei nicht froh über sein Unglück.“
Hiob 31,29–31:
„Habe ich mich etwa gefreut, wenn es meinem Feind übel erging, und mich erhoben, wenn ihn Unglück getroffen hatte? Nein, ich ließ meinen Mund nicht sündigen, indem ich seine Seele mit keinem Fluch verwünschte … Kein Fremder durfte draußen nächtigen, sondern ich öffnete meine Tür dem
Wanderer.“
Sprüche 25,21 EU: „Hungert Deinen Feind, so speise ihn mit Brot, dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser. So wirst Du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln und Gott wird´s Dir vergelten!“
Jesus Sirach 28,6 f. EU: „Denk an das Ende, lass ab von der Feindschaft, denk an Untergang und Tod und bleib den Geboten treu! … grolle dem
Nächsten nicht, denk an den Bund des Höchsten und verzeih die Schuld!“
Deut. 24,14 - 15.
14 Du sollst den Lohn eines Notleidenden und Armen unter deinen Brüdern oder unter den Fremden(!), die in deinem Land innerhalb deiner Stadtbereiche wohnen, nicht zurückhalten.15 An dem Tag, an dem er arbeitet, sollst du ihm auch seinen Lohn geben. Die Sonne soll darüber nicht untergehen; denn er ist in Not und lechzt danach. Dann wird er nicht den Herrn gegen dich anrufen und es wird keine Strafe für eine Sünde über dich kommen.
Viele Diskussionsbeiträge dazu auf gutefrage.net


Simplify your life: Ehekrise

"ausnahmsweise gratis": Ehekrise

Wer bezahlt schon für Ehekrisen? ;-)

Mittwoch, 24. Mai 2017

Bernie Sanders im Interview

"Die Republikanische Partei hat sich auf eine sehr beunruhigende Weise entwickelt. Bitte erinnern Sie sich – und Sie als Europäer werden sich bestimmt erinnern –, dass Präsident Dwight D. Eisenhower, der die Invasion in der Normandie angeordnet hat, ein Republikaner war – ein moderater Republikaner. Aber in den 60 Jahren seit Eisenhower ist die Republikanische Partei sehr, sehr weit nach rechts gerutscht. Wir haben heute eine Republikanische Partei, die in Wahrheit rechtsextrem ist."
(ZEIT 23.5.17)

Einkommen von Hedgefonds-Managern eingebrochen

Laut Branchenblatt Alpha ist das Jahreseinkommen der 25 erfolgreichsten Hedgefonds-Manager  in den letzten drei Jahren um 50% zurückgegangen.
Sie verdienen jetzt gemeinsam nur noch 11 Milliarden Dollar. Nur James Simon verdient jetzt mehr als 2014, nämlich 1,6 Milliarden Dollar.
Wie käme der sich vor, wenn er sich im kommenden Jahr mit 100 Millionen begnügen müsste? (ZEIT 18.5.17, S.27)

Dienstag, 23. Mai 2017

Luther und Maria

In Legnica (Liegnitz) ist über einem Kirchenportal eine Lutherstatue durch eine Maria mit Jesuskind ersetzt worden. Hinter ihr steht noch die alte Inschrift: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen"
Was zunächst befremdet, hat im Grunde einen guten Sinn. Maria gehört zur Kirche. Da gehört sie hin.

Brauchen wir einen Literaturkanon? Ein Reflexionsanfang

"Ich finde nicht nur, dass ein Literaturkanon gut ist, weil ich an die tiefe Kraft glaube, die dem Verständnis von Literatur für jeden einzelnen inne liegt, sondern ich bin der Überzeugung,
dass ich besser auswählen kann, was man wissen soll (!) und was nicht. Weil ich über Jahre diese Themen studiert, über sie geschrieben, geredet und gestritten habe."
So formuliert Bob Blume in einem lesenswerten Text über den gegenwärtigen Bildungsdiskurs im Internet.

Brauchen wir einen literarischen Kanon? (Und: Schullektüren, Lesebücher.) fragt Herr Rau in seinem Lehrerzimmer.

Lesenswert sind auch die Kommentare dazu.

Zitat aus meinem Kommentar (ein klein wenig stilistisch verbessert):

"Lesebücher halte ich für so wichtig, weil die großartige „Rede des toten Christus“ und die „allmähliche Verfertigung des Gedankens“, die m.E. genauso zum Kanon gehören wie „Der Mond ist aufgegangen“ „Erlkönig“ und „Es war, als …“ sonst der Zufälligkeit des Interesses von einzelnen Deutschlehrern ausgeliefert wären.
Natürlich entsteht ein Kanon nur durch Gebrauch und davon reden, nicht durch Vorschriften.
Zum Glück gibt es noch Schulnamen, so dass wenigstens an diesen Schulen das eine oder andere Werk des Schulnamensdichters (in Ausschnitten) bekannt wird. – Mir unvergesslich, wie bei einer Lesung des lyrischen und dramatischen Werks eines nicht unbekannten Dichters (irgendetwas zwischen 48 und 90 Stunden) eine Sechstklässlerin als einzige das Metrum des „Reineke Fuchs“ deutlich zu Gehör brachte (Erwachsene scheiterten daran). Natürlich gehört „Reineke Fuchs“ nicht zum Kanon; aber dass dieser Dichter nicht nur im zweiten Teil seines dem Namen nach bekanntesten Werkes mit dem jambischen Trimeter antike Versmaße verwendete, das sollte … " (Da es Suchmaschinen gibt, lasse ich zunächst die zugehörigen Links fort.)

Ich werde hier noch mehr dazu schreiben, aber die Reflexion auszuformulieren wird noch lange brauchen. Doch das halt ich für sinnvoll, weil Unvollständiges eher zur Gegenrede und zur Ergänzung anregt. 

Zunächst einmal: Auf jeden Fall ist der Artikel von Herrn Rau sehr lesenswert und für die meisten Leser dürfte auch das, was dort gesagt ist, ausreichen, um sich eine gut begründete Meinung zu bilden. Mich drängt es aber dazu, am Beispiel von Shakespeare und J.S. Bach auf die Geschichte der Kanonbildung einzugehen. 
Die Formulierung eines Kanons bedeutet immer ein Werturteil, und Werturteile bewähren sich nur im kritischen Diskurs (hier brauche ich ein Link, um anzudeuten, dass es um mehr als nur eine Unterhaltung geht). 
Shakespeare und J.S. Bach waren zu ihrer Zeit Mode. Dass sie aber heute weltweit zu den bedeutendsten Vertretern ihrer Kunst gezählt werden, hat sich erst durch einen Diskurs Generationen nach ihrem Tod herausgebildet. 
Lessing hat den zu seiner Zeit in Deutschland gültigen literarischen Kanon in seinem 17. Literaturbrief mit einem klaren "Ich bin dieser Niemand" in Frage gestellt und - letztendlich sehr erfolgreich - Shakespeare als Gegenbild herausgestellt. Die Weimarer Klassik ist ohne die Hinwendung zum Vorbild Shakespeare nicht denkbar (so sehr sie sich auch von ihm weg entwickelt hat).
J.S. Bach war durch seinen Sohn Carl Philipp Emanuel wegen dessen Epoche machenden Neuerungen, die die Wiener Klassik vorbereiteten, in den Schatten gestellt worden. Es bedurfte des J.S. Bach Revivals des 19. Jahrhunderts, um für das 20. und 21. Jahrhundert weltweit deutlich zu machen, dass Bach durch seinen Sohn nur abgelöst, nicht übertroffen worden war. 
Was wäre von Georg Büchner noch überliefert, wenn er nicht für den literarischen Kanon entdeckt worden wäre? [dazu sieh Ph. Wampflers Gegenkanon*]

Nicht zufällig habe ich Shakespeare und J.S. Bach als Beispiele für die Bedeutung der Kanonbildung herausgestellt; denn für diese beiden gilt - zumindest meiner Ansicht nach -, dass sie nicht "Zwerge auf den Schultern von Riesen" waren (so sehr sie auf der Überlieferung und den hervorragenden Werken ihrer Zeit aufbauten). Sie waren selber Riesen, und uns wäre Entscheidendes verloren gegangen, wenn wir nur die (großartigen, unsterblichen und was man sonst zum Lob der Künstler nach diesen beiden anführen mag) Werke, die auf sie folgten, angewiesen wären. 

So viel schon habe ich geschrieben und noch nichts dazu gesagt, weshalb man die  „Rede des toten Christus“ und die „allmähliche Verfertigung des Gedankens ...“ kennen sollte, obwohl sie beide nicht von Shakespeare oder einem der deutschen Klassiker stammen.
Vorerst schreibe ich auch noch nichts dazu, sondern wende mich meinem Tagewerk zu, nicht ohne ein kleines Gedicht anzuführen:
                                           „Schläft ein Lied in allen Dingen,
                                            Die da träumen fort und fort,
                                            Und die Welt hebt an zu singen,
                                            Triffst du nur das Zauberwort.“
Auch das verdient meiner Meinung nach, dem literarischen Kanon anzugehören. Und dazu braucht es meiner Meinung nach Lesebücher oder einen elektronischen Ersatz dafür. 
(Mehr zu Lesebüchern auch bei Herrn Rau.)

Ergänzung am 24.5.:
Immer wieder gibt es Versuche, eine Kanonbildung zu unterstützen. Die ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher (und die Folgeaktivitäten) gehörten dazu, Marcel Reich-Ranickis Kanon, auch
Die Lieblingsgedichte der Deutschen.  Die Beteiligung an der Umfrage zum letzten Projekt und die Auflagen der beiden erstgenannten zeugen von einem Interesse an einem Kanon und davon, dass er nicht staatlich verordnet sein muss, um wirksam zu werden.
Auch Lektürelisten von Universitäten oder Deutschlehrern (Beispiel von 1960 für eine 9. Klasse) helfen dabei.

Mehr zu der Bildung eines literarischen Kanons:
Hermann Korte: Grundzüge der Literaturdidaktik (ein Hinweis von Ph. Wampfler)
Philippe Wampflers Gegenkanon
*Büchner war als Schüler an der Bildung eines Gegenkanons beteiligt, wenn er mit seinen Freunden über Goethe und Schiller sprach statt über Homer und Horaz, wie seine Lehrer es von ihnen erwarteten. 

Montag, 22. Mai 2017

Vom Universitäts-Professor zum Wikipedia-Administrator

Horst EnzensbergerVom Universitäts-Professor zum Wikipedia-Administrator. Wie ich zu Wikipedia kam …

Horst Enzensberger ist emeritierter Professor für Historische Hilfswissenschaften und als solcher Spezialist genug, um sich ein Urteil über Wikipediaartikel seines Fachgebiets zu erlauben.

Sein Blick auf die Wikipedia verbunden mit seinem Erfahrungsbericht ist durchaus anregend.

Ein Zitat:
"Der hemdsärmelige Umgangston in Diskussionen welcher Art auch immer konnte jemanden, der seine Hochschullehrerlaufbahn 1969 an der Universität in Frankfurt am Main begonnen hatte, nicht abschrecken, aber man mußte sich ja auch nicht immer und überall beteiligen. Auch in anderer Weise wurde man für das spätere Leben in Wikipedia vorbereitet, war doch die Gruppenarbeit ein Fetisch der Reformforderungen. Ein oder zwei Teilnehmer machten die Arbeit, die anderen profitierten von deren Leistungen, ohne sich übermäßig angestrengt zu haben. In Wikipedia läuft es nicht wesentlich anders, Review und Auszeichnungskandidaturen bieten genügend Beispiele. Bei Nischenthemen – Handschriften, Inkunabeln, kleinen, aber feinen Bibliotheken – allerdings arbeiten die sachverständigen Benutzer meist unauffällig Hand in Hand und ergänzen sich durch ihre Beiträge, deren Entstehen auch durch fachliche Erörterungen begleitet werden kann.Teamwork ist ja in den Geisteswissenschaften keine neue Erscheinung, auch wenn der Begriff neueren Datums ist."

Sonntag, 21. Mai 2017

Weil man nachher Zahlen und Datum nicht mehr weiß, hier festgehalten

Amerika und Saudi-Arabien schließen Mega-Waffendeal ab  faz.net 20.5.17
Die Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien haben sich auf ein gigantisches Waffengeschäft geeinigt. Bei dem Besuch des amerikanischen Präsidenten Donald Trump in Riad sei die Unterzeichnung einer Absichtserklärung für einen Deal über 110 Milliarden Dollar (knapp 100 Milliarden Euro) geplant, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses nach Angaben von mitreisenden Journalisten am Samstag. Über einen Zeitraum von zehn Jahren soll Riad Waffen im Wert von etwa 350 Milliarden Dollar aus den Vereinigten Staaten kaufen. Es handelt sich damit um einen der größten Waffendeals zwischen beiden Ländern.
„Dieses Paket von Verteidigungsausrüstung und Diensten unterstützt auf lange Sicht die Sicherheit Saudi-Arabiens und der Golf-Region angesichts iranischer Drohungen“, sagte der Sprecher. Auch werde damit die Möglichkeit des Königreichs gestärkt, an Anti-Terror-Operationen teilzunehmen. Damit würde Druck vom amerikanischen Militär genommen.

Hermann Hesse

"Hermann Karl Hesse (Pseudonym Emil Sinclair;[2] * 2. Juli 1877 in CalwKönigreich WürttembergDeutsches Reich; † 9. August 1962 in MontagnolaKanton TessinSchweiz) war ein deutschsprachiger SchriftstellerDichter und Maler. Bekanntheit erlangte er mit Prosawerken wie Siddhartha oder Der Steppenwolf und mit seinen Gedichten (z. B. Stufen). 1946 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur und 1954 der Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste verliehen.
Als Sohn eines deutsch-baltischen Missionars war Hesse durch Geburt russischer Staatsangehöriger. Von 1883 bis 1890 und erneut ab 1924 war er schweizerischer Staatsbürger, dazwischen besaß er das württembergische Staatsbürgerrecht" (Seite „Hermann Hesse“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 21. Mai 2017, 09:23 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Hermann_Hesse&oldid=165692863 (Abgerufen: 21. Mai 2017, 15:54 UTC))

Wie man einen Nobelpreisträger zur Schnecke macht Volker Michels 9.8.2012
"[...] Mag das Werk Thomas Manns intellektueller und welthaltiger sein und Hesses thematischer Radius begrenzter, an Eindringlichkeit oder, wie Thomas Mann es formulierte, an »Vielschichtigkeit und Beladenheit mit den Problemen von Ich und Welt« steht Hesse ihm nicht nach. Denn auch sein Lebenswerk plädiert für «das Vernünftige, Notwendige, Lebensfreundliche und Menschenwürdige«, Eigenschaften, die für Thomas Mann Inbegriff der besten deutschen Traditionen sind, die er wie Hesse fortgesetzt hat. [...]"

Noch immer ist Hesse ein Dauerbrenner. Hamburger Abendblatt 8.8.2012
"Hermann Hesse ist ein deutscher Literatur-Superstar. Wahrscheinlich der Einzige: Seine Gesamtauflage beläuft sich auf 100 Millionen verkaufte Bücher. Hesse, der am 9. August vor 50 Jahren starb, ist ein Dauerbrenner, dessen Bücher interessanterweise eine widersprüchliche Aura umgibt: Zum einen wirken sie zeitlos, weil sie, obwohl 80, 90 oder 100 Jahre alt, immer noch und immer wieder Leser finden, zumal unter den Jungen. Zum anderen scheinen sie, wenn man sie, selbst älter geworden, in die Hand nimmt, wie von feinem Staub überzogen. "Siddhartha", "Der Steppenwolf", "Demian" - das hat man in der Pubertät gelesen oder knapp danach.
Aber jetzt, Jahre und Jahrzehnte später, wo man seinen Platz im Leben mehr oder weniger gefunden hat? Sind Hesses große Romane über Selbstfindung, Individualität und Spiritualität Nachrichten aus einem vergangenen Zeitalter, Äonen von Jahren her. Sie berichten von Zuständen, die man hinter sich gelassen hat. Ja, es ist sogar so, dass sich frühere begeisterte Hesse-Leser heute manchmal ihrer einstigen Leidenschaft schämen. Was Blödsinn ist: Der Literaturnobelpreisträger von 1946 mag zwar Schöpfer eines Werkes sein, das insbesondere junge Leser fasziniert. Seine literarische Kraft verliert es aber bei eingehender Betrachtung keineswegs [...]"

"Von sich aus hätte Hesse nie geheiratet" ntv 9.8. 2012

Samstag, 20. Mai 2017

Niko Paech

Nico Paech: Die Legende vom nachhaltigen Wachstum Le monde diplomatique 10.09.2010


Interview mit Nico Paech: "Grünes Wachstum" gibt es nicht SZ 17.1.2014

"Für die einen, die sich nach einer Alternative zum Immer-mehr-Kapitalismus sehnen, ist er eine Ikone, weil er vordenkt, wie eine Welt ohne Wirtschaftswachstum funktionieren könnte: mit Menschen, die nur 20 Stunden in der Woche arbeiten, die weniger konsumieren, ihre Lebensmittel selbst anbauen und kaum noch reisen.  [...] Auf der Liste der weltweiten "Thought Leaders" – jener Liste einflussreicher Köpfe, die das Gottlieb Duttweiler Institut zusammenstellt, ein Schweizer Thinktank – landete er 2015 auf Platz 18. Vor etablierten Ökonomen wie Axel Ockenfels, Hans-Werner Sinn oder Thomas Straubhaar. Wollte die Universität Oldenburg so einen wirklich loswerden? [...] Nun aber wird die Stelle neu ausgeschrieben. Allerdings verändert sich der Ausschreibungstext. Und zwar so, dass Paech keine Chance mehr hat. Hieß es ursprünglich, es werde eine Persönlichkeit gesucht, die "einschlägige nationale und internationale wissenschaftliche Publikationen" vorweisen kann, ist nun nur noch von "international sichtbaren Publikationen" die Rede, von denen Paech nur wenige zu bieten hat. Zudem werden plötzlich "hervorragende empirische Methodenkenntnisse" gefordert. Paech aber ist vor allem Theoretiker."
Was bewegt Niko Paech? Der Verstoßene ZEIT Nr. 11/2017 9.3.17

Vorzeigeprofessor Paech verlässt Uni Oldenburg NDR.de 15.12.2016

Profil Niko Paech an Universität Oldenburg

Niko Paech in Wikipedia

Niko Paech in der Diskussion:
"[...] Eppler: Weltweit wächst die Bevölkerung und wir werden die fossilen Energien nicht nur einschränken, sondern zum größten Teil im Boden lassen und die ganze Geschichte mit dem Fracking schlicht vergessen müssen, damit dieser Planet bewohnbar bleibt. Die Energiewende ist eine der Grundbedingungen dafür. Sie hat einen ganz eigenen Wert. Deshalb darf man sie nicht bagatellisieren. 

Paech: Wir müssen aber mit einer Reduktion unserer Ansprüche den Möglichkeiten einer ökologischen Nutzung der Erneuerbaren entgegenkommen. Sonst dient die Energiewende dazu, ein maßloses System zu erhalten. [...]"  (Verzichten oder grün wachsen ZEIT 3.11.16)

Ulrich Brand, Markus Wissen: Imperiale Lebensweise

Ulrich Brand, Markus Wissen: Imperiale Lebensweise, Oekom 2017 mit Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

"Unsere Muster von Produktion und Konsum erfordern einen überproportionalen Zugriff auf Ressourcen, Arbeitskraft und biologische Senken der restlichen Welt. Mit anderen Worten: Die Ausbeutung von Mensch und Natur hält nach wie vor an – und nimmt weiter an Fahrt auf."

Rezension in Was liest du?

weitere Links


Ich erinnere an:

Jorgen Randers: 2052. Der neue Bericht an den Club of Rome. Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre von 2012 (Jetzt sind es nur noch 35.)

Naomi Klein: Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima von 2015

Leider wird das Thema immer aktueller.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Schlafverhalten

Frauen schlafen schlechter als Männer - das hat sechs Gründe  Focus 4.5.17

Schlafen Frauen allein, haben sie einen besseren Schlaf. Bei Männern ist es andersrum. Sie schlafen schlechter, wenn sie alleine schlafen. Auch das hat evolutionsbiologische Gründe. Weeß erklärt: "Die Frau war schon in der Steinzeit für die Gruppe verantwortlich. Sie stellte sicher, dass alle gut versorgt sind, ob es den anderen gut geht, ob das Feuer noch brennt."

Montag, 15. Mai 2017

Die NRW-Wahl und ihre Folgen für Europa

Wahlsieg für die CDU, herbe Niederlage für die SPD: Angela Merkels Partei hat die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen mit 33 Prozent gewonnen. Die SPD als bislang stärkste Partei verlor knapp acht Punkte und erreicht nur noch 31,2 Prozent. Europaweit beschäftigen sich Kommentatoren mit der Abstimmung in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland und sprechen ihr eine Signalwirkung zu.
DE TIJD (BE)

Mutti ist die einzige Sicherheit

Der Sieg der CDU in NRW ist auch ein Sieg für Merkel, betont De Tijd:
„Merkel bleibt tatsächlich die Verkörperung von Standhaftigkeit und Ruhe in unruhigen Wahlkampfzeiten. ... Dennoch befindet sich auch die deutsche politische Landschaft in Bewegung. Die CDU ist nicht länger die allmächtige Partei und es ist denkbar, dass die SPD nach einer weiteren Niederlage nicht länger bei einer weiteren großen Koalition mitmacht. Und da liegt das Problem. Auch wenn die Zersplitterung der politischen Landschaft weniger schlimm ist als in anderen europäischen Ländern und die Bildung von Koalitionen in den deutschen Genen liegt, muss man noch abwarten, wie der Wähler im September die Karten mischen wird. ... Merkel wird wahrscheinlich ihre eigene Nachfolgerin als Kanzlerin werden. Aber wichtiger als je zuvor ist die Frage: Mit wem? Denn darauf geben die jüngsten drei Landtagswahlen keine Antwort. Die einzige Sicherheit ist 'Mutti'.[Hervorhebung von Fontanefan]
Jean Vanempten
Teilen auf
Zum Originalartikel
 
SYDSVENSKAN (SE)

Genau die Kanzlerin, die Europa braucht

Auch Sydsvenskan sieht Merkel gestärkt in die Bundestagswahl im Herbst gehen und glaubt, dass das gut für die EU ist:
„Unter europa- und weltpolitischen Gesichtspunkten kann man sich nicht darüber beklagen, dass Merkel einer weiteren Amtszeit als Bundeskanzlerin entgegengeht. Es sieht so aus, als werde sie eine noch wichtigere Rolle als bisher spielen. ... Merkel wird als Bremsklotz gebraucht, wenn Macron die EU in eine zu föderalistische Richtung treiben will. Auch was Russland betrifft, kann Angela Merkels Bedeutung kaum überschätzt werden. ... Und im Hinblick auf Trump. Zehnmal soll Trump nach einem separaten Handelsabkommen mit Deutschland gefragt haben. Und zehnmal soll Merkel geantwortet haben: 'Es gibt keine Absprache mit Deutschland, sondern nur mit der EU.' Eine Führerschaft solchen Kalibers ist genau das, was Europa braucht.“
Zum Originalartikel
Teilen auf
 
LA REPUBBLICA (IT)

EU der zwei Geschwindigkeiten ist besiegelt

Auch La Repubblica beschäftigt sich mit der Frage, welche Auswirkungen der Wahlsieg der CDU in Nordrhein-Westfalen letztlich auf Europa hat:
„Das Europa, das uns nach der Wahl in Deutschland im Herbst erwartet, wird in großem Maße eine Neuauflage dessen sein, was wir kennengelernt haben: Ein Europa, gelähmt von der ewigen Kraftprobe zwischen einem Norden, der den Ordoliberalismus predigt, und einem Süden, der schwankt zwischen Misstrauen und der Unfähigkeit, sich dieser markwirtschaftlichen Ordnung anzupassen. Wobei es einen zumindest theoretisch bedeutsamen neuen Faktor gibt: das Frankreich von Emmanuel Macron. … Mit dem vierten Sieg von Merkel bedeutet die Stärkung der deutsch-französischen Achse im Wesentlichen, dass auch Paris auf den Zug von Berlin aufspringt, zumindest was die Strategie der Wirtschaftspolitik betrifft. In einem Europa, in dem die zwei Geschwindigkeiten de facto offiziell geworden sind, wird der Zug sich so rasch wie möglich in Bewegung setzen und nicht auf Nachzügler warten, die an der Haltestelle Italien zurückgeblieben sind.“
Andrea Bonanni
Teilen auf
zur Homepage
 
NRC HANDELSBLAD (NL)

Merkel siegt mit stoischer Ruhe

Kanzlerin Merkel hat genau das Richtige getan, als sie sich von Schulz demonstrativ nicht aus der Ruhe bringen ließ, analysiert NRC Handelsblad:
„Der 'Schulz-Effekt' verschleierte das Problem der SPD: eine tiefe Unsicherheit bezüglich der Frage, was sie eigentlich will. ... Nun ist nicht mehr zu leugnen, dass die gesamte Partei und ihr Anführer nach dieser Niederlage in ihrem wichtigsten Bundesland ein riesiges Problem haben. ... In den Monaten, als Schulz der Retter der SPD zu sein schien, behielt Merkel einen kühlen Kopf. Auch als in ihrer Partei die Panik zunahm und ihre Parteikollegen ihre abwartende Haltung kritisierten, regierte sie stoisch weiter - auf der Weltbühne aber auch in Berlin, mit unter anderem einer Verschärfung der Sicherheits- und Flüchtlingspolitik. Sie griff Schulz nicht an, sondern sie ignorierte ihn so weit wie möglich.“
Juurd Eijsvogel
Teilen auf
zur Homepage