Dienstag, 25. Juli 2017

Wortschatzwandel

 Mit der Webapplikation „Wortschatzwandel in der ZEIT“ können Sprachinteressierte erkunden, welche Wörter in einem bestimmten Jahr neu in der ZEIT waren und zuvor gar nicht oder nur selten verwendet wurden. Umgekehrt können die Nutzerinnen und Nutzer über die Anpassung einiger weniger Kennzahlen auch erforschen, wann bestimmte Wörter nicht mehr verwendet wurden. [...] Die Nutzerinnen und Nutzer werden so selbst zu Forschenden, die nach eigenen Kriterien nach auffälligen Wörtern suchen können.
So lässt sich beispielsweise nachvollziehen, dass im Jahr 1985 mehrere Wörter rund um die Aids-Epidemie, z.B. „Aids-Kranke“, „Aids-Patienten“ und „Aids-Virus“, aufkamen und auch mindestens in den folgenden 24 Jahren eine relevante Rolle im Wortschatz der Wochenzeitung spielten. Auch das Wort „Altersarmut“ wurde in diesem Jahr erstmals relevant und ist seitdem nicht mehr aus dem Wortschatz der ZEIT wegzudenken. 1990 erlangten wie zu erwarten Wörter wie „Stasi-Akten“, „Ossis“, „Wessis“ und „Maueröffnung“ erstmals Relevanz im Wortschatz. Aber auch andere Wörter, die thematisch nicht mit der deutschen Wiedervereinigung zusammenhängen, wie „Cyberspace“ oder „Anschubfinanzierung“ können erst ab 1990 verstärkt im Wortschatz der ZEIT nachgewiesen werden.
Erläuterung zum Umgang mit dem Instrument

Montag, 24. Juli 2017

Jährlich 3,6 Milliarden Plastiktüten verbrauchen die Deutschen

Und dabei ist das schon ein großer Fortschritt:
"Eine erfreuliche Bilanz: 2016 haben wir hierzulande etwa zwei Milliarden Plastiktüten weniger verbraucht als noch im Vorjahr. Grund dafür ist laut Experten die Einführung von Gebühren auf Plastiktüten.
Seit Juli 2016 sind in mehr als 300 Unternehmen Plastiktüten nicht mehr kostenlos zu haben. Auch wenn die Tüten in vielen Geschäften nur 10 oder 15 Cent kosten – die Maßnahme hat sich bewährt. In Deutschland ist der Verbrauch von Plastiktüten stark zurück gegangen, wie aktuelle Zahlen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung zeigen.
Durchschnittlich hat jede Person in Deutschland nur noch 45 Plastiktüten im Jahr verbraucht – 2015 waren es noch 68 Tüten pro Kopf. Insgesamt ist der Plastiktüten-Verbrauch damit um etwa zwei Milliarden Stück gesunken: von 5,6 Milliarden Tüten jährlich auf nur noch 3,6 Milliarden."

Nationale Identität oder Postnationalismus

"When Canadian Prime Minister Justin Trudeau called his country the world’s “first post-national state” with no “core identity” or “mainstream,” he was offering a prescription, not a description. As Canada celebrates its 150th birthday this week and stares into the uncertain future ahead, his words may prove little more than an opening bid as the country negotiates its 21st-century purpose. [...] Canada would be less colonial politically, less English culturally, less white racially and more comfortable with activist government ideologically. Today’s lines are just as easy to observe, but where they lead is much harder to imagine, promising, as they do, to steer the country not merely from one identity to another, but away from identity itself."
(Who gets to decide Canada's identity? The Washington Post 29.6.2017)

Sonntag, 23. Juli 2017

Das Wochenende in der Süddeutschen Zeitung

Überblick

VW als Komplize der Militärdiktatur in Brasilien

"[...] Außerdem hat der VW do Brasil offenbar politische Festnahmen durch die Geheimpolizei auf seinem Werksgelände bei São Paulo zugelassen. Betroffene berichten, sie seien im Anschluss monatelang gefoltert worden. Sie hatten sich in oppositionellen Gruppen engagiert und Flugblätter auf dem Werksgelände verteilt. [...]"

Turbo-Abitur führt nur zum Teil schneller ins Studium

Von Inga Michler | 
"Der Plan, Jugendliche schneller auf den Arbeitsmarkt zu bringen, ist gescheitert. Viele drängen ins Sabbat-Jahr. Noch erschreckender ist allerdings die geringe digitale Affinität deutscher Schüler."
Der Vorteil von G8 für die Finanzminster bleibt. Die Schülerzahlen sinken, da ein Teil der Schüler früher das Schulsystem verlässt. 
Da mangelnde Kenntnisse dank der Kompetenzorientierung des Abiturs erst im Studium auffallen, müssen sie eben an der Uni nachgeholt werden, ob das in Eigeninitiative oder mit Unterstützung der Universität geschieht, kann den Finanzministern egal sein. Allenfalls zunehmende Abbrecherzahlen könnten stören, weil dann die Universitäten erkennbar weniger effizient arbeiten. Das kann man aber durch geeignete Statistiken verschleiern. 
Da ein Praxisjahr oft die Selbständigkeit der Studenten fördert, könnte dies die erhöhten Abbrecherquoten aber in gewissem Umfang kompensieren. 

Kaffee in Dürkheim

"Kaffee der rkheimer KAffeefabrik, die als Folge der Insolvenz der Quieta-Werke in Bad Dürkheim Mitte der 1930er Jahre von Fritz Opitz sen. gegründet wurde. Das Gelände der Fabrik befand sich in der Mannheimer Straße in Bad Dürkheim. Die ersten Maschinen wurden zum größten Teil aus der Insolvenzmasse der Quieta-Werke übernommen. Später firmierte sie unter "Kasper & Opitz", da Fred Kasper, der Sohn des Quieta Werke-Gründers Alfred Kasper, in die Firma DüKa aufgenommen werden musste. Fritz Opitz sen.? und Alfred Kasper waren Schwager.
Die Firma bestand bis 1967 und musste dann Insolvenz anmelden." (Kaffeetraditionsverein)

Freitag, 21. Juli 2017

Blauäugigkeit war keine Hilfe

Hier stelle ich in Bezug auf eine Studie zu Medienberichten im September und Oktober 2015 ein paar Bemerkungen zusammen, in denen ich vor einer Verharmlosung der Aufgabe der Integration von Flüchtlingen gewarnt habe. 

16.9.2015
Es hat sehr lange gedauert, bis Bevölkerung und Medien den Skandal wahrgenommen haben, der in dem "Schutz" der Festung Europas durch Frontex bestand. Mir erscheint das, was jetzt geschieht, wie ein kurzfristiger Hype, obwohl ich mir etwas anderes erhoffe. 
Merkel ist in dieser Situation im guten Sinne populistisch geworden. Hoffentlich fällt sie nicht um, wenn sie sich über die Folgen ihrer raschen Entscheidung klar wird. (Fonty)

7.10.15
Die Inklusion aller Behinderten und dieIntegration aller eintreffenden Flüchtlinge wird nicht gelingen, wenn das Bildungssystem unter dem Diktat der schwarzen Null und der Minimalsteuern für Unternehmen ausgehungert wird 

17.1.16
Zu lange schon sah ich die, die sich um Flüchtlinge kümmerten, von Politikern fast aller Richtungen allein gelassen.
Deshalb fand ich das Verschweigen oder Kleinreden von Problemen, die die Aufnahme einer hohen Zahl von Flüchtlingen unweigerlich mit sich bringen musste, hoch problematisch. 

24.2.16

Blauäugigkeit ist kein Ersatz für Tatkraft 

Die allgemeine Euphorie, die in den Medien ausbrach, als deutlich wurde, wie groß die Bereitschaft zu ehrenamtlicher Hilfe für Flüchtlinge war, war kein gutes Zeichen; denn sie übertönte den Ruf nach Aufstockung des professionellen Personals für diesen Bereich.
Die Forderung, die Polizei muss den Schutz von Flüchtlingen sicherstellen, 
Punktum, ist kein gutes Zeichen, denn sie verschließt die Augen davor, dass die Polizei in der gegenwärtigen Situation insgesamt, vor allem aber in einzelnen Krisensituation wegen Personalmangels überfordert ist. [...]

Zu viele unter uns haben die Flüchtlingskrise, die schon 
vor dem August 2015 bestand, nicht wahrgenommen und glauben deshalb an fehlenden guten Willen.
Zwar ist es völlig richtig, dass jetzt erheblich mehr in den Bildungsbereich investiert werden muss, dass mehr Polizisten eingestellt werden müssen und dass der Einsatz von Ehrenamtlichen unverzichtbar ist. Doch auch dann wird immer wieder einmal eine Überlastungssituation eintreten, für die man nicht einzelne Personen verantwortlich machen darf, sondern die auf unzureichende Vorbereitung zurückzuführen ist.

Nicht nur Blauäugigkeit, sondern geradezu Blindheit ist es, wenn man 
den Sachsen vorwirft, sie hätten nicht genügend gegen Rechtsradikale und Rechtspopulisten in ihrem Land getan.
Ist der nationalsozialistische Untergrund (NSU) etwa nur in Sachsen nicht zureichend verfolgt worden? [...].

Wir stehen vor einem Problem unserer Gesamtgesellschaft, und die Sachsen oder die Polizei oder sonst eine Gruppe unserer Gesellschaft zu Sündenböcken abzustempeln, hilft nicht weiter.

Schließlich: Wie sieht die Situation in Europa aus? Immer wieder hört und liest man in den Medien, es fehle die europäische Solidarität in der Flüchtlingskrise. Was will man von Esten und Litauern erwarten, wenn wir im wohlhabenden Deutschland nicht genügend Ressourcen aufbringen, um einzelne Gemeinden und Regionen zureichend zu unterstützen, dass sie mit den anfallenden Aufgaben fertig werden?
Und wie stand es und steht es um unsere Solidarität mit Griechenland?
Massiv waren die Forderungen nach Personalabbau in der öffentlichen Verwaltung; aber mit den Flüchtlingsströmen hätten die Griechen besser fertig werden sollen. Wie viel guter Wille ist dennoch immer noch auf den griechischen Inseln zu finden, wo jetzt 
Hotspots eingerichtet werden. Aber kann der erhalten bleiben, wenn die Bewohner keinerlei Solidarität von Deutschland erfahren, sondern statt dessen durch zwangsweisen Souveränitätsverzicht durch Frontexkommandos beglückt werden?

So sehr ich die anfängliche Euphorie über das ehrenamtliche Engagement kritisiere. Eine einzelne Zeitung darf durchaus eine deutliche Position vertreten. Fragwürdig war nur die von allen zur Schau gestellte (vorgetäuschte?) Blauäugigkeit. 

Montag, 17. Juli 2017

Positive Erfahrungen mit Inklusion und ein Ausblick

Eine Schülerin berichtet:


"[...] Jetzt ist alles anders. Es kommen immer mehr Förderschüler in die Klassen, vielen Lehrern fehlt die Erfahrung mit der Inklusion. Mehr Sonderpädagogen gibt es deshalb nicht. Auch an unserer Schule sind sie inzwischen für zwei Klassen gleichzeitig zuständig und können die Lehrer nicht mehr jede Stunde unterstützen. Außerdem sind mehr Schüler in den Klassen. Lehrer müssen sich häufig gleichzeitig um die starken Schüler kümmern, die an der Gesamtschule ihr Abitur machen wollen, und um schwächere, die Probleme mit den Grundrechenarten oder dem Lesen haben. Dabei bleiben immer Kinder auf der Strecke.
Ich finde das schade. Für mich persönlich war die Zeit in der Integrationsklasse eine große Bereicherung. Ich fühlte mich nie schlecht oder zu wenig unterrichtet und habe viel über Toleranz gelernt und darüber, dass Menschen sehr unterschiedlich sein können. [...]"
(Quelle und mehr dazu: Inklusion in der Schule ZEIT online 16.7.17 - Hervorhebungen von Fontanefan)

Samstag, 15. Juli 2017

FAZ vermisst linke Demonstranten, fehlen ihr Randalierer?

Stell Dir vor, die Neonazis kommen und keiner demonstriert faz.net 15.07.2017

"Zu einem Rechtsrock-Event reisen Tausende Neonazis in eine Kleinstadt nach Thüringen – und damit mehr als der Ort Bewohner hat. Von den angekündigten Gegendemonstranten ist dagegen kaum einer gekommen.
Zum bundesweit größten Neonazi-Konzert des Jahres im südthüringischen Themar sind vor Festivalbeginn bereits rund 3500 Rechte angereist.  [...] Dagegen war in der 3000-Einwohner-Stadt von den neun angekündigten Protestveranstaltungen gegen Rechts mit bis zu 2000 Demonstranten kaum etwas zu sehen. 
Laut Polizei demonstrierten vor dem Konzertgelände etwa 75 Menschen sowie in der mit Plakaten geschmückten Stadt und an diversen Ständen noch einmal wenige Dutzend.  
Knapp 1000 Polizisten aus Thüringen und mehreren Bundesländern sind im Einsatz – auch um die beiden Blöcke voneinander zu trennen. Polizei und Thüringer Innenministerium gingen davon aus, dass die Zahl der Polizisten laut Sicherheitskonzept und Einschätzung des möglichen Gewaltpotentials ausreicht."


Rechtsrock-Event in Thüringen: Themar wartet auf „Stahlgewitter“ und „Blutzeugen“ faz.net 14.7.17

"Der Bürgermeister hat lange genauso wie der Landrat aus dem nahen Hildburghausen gegen das Konzert gekämpft. Am liebsten hätte er das Ganze verboten, sagt Böse, doch das sei nicht so einfach. Rathaus und Landratsamt sehen in dem Konzert eine kommerzielle Veranstaltung, weil die Teilnehmer Eintritt zahlten.
 Der Organisator, ein Mittdreißiger aus der Thüringer Neonazi-Szene, beruft sich jedoch auf das Versammlungsrecht, weil es zwischen den Liedern auch Wortbeiträge gebe, und bekam darin sowohl beim Verwaltungsgericht Meiningen als auch beim Oberverwaltungsgericht in Weimar recht. Letzteres hatte erst am Donnerstag eine Beschwerde des Landkreises Hildburghausen zurückgewiesen mit der Begründung, dass auch Konzerte Meinungsäußerungen im Sinne des Versammlungsrechts sein können.
 Mit der Wertung als Versammlung aber steht die Veranstaltung unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes."

Kurz ist klarzustellen: Wenn Minderheiten die Straße beherrschen und gar andere terrorisieren, dann darf man nicht wegschauen, sondern dann sollte deutlich werden, was die Mehrheit der Bevölkerung davon hält.
Wenn aber rechtlich nicht verhindert werden kann, dass aus dem ganzen Bundesgebiet Rechtsradikale zusammenkommen und kurzfristig gegenüber der Gesamtbevölkerung die Überzahl darstellen, dann ist es Aufgabe des Rechtsstaats, sicherzustellen, dass es nicht zu Übergriffen auf die Bevölkerung kommt. Künstlich eine Situation herbeizuführen, dass die Polizei zwei Demonstrationen auseinander halten muss, wäre dafür kontraproduktiv. Die Bürger und die Organisationen, die zu Gegendemonstrationen aufgerufen haben, haben eine solche Situation verhindert.

Warum aber habe ich bei den Berichten der FAZ ein ungutes Gefühl?
Wenn es dort heißt:
"Laut Polizei demonstrierten vor dem Konzertgelände etwa 75 Menschen sowie in der mit Plakaten geschmückten Stadt und an diversen Ständen noch einmal wenige Dutzend.  
Knapp 1000 Polizisten aus Thüringen und mehreren Bundesländern sind im Einsatz – auch um die beiden Blöcke voneinander zu trennen."
dann klingt das für mich, als wäre es dem Berichterstatter lieber gewesen, wenn die Demonstranten gegen die Neonazis das Polizeiaufgebot gerechtfertigt hätten. 
Was stört mich daran?
Es wird nichts davon gesagt, aber der politisch wenig Informierte könnte angesichts des Berichts zu dem Eindruck kommen: "Gegen die Regierungen können die Linken demonstrieren, aber die Nazis sind ihnen wohl egal."
Ich hoffe, das ist nicht beabsichtigt, und möchte davor warnen, einen Wettkampf um die Hoheit auf den Straßen zu provozieren. Denn das kann gewiss nicht im Sinne der Berichterstatter sein. 

Sexismus ist Trump

Wegen der schönen Überschrift dieser Schnipsel aus der FAZ:

http://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/trumps-sexistische-aeusserungen-15106232.html

Freitag, 14. Juli 2017

Öffentlich-private Partnerschaften beim Autobahnbau

"Bei ÖPP handelt es sich um Kooperationen von Privatunternehmen und öffentlicher Hand, zum Finanzieren, Erbauen, Instandhalten und Betreiben von Infrastruktur. [...] Kommunen, Länder und der Bund sehen die öffentlich-private Zusammenarbeit als eine Möglichkeit an, notwendige Investitionen trotz beschränkter Mittel kurzfristig zu leisten. Mit ÖPP ließe sich außerdem die Schuldenbremse umgehen, wenngleich dies natürlich wesentlich vornehmer beziehungsweise gar nicht formuliert wird. Viele Kommunen können oder dürfen keine neuen Schulden mehr aufnehmen. Zahlungsverpflichtungen an private Akteure tauchen jedoch nicht als Schulden im Haushalt auf

Diese mögliche Umgehung der Schuldenbremse sowie die oft nur aus kurzfristiger Sicht stichhaltigen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen von ÖPP kritisiert der Bundesrechnungshof. Die Vorteile aus Sicht der privaten Akteure sind langfristig sichere Cashflows, der Staat als absolut sicherer Schuldner und garantierte Renditen. Letztere aber widersprechen den Grundsätzen einer funktionierenden Marktwirtschaft. Risiko und Rendite gehören zusammen. Insofern können – müssen aber nicht! – ÖPP-Projekte durchaus ordnungspolitische Sündenfälle sein." (Michael Eilfort, Benjamin Jursch: Zur Privatisierung von Infrastruktur. Staat im Vorteil für Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de -Hervorhebungen von Fontanefan)

"Dabei werden die von der Privatisierungslobby regelmäßig in Aussicht gestellten Effizienzvorteile über ÖPP meist nicht realisiert. Schon 2014 kam der Bundesrechnungshof zu dem Urteil, dass die Bundesfernstraßen, die als ÖPP-Projekt gebaut und betrieben wurden, 1,9 Milliarden Euro teurer seien als konventionell, also rein staatlich gebaute Projekte. Dies liegt in erster Linie daran, dass der Bund die für den Autobahnaus- und -neubau benötigten Kredite aufgrund seiner höheren Bonität deutlich günstiger aufnehmen kann als Privatunternehmen. Mit der Bundesfernstraßengesellschaft, wie sie die Bundesregierung nun in Gestalt einer "Kapitalsammelstelle für Fernstraßen" umsetzen möchte, würden ÖPP endgültig institutionalisiert – zu Lasten der Allgemeinheit und zum Vorteil der Finanz- und Versicherungsbranche. Letztlich hat die vom seinerzeitigen Bundeswirtschafts- und derzeitigen Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) eingesetzte "Fratzscher-Kommission" damit eine weitere Möglichkeit aufgetan, die Kosten der Finanz- und Eurokrise in Zeiten historisch niedriger Zinsen von Kapitalanlegern auf Verbraucher und Steuerzahler zu verlagern."  (Tim Engartner: Zur Privatisierung von Infrastruktur. Staat im Ausverkauf für Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de  - Hervorhebungen von Fontanefan)

Dazu: Zwei frühere Artikel zum Autobahnbau

Donnerstag, 13. Juli 2017

Was wird bleiben?

König Ludwig [II.],genannt der Deutsche, schenkt dem Stift des hl. Cyriak zu Neuhausen Grundbesitz und Hörige in Flörsheim, Albisheim und Machenheim (867 Juli 8, Frankfurt)


Besitz stirbt. Sippen sterben. Du selbst stirbst wie sie. 
Eins nur weiß ich, das ewig lebt: Der Toten Tatenruhm.


Was bleibt länger? Das reale Dokument oder seine Repräsentanz in den aktuellen Medien?
Die Erinnerung an Besitz oder die an Personen?
Die Tradition oder der Überrest? Dichtung oder Knochen?
Die Erinnerung an den Kampf für Benachteiligte oder an den um Macht?
Das wird in jedem Fall unterschiedlich sein. Aber an die einzelnen Benachteiligten 

wird man gewiss nicht lange denken.



Doch dass man sich bemühen kann, ihnen zu helfen, das wird bleiben.




Dienstag, 11. Juli 2017

Vom doppelten Dilemma von Systemkritikern und etablierten Politikern

Die Konferenz der G20 in Hamburg hat gezeigt, dass die G20 gegenwärtig nicht in der Lage sind, eine Politik der Reformen voranzutreiben. (dazu u.a.)
Die Kritiker der G20 sind aber ebenfalls gescheitert: Nicht ihre Argumente wurden diskutiert, sondern nur, was man gegen die Randalierer tun könne.

Dies doppelte Scheitern hat mit dem doppelten Dilemma zu tun, vor dem einerseits die Politiker und andererseits ihre Kritiker stehen. Die Kritiker haben den einen Vorteil: Dass die etablierte Politik in einer Sackgasse steckt, ist offenkundig:
A: Der Kampf gegen den menschenverursachten weltweiten Temperaturanstieg über zwei Grad Celsius ist gescheitert. Dass die Kosten der bevorstehenden Wetterkatastrophen viele Billionen kosten werden, ist unvermeidlich. Nur darf niemand, der eine noch größere weltweite Katastrophe vermeiden will, offen darüber reden, weil sonst der Wille, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern, noch mehr geschwächt würde.
B: Der Kampf für einen menschenwürdigen Umgang mit den Armen der Welt scheitert immer wieder:
1. weil das ökonomische Interesse der wirtschaftlich Starken sie dazu drängt, ihre wirtschaftliche, politische und militärische Überlegenheit gegenüber den Schwächeren auszuspielen,
2. weil in den wirtschaftlich (und auch sonst) schwachen Staaten die Oberschicht ihren Lebensstandard auf Kosten der Unterschicht ausbaut und dabei die inneren Konflikte verschärft,
3. weil diese inneren Konflikte zu Bürgerkriegen und Terrorismus führen, die die Wirtschaftskraft dieser Staaten weiter schwächen und einen Großteil der gut Ausgebildeten und der potentiell Leistungsfähigen außer Landes treiben,
4. weil eine Aufnahme aller Fluchtwilligen der von Bürgerkriegen und Hungerkatastrophen geschüttelten Staaten die gegenwärtig vorhandene Logistik und auch die mittelfristige Aufnahmebereitschaft in den Fluchtzielstaaten überfordern würde,
5. weil Entwicklungshilfe viel zu selten und viel zu langsam zu Erfolgen führt, um den Flüchtlingsdruck zureichend zu vermindern (selbstverständlich müssen die Fluchtursachen und nicht die Flüchtlinge bekämpft werden; aber diese Bekämpfung der Ursachen geht nicht voran) und
6. weil das unter 1. genannte Interesse an der Ausnutzung der Überlegenheit sich erfahrungsgemäß immer wieder als stärker erweist als das Interesse an der Problembeseitigung.
C: Der Versuch, das weltweite Finanzsystem zu reformieren, bleibt in Ansätzen stecken. Nur ein Beispiel dafür ist die Finanztranskationssteuer, die inzwischen sogar von den etablierten Politikern gefordert, aber nie ernsthaft in Angriff genommen wird. (Hier müsste noch viel ergänzt werden, aber für einen Schnipsel ist der Beitrag schon jetzt zu lang.)

Der geschilderte "Vorteil" nutzt den Kritikern aber nichts; denn eine Politik der Vernunft ist gegen die wirtschaftlichen Interessen der Starken nicht durchzusetzen. Eine radikale Veränderung wäre nur durch eine Revolution durchsetzbar. (Beispiel: Macron mit seiner "Revolution") Die aber würde - wenn sie überhaupt erfolgreich sein sollte - so viel zerschlagen, dass für die notwendigen Veränderungen nicht mehr genügend Kapazität vorhanden wäre. Es bleibt also nur der Weg der Vernunft. Der wird durch Randalierer und Gewalttäter diskreditiert. Aber wenn die nicht aufgetreten wären, hätten viele überhaupt nicht mitbekommen, dass es Grundsatzkritik an der G20-Strategie gibt. Das Dilemma ist also: Die Globalisierungskritik wird nicht beachtet. Die Randalierer sorgen zwar dafür, dass für Aufmerksamkeit; aber sie erschweren jeden Argumentationsversuch.

Das Dilemma der etablierten Politik ist jetzt einfach zu beschreiben: Den Weg der Vernunft kann sie nicht beschreiten, weil zum einen die Weltwirtschaft nach dem Konkurrenzprinzip organisiert ist und somit keiner einheitlichen Strategie (z.B. Milleniumsziele) folgen kann und zum anderen sowohl die weltpolitischen Spannungen als auch innenpolitischen Gegensätze so groß sind, dass die notwendigen Kompromisse an der größeren Attraktivität so genannter einfacher Lösungen scheitern (Trump, Erdogan, Assad sind nur einige der prominenten Beispiele. Innerhalb Deutschlands könnte man die AfD, innerhalb der AfD könnte man Höcke anführen.)

Trump, AfD und Gewalttäter sind nur Symptome des Scheiterns der etablierten Politik und ihrer Kritiker. Dazu haben unsere Qualitätsmedien genug gesagt. Zu den Gründen des Scheiterns hört man weniger. Denn wenn man die ganz ernsthaft in den Blick nimmt, fällt es sehr schwer, der etablierten Politik und den Globalisierungskritikern ihr Scheitern vorzuwerfen. -
Selbstverständlich muss trotzdem weiter nach Lösungen gesucht werden...

Schon dieser Text ist für einen Schnipsel oder einen Bierdeckel zu lang, dabei ist er völlig verkürzt, weil ich für diesen Entwurf die "einfache Lösung" einer ausführlicheren und differenzierteren Argumentation vorgezogen habe.

Hier nur ein paar Namen von Personen, die ausführlicher argumentiert haben: Piketty, Naomi Klein, Jorgen Randers ... (Links und weitere Namen sollen noch folgen.)


Montag, 10. Juli 2017

G20: Randalierer, Autonome, Krawall-Kids ...

"Der „Nil“-Chef stand am Freitag gegen Mitternacht vor seinem Restaurant, und sagte plötzlich: „Das ist einer von denen.“ Er zeigte auf einen schmächtigen Mann mit Dreadlocks, der am Straßenrand saß – in bunten Klamotten. Der Wirt hatte den Jüngling ein paar Stunden zuvor beobachtet. Vor seinem Laden hatte der sich mit ein paar anderen Jugendlichen getroffen, alle trugen bunte, unauffällige Klamotten. Als die Polizei am frühen Abend mit Wasserwerfern auf das Schanzenviertel zurollte, zogen sie kleine schwarze Säckchen aus ihren Taschen. Darin hatten sie schwarze Regenjacken, sie streiften sie sich über, zogen sich ein dünnes schwarzes Tuch übers Gesicht, und gingen los – mit Steinen in der Hand." (faz.net 10.7.17)

Wer genau die Täter waren, die im Hamburger Schanzenviertel wüteten, ist nicht zu 100% geklärt. Zahlreiche Befragungen von Anwohnern und Gipfelgegnern, die vor Ort waren, zeichnen jedoch ein ungefähres Bild, das sich mit den allermeisten Reporterberichten in den klassischen Medien ergänzt. Den harten Kern der Gewalttäter bildete offenbar eine mehrere hundert Mann starke Gruppe schwarz gekleideter und vermummter Autonomer, die zu einem großen Teil aus dem Süden Europas kamen. Vor allem Griechen, Italiener und Franzosen sollen hierbei zu den Rädelsführern gehört haben. Unterstützt wurde dieser harte Kern von einer zahlenmäßig größeren, sehr heterogenen Gruppe oft sehr junger Randalierer – meist vermummt und oft in teuren Markenklamotten, darunter den meisten Schilderungen zufolge sehr viele junge Frauen. Die interessante Frage ist: Kann man diese beiden Gruppierungen tatsächlich der politischen Linken zurechnen?
Bei den gut organisierten Autonomen ist die Beantwortung dieser Frage nicht so einfach. Einige von ihnen sind weitestgehend apolitisch, viele sympathisieren aber auch mit Ideologien wie dem „Insurrektionalismus“, einer gewalttätigen Strömung des Anarchismus, bei der die Rebellion im Vordergrund steht. Klassisch linke Interessenvertretungen wie linke Parteien oder Gewerkschaften werden von dieser Form des Anarchismus genauso abgelehnt wie klassisch linke Politik. Ob man diese Strömungen überhaupt der politischen Linken zurechnen kann, ist selbst unter Politikwissenschaftlern mehr als umstritten.
Noch verworrener wird das Bild, wenn man sich die „Krawall-Kiddies“ anschaut. In der Tat spielen einige von ihnen auch mit „linker Symbolik“, echte politische Ziele sind ihnen jedoch in der Regel fremd. Meist geht es den gelangweilten Kindern aus „besserem Hause“ eher um eine perverse Triebbefriedigung durch Randale und Gewalt. Hamburg war für sie eher ein Abenteuerspielplatz, der G20-Protest ein „Event“; apolitisch und inhaltsleer. So sinnvoll es wäre, diese moderne Gewaltkultur näher zu betrachten, so sinnlos ist es, sie pauschal ins „linke Lager“ zu verschieben. Denn was ist bitteschön links daran, wenn ein junger Schnösel am Wochenende zum Randale machen nach Hamburg fährt und dort Kleinwagen anzündet und Geschäfte verwüstet? Noch nicht einmal der Randalierer selbst denkt im Traum daran, dass die Welt gerechter wird, wenn er einen Twingo ansteckt. Warum aber stecken ihn Teile der Medien dann in die „linke Schublade“? 
ohne Kommentar

Sonntag, 9. Juli 2017

Hubertus Heil zu G20

"Die Bilder aus Hamburg sind erschütternd. Es ist eine neue Dimension sinnloser und widerwärtiger Gewalt. Organisierte Chaoten aus ganz Europa sind brandschatzend durch die Straßen gezogen. Die Verantwortlichen müssen mit der ganzen Härte des Rechtsstaats verfolgt und bestraft werden.

Unser aller Dank gilt den Polizistinnen und Polizisten sowie den Rettungskräften, die buchstäblich Leib und Leben riskiert haben, um unseren Rechtsstaat zu verteidigen. Bitte solidarisiere auch Du Dich und – wenn Du bei Facebook bist –Ergebnis des Gipfels ist enttäuschend
Statt eines neuen Aufbruchs zur fairen Gestaltung der Globalisierung brachte der Gipfel nur Minimalkompromisse

Nichts, aber auch gar nichts rechtfertigt diese Gewalt. Im Gegenteil: Wenn brutale Gewalttäter den Rechtsstaat herausfordern, müssen alle Demokratinnen und Demokraten zusammenstehen. Jetzt ist nicht die Zeit für parteitaktische Spielchen."

Kein Kommentar. Fontanefan

G20: Theologiestudentin, Tanz, Gebet und Pfefferspray

"Eine junge Frau bekommt Pfefferspray ins Gesicht. [...] Bevor der 'antikapitalistische Protestzug' aufbrach gab es in der Uni ein religiöses Gebet. Das sei ihr wichtiger gewesen. 'Ich will die Welt ein bisschen besser machen', sagt sie. 'Vielleicht naiv', fügt sie hinzu, zuckt mit den Schultern."
(Frankfurter Rundschau 8.7.17, S.2)

Den Artikel habe ich im Netz nicht ausfindig machen können. Daher das extrem verkürzte Zitat. (Fontanefan)

Ivanka Trump zeitweise am G20-Verhandlungstisch

"Ivanka Trump hat am G20-Verhandlungstisch zeitweise ihren Vater vertreten. Das Weiße Haus spielt den Auftritt der Präsidententochter herunter. Im Netz ist die Kritik jedoch groß." (FR 8.7.17)

Dazu:
Washington Post
The Guardian
Tweets

Freitag, 7. Juli 2017

G 20 in Hamburg

Nachrichten der ZEIT

Newsblog von Spiegel online

Alternativgipfel für globale Solidarität     Alternativgipfelzeitung

Tweets zu G20*

G20 Treffen auf Nachdenkseiten kommentiert

Proteste gegen G 20 auf Nachdenkseiten kommentiert

Viele Nachrichten, wenig Inhalt. Der folgt hoffentlich im Lauf den kommenden Wochen.

Zur Zusammenarbeit der G 20 außerhalb der Gipfeltreffen


*Beispieltweet:
These protesters aren't just anti-capitalists, they are communists! They are further left than .- on protests


Internationale Pressestimmen zu G 20 (euro|topics)

Terrorbekämpfung und Sicherheitspolitik, Handel und Klimaschutz: Das Programm für das G20-Treffen in Hamburg ist ambitioniert. Doch angesichts kaum verhehlter Differenzen glauben viele Journalisten nicht an einen Erfolg des Gipfels. Einige mutmaßen sogar, dass er das Ende der Nachkriegsordnung markieren könnte.
EL MUNDO (ES)

Abschottung gefährlicher als Terrorismus

Kann der G20-Gipfel die Nachkriegsordnung retten? El Mundo ist skeptisch:
„Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung und der Vereinten Nationen hat ergeben, dass die größten Gefahren für die Weltordnung nicht Nordkorea, Syrien, al-Qaida oder der Islamische Staat sind, sondern Nationalismus, Protektionismus und Strategien wie 'Mein Land zuerst'. Angesichts der Uneinigkeit der wichtigsten Teilnehmer wird der G20-Gipfel von Hamburg wohl nicht in die Geschichte eingehen, weil es dort all diese Herausforderungen gibt. Eher wird er für das Ende der US-amerikanischen Vorherrschaft stehen. Es besteht auch die Gefahr, dass alle Entscheidungen des Gipfels von den heiklen bilateralen Abkommen der sechs Großen verdrängt werden. ... Die sorgen sich eher um nationale Interessen und um Aufträge für ihre Großkonzerne als darum, die globale Agenda voranzutreiben.“
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PÚBLICO (PT)

Hinterher kocht jeder wieder sein Süppchen

Auch Historiker Rui Tavares sieht in Público die Welt aus den Fugen geraten:
„Die Welt ist lediglich ein Spielzeug in den Händen des Jungen Donald, der im Moment etwas von den Raketen abgelenkt ist, mit denen der kleine Kim Jong-un in Nordkorea rumfuchtelt. Die heutige Welt hat es nicht bloß mit einer einzigen Spannungsquelle zu tun, sondern gleich mit mehreren. Jede Krise verhehlt eine andere und alle zusammen verbergen eine noch tiefere Krise: nämlich die des internationalen Systems, welches sich nach dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet hat. ... Nachdem sie so getan haben, als hätten sie sich tatsächlich was zu sagen, werden die Anführer der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer wieder nach Hause fahren, um ihre Hausaufgaben zu machen. Einige werden die Regeln der internationalen Zusammenarbeit stärken - während andere die Inszenierung eigener Stärke fortsetzen werden.“
Rui Tavares
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UPSALA NYA TIDNING (SE)

Kleine Länder brauchen klare Spielregeln

Anlass zur Sorge für Upsala Nya Tydning ist die aktuelle Führungsschwäche der USA auf dem internationalen Parkett:
„Trumps America-first-Parole soll die USA nicht wirklich isolieren, sondern setzt vielmehr auf eine Außenpolitik, die den amerikanischen Interessen passt und keine Rücksicht nimmt auf globale Institutionen oder internationale Konventionen. ... Ein naheliegender Ersatz für die USA als globaler Führer findet sich nicht, aber die liberale Weltordnung muss weiterhin verteidigt werden. ... Das G20-Treffen ist ein wichtiges Forum, da nicht weniger als 75 Prozent der Weltbevölkerung in einem G20-Land wohnen. Schweden ist indirekt durch die EU repräsentiert. Für die kleineren Länder ist es besonders wichtig, auf eine globale Ordnung zu drängen, die auf klare Spielregeln und internationale Zusammenarbeit setzt.“
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GAZETA.RU (RU)

Trump und Putin: Kein Raum für Annäherung

Gazeta.ru beschäftigt sich mit dem Aufeinandertreffen Trumps und Putins und glaubt nicht, dass es zu einer Annäherung zwischen Washington und Moskau kommen wird:
„Einerseits lastet auf Trump sein Wahlversprechen, von Putin Respekt zu erzwingen. Auf der anderen Seite steht der Verdacht, Trump habe heimlich mit Moskau kooperiert, um an die Macht zu kommen. Da macht es für ihn Sinn, den russischen Präsidenten zu Zugeständnissen zu drängen, um seine Unabhängigkeit von der 'Hand Moskaus' zu beweisen. Das Problem ist jedoch, dass Russland nicht bereit ist, den USA in einer einzigen, für beide Seiten wichtigen Frage zu folgen. Der Konflikt beider Staaten ist nicht durch das persönliche Verhältnis zweier Politiker, sondern durch objektive Probleme der Weltordnung nach dem Kalten Krieg vorbestimmt. Entsprechend ist es naiv zu glauben, dass ein Treffen solche starken Symptome wie Sanktionen beseitigen kann.“
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