Donnerstag, 17. August 2017

Sind Linke in den USA und die Alt Right vergleichbar?

"Laut Reportern der „New York Times“ haben Antifaschisten in Charlottesville tatsächlich Verfechter der „White Supremacy“ angegriffen, mit Schlägern und Farbe.  [...]
Auch wenn die Antifa wieder mehr Zulauf hat – die Gewalt Linksextremer sei mit der Rechtsextremer nicht zu vergleichen, sagt Amerika-Fachmann Wendt. „Die Gewalt Rechtsextremer in den Vereinigten Staaten ist viel tödlicher, sie richtet sich meist gezielt gegen Personen. Linksextreme Gewalt äußert sich häufiger in Sachbeschädigung.“ Diese Einschätzung belegt auch eine Studie der University of Maryland, die die Radikalisierung von 1500 Extremisten erforscht hat. „Wir stellen fest, dass die rechten Gruppen (...) gewalttätiger sind als die linken Gruppen“, sagte Gary laFree, Forscher an der Universität von Maryland und Direktor des „National Center for the Study of Terrorism and Responses to Terrorism“ der „New York Times“. Unter Trumps Regierung wurde die Antifa allerdings als innerstaatliche terroristische Organisation eingestuft.

Fast zehn Mal mehr Tote durch Rechtsextreme

In den vergangenen 25 Jahren haben linksextreme Gewalttäter in den Vereinigten Staaten insgesamt 23 Menschen getötet. Im gleichen Zeitraum wurden fast zehn mal so viele Menschen von Rechtsextremisten umgebracht (219). Bei rechtsextremen Anschlägen wurden 998 Menschen verletzt, bei linksextremen 46."
(Linksextremismus in Amerika: Gibt es eine „Alt Left“-Bewegung? faz.net 17.8.17 )

Mittwoch, 16. August 2017

Strategien des Populismus

Podiumsdiskussion (Video)

"Das Ende der liberalen Ordnung? Zentral-, Ost- und Südosteuropäischer Populismus im Vergleich" mit Andreas Ernst (Belgrad/Zürich), Gregor Mayer (Budapest) und Boris Schumatsky (Berlin); Moderation: Marie-Janine Calic (München) am 2. Juni 2017 in Regensburg
Öffentliche Podiumsdiskussion anlässlich der Vierten Jahreskonferenz der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien "The End Of the Liberal Order? Central, East, and Southeast European Populism in Comparative Perspective" vom 1. bis 3. Juni 2017 in Regensburg

Von der Renaissance bis heute kaum was verändert in Florenz?

Schön wär's in Sachen Architektur. In der Tat, die Bauwerke sind nach allen Naturkatastrophen wiederhergestellt, nach Jahrhunderten des Verschleiß gut restauriert.

Aber hier geht's um die Vermögensverteilung:
In Florenz sind die reichen Familien von 1427 immer noch reich. 
ZEIT 23/2017 1.6.17 von J. Dudziak

Wenn Niccolò Ridolfi erklären möchte, worauf es ihm im Leben ankommt, geht er in seine Garage. Dort steht ein glänzend roter anderthalb Meter langer Maserati, den er seiner Tochter von einer Reise mitgebracht hat. Mit dem Spielzeugauto gibt es nur ein Problem: Die Seitenstangen und das Lenkrad sind aus Aluminium. Nicht hinnehmbar für einen Ridolfi. Also hat er einen Handwerker damit beauftragt, die Teile neu anzufertigen. Ob das Lenkrad aus Holz, Leder oder Metall sein und in welcher Form es gebaut werden soll, darüber kann seine siebenjährige Tochter selbst bestimmen. Ridolfi tätschelt die Karosserie. Dann sagt er: "Ich möchte ihr ein Gespür dafür vermitteln, was es heißt, ein Florentiner zu sein. Damit meine ich, dass wir mit Gefühl, Intelligenz und Fantasie etwas schaffen können, das einzigartig ist – und Bestand hat."
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Dienstag, 15. August 2017

Von den Anfängen der sozialen Marktwirtschaft

"[...] Bei den ersten Bundestagswahlen erreichte die Union unter Konrad Adenauer 31% der Stimmen. Mit der hauchdünnen Mehrheit von einer einzigen Stimme wurde er der erste Kanzler der Bundesrepublik. Nichtsdestotrotz war die Marktwirtschaft Anfang der 1950er Jahre eher unbeliebt beim deutschen Volk – Umfragen ergaben damals, dass eine Mehrheit der Deutschen sie ablehnte. Die Gefahr, dass die junge BRD sich bei geänderten Mehrheitsverhältnissen im Bundestag wieder von der Sozialen Marktwirtschaft verabschieden würde, war durchaus real. Um diese Gefahr zu entschärfen, griff Ludwig Erhard zu einem Instrument, das damals vor allem in den USA sehr beliebt war – politische Propaganda, verpackt in einer vermeintlich neutralen Informationskampagne. Angeregt von Erhard gründete eine Gruppe westdeutscher Industrieller 1952 den Verein „Die WAAGE. Gemeinschaft zur Förderung des sozialen Ausgleichs“. Um die Hintermänner und das Budget der Kampagne zu verschleiern, wurde die Arbeit der „Waage“ nicht direkt, sondern über den Umweg der ausführenden Werbeagenturen finanziert.
„Die Waage“ trommelte mit Werbespots, die vor Kinofilmen ausgestrahlt wurden, Anzeigen und Plakaten für die Soziale Marktwirtschaft. Damit betraten deutsche Industrielle Neuland. Moderne Public Relations-Arbeit war in Deutschland zu dieser Zeit noch nicht sonderlich bekannt. „Die Waage“ kreierte die beiden Hauptfiguren ihrer Kinospots bereits mittels Panel-Untersuchungen und Meinungsumfragen. In einem typischen Waage-Spot erklärte der „moderne“, marktwirtschaftlich orientierte Fritz dem skeptischen Otto, warum allgemeiner Wohlstand nur durch die Marktwirtschaft entstehen könne und warum jede Form von Sozialismus gefährlich sei. [...]"
(Die Geburtswehen der Sozialen Marktwirtschaft, von Jens Berger 15.8.2017)

Montag, 14. August 2017

Dieselskandal: Manipulation durch Software seit 2005 bekannt

"Abgasuntersuchungen an bereits im Gebrauch befindlichen Fahrzeugen (Feldüberwachung) haben gezeigt, dass es im realen Fahrbetrieb zum Teil erhebliche Überschreitungen der Schadstoffgrenzwerte gibt (off-cycle-emissions). Mit der Verbesserung elektronischer Systeme zur Steuerung des Motors ergeben sich auch Möglichkeiten, die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte zwar bei der Abgasprüfung einzuhalten, im realen Betrieb aber zum Beispiel auf Kosten hoher NOx-Emissionen kraftstoffsparender zu fahren (BMU, 2003a)." (Sachverständigenrat für Umweltfragen bei dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Umwelt und Straßenverkehr, 2005, S.160)

Mehr  dazu: 
Maßnahmen gegen die Verflechtuung von Autoindustrie und Politik (Video)

Es gibt nichts Gutes im Falschen von Michael Müller (SPD), Staatssekretär im Bundesumweltministerium.
 "Der Siegeszug des SUV geht weiter - trotz Dieselskandal: Wann hören wir endlich auf, bei Autos auf Schneller und Größer abzufahren?"

Sonntag, 13. August 2017

Scheitern

Nicht nur "gelingendes" Leben, auch Scheitern ist wichtig.

Denn darin bewährt sich Resilienz, wenn auch da wo widrige Umstände vorliegen, da wo man scheitert, wo man Ziele aufgeben muss, nicht müde wird, sich immer neue Ziele zu setzen.
Nur wenn man gescheitert ist, kann man lernen sich dann nicht in eine Opferrolle zurückzuziehen, sondern, statt sich an Problembetrachtung festzubeißen, auf neue Lösungen hinzuarbeiten. Verantwortung auch für Scheitern zu übernehmen und sich neuen Situationen zu stellen.
Das heißt aber gerade nicht, dass man mit allem selbst zurecht kommen muss. Vielmehr gehört dazu, dass man auch um Hilfe bittet und Hilfe annehmen kann.

Samstag, 12. August 2017

Schüchternheit: Mein Leben als Igel

Schüchternheit: Mein Leben als Igel Von Dirk Gieselmann ZEITMAGAZIN NR. 31/2017 27.7.2017

"Nichts gegen Sie, aber ich möchte Ihnen lieber nicht begegnen. Und Sie mir, seien Sie versichert, auch nicht. Wir würden uns beide für mich schämen. [...]"

Freitag, 11. August 2017

Protestbewegung 1968

Ein Jahr hallt nach ZEIT 1.6.2017 23/2017
[...] Ebermann, dessen Mutter Näherin war, der Vater Schweißer, fing nach der mittleren Reife im Jahr 1967 in der Fabrik an, am Fließband. Es wurden Turnschuhe produziert. Ebermann hatte 17 Sekunden Zeit, einen Turnschuh fertig zu kriegen, dann kam der nächste. "Ich dachte erst, das ist unmöglich, das schafft keiner", erinnert sich Ebermann. Irgendwann aber gelang es ihm sogar in 14 Sekunden, er konnte sich jedes Mal kurz entspannen, ehe der nächste Turnschuh kam. Bis die Chefs das bemerkten und das Fließband schneller stellten, auf 14 Sekunden pro Turnschuh. "Da habe ich zum ersten Mal verstanden, was Kapitalismus ist", sagt Ebermann. "Und dass man dagegen etwas tun muss."
Das ist es, was alle 68er-Geschichten gemeinsam haben: Sie fangen an mit der Hoffnung. Auf eine bessere Welt, eine bessere Erziehung, auf Gleichberechtigung, auf besseren Sex.
Bei Wolfgang Schmidbauer hieß die Hoffnung: Psychologie. Auch dort hatte der große Aufbruch begonnen, die Befreiung der Seele. Neue Methoden wie Gruppentherapien versprachen neue Wege. Schmidbauers damalige Ehefrau litt an schweren psychotischen Zuständen – und sie hatte eine Familie, die tief in den Horror des Nationalsozialismus verstrickt war. Konnte die Kranke geheilt werden, indem man sie durch die Therapie von den Nazi-Eltern befreit?
"Das", sagt Schmidbauer, "war die Überzeugung, so war das."
Thomas Ebermann glaubte sogar an die Revolution, die den Kapitalismus beenden würde. "Ich dachte, angesichts der Zustände muss sie kommen, sie ist unausweichlich." Er wurde Mitglied im Kommunistischen Bund und Betriebsrat in der Gummifabrik – und er war nur einer von vielen: "Es gab überall kommunistische Betriebsräte, wir waren eine Macht, die hatten Angst vor uns." Er glaubte an den Umsturz? Ja, das höre sich heute komisch an, sagt Ebermann, "aber war so. Das war eine vollkommen andere Zeit. Man hatte die tiefe Hoffnung: Du kannst alles ändern, du musst es nur tun." [...]

1968 in der DDR ZEIT 1.6.2017 23/2017

ZEIT-Leser Wie war Ihr 1968 ZEIT 1.6.2017 23/2017


Tagebuch eines 68ers


Mittwoch, 9. August 2017

Bio-Mineralwasser e.V. veröffentlicht „Schwarzbuch Wasser“

Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V. veröffentlicht „Schwarzbuch Wasser“ INAR.de 11.7.17

[...]
– 36 Prozent der deutschen Grundwasserkörper sind in chemisch schlechtem Zustand. Jedes der betrachteten Bundesländer ist betroffen.
– Eine Hauptursache sind Nitrate: Bundesweit liegen im definierten „EUA-Nitratmessnetz“ 28,0 Prozent aller Grundwassermessstellen über dem derzeitigen gesetzlichen Nitratgrenzwert von 50,0 mg/l. 
– Aber auch andere Stoffe tragen zum schlechten chemischen Zustand des deutschen Wassers bei: Bei 19,1 Prozent der erfassten Messstellen lassen sich Pestizide nachweisen, bei 46,6 Prozent sogenannte „nichtrelevante“ Pestizidmetabolite. 
– Keines der untersuchten deutschen Fließgewässer ist noch frei von Medikamentenrückständen, was sich insbesondere für die Leitungswassergewinnung aus Uferfiltrat als immer größeres Problem erweist. 
– Hinzu kommt das „Transformationsproblem“, also das Entstehen hoch toxischer Stoffe aus den Rückständen in Oberflächen und Grundwasser im Laufe der Leitungswassergewinnung, das nun erstmals auch in einer staatlichen Veröffentlichung thematisiert wurde. 
– Eine Trendumkehr lässt sich in Österreich feststellen: Hier liegen z.B. nur 8,6 Prozent der Messstellen über dem Nitratgrenzwert von 50,0 mg/l. Dies korreliert mit dem Ausbau des dortigen Ökolandbaus.
[...]

Datensammler: Biometrie

Biometrie: Wer war das? ZEIT 23/2017 1.6.17
"Wenn jemand per Internet eine Überweisung tätigt, hinterlässt er einzigartige Spuren. Anhand solcher biometrischer Merkmale identifiziert eine diskrete Firma im Auftrag von Banken Millionen von Nutzern. [...]
600 Faktoren haben die israelischen Entwickler laut eigener Aussage identifiziert, die sich aus der Ferne daraus berechnen lassen, wie ein Mensch eine Online-Banking-Website bedient. "20 bis 30 davon definieren eine Person, eindeutig und einzigartig", sagt Avi Turgeman, ein schmaler Mann mit breitbügeliger Brille und kurzen Bartstoppeln. Der Physiker sieht aus wie viele junge Kreative hier in Tel Aviv. Er hat BioCatch gegründet – und geht mit den Datenschutzbedenken entspannt um. Die britische Kundin ist für ihn einfach eine unverwechselbare Nummer. Eine von 40 Millionen aktiven Online-Bankkunden aus aller Welt, die seine Firma stets im Auge hat, sobald sie sich bei ihrer Bank einloggen. Für Turgeman ist der Erfolg seiner Firma naheliegend: "Die einzige wirksame Lösung gegen Angriffe im Netz ist, wenn man die Kunden ununterbrochen authentifiziert."
Biometrie in Wikipedia :
Datenschutz
"Biometrische Authentifikationssysteme unterliegen in der Regel dem gesetzlichen Datenschutz. Für den Datenschutz sind folgende Eigenschaften von Bedeutung:
  • Biometrische Charakteristika lassen sich mehr oder weniger gut als eindeutige Identifikatoren nutzen. Auf dieser Basis ist auch ein Missbrauch möglich, wie man ihn von E-Mail-Adressen, US-Sozialversicherungsnummern oder Kreditkartennummern kennt. Werden die biometrischen Charakteristika in verschiedenen Anwendungen (z. B. Bezahlsystemen, Zutrittskontrolle) verwendet, können sie auch eine Zuordnung von Personen über diese Anwendungen hinweg (Cross-Matching) und die Ermittlung von Profilen ermöglichen. Weiterhin ist der Einsatz von Biometrie zur Überwachung (z. B. des Aufenthaltsortes oder Verhaltens) möglich bis hin zum staatlichen Missbrauch.
  • Biometrische Charakteristika lassen sich nicht wie Passwörter oder kryptographische Schlüssel ändern bzw. „zurückrufen“.
  • Biometrische Charakteristika sind in der Regel keine perfekten Geheimnisse, sondern können aus Aufnahmen oder Spuren auch ohne Wissen und Einverständnis des Eigentümers erfasst werden.
  • Biometrische Systeme lassen sich nur unvollkommen gegen Faksimile schützen.
  • Biometrische Charakteristika können weitere Informationen, z. B. über Geschlecht, ethnische Herkunft, körperliche Konstitution oder den Gesundheitszustand, enthalten.
Aus all diesen Gründen ist die Einhaltung datenschutzrechtlicher Grundprinzipien unerlässlich. Dazu gehören im Fall der Biometrie:
  • Vermeidung von Risiken: Zugriffsgeschützte und verschlüsselte Speicherung der biometrischen Referenzdaten möglichst unter der vollständigen Verfügungsgewalt der biometrischen Testperson. Alternativ kann Biometric Template Protection eingesetzt werden, um den Missbrauch der gespeicherten Referenzdaten zu verhindern.
  • Eliminierung von Sample-Informationen, die nicht zur Erkennung erforderlich sind (Krankheiten etc.).
  • Beschränkung auf Anwendungen, in denen kein Schaden für die biometrische Testperson entsteht, wenn die biometrischen Daten in falsche Hände geraten.
  • Freiwilligkeit der Anwendung für die biometrische Testperson und Möglichkeit, diskriminierungsfrei andere Authentifikationsarten nutzen zu dürfen."

Dienstag, 8. August 2017

Remo Largo: Babyjahre und das passende Leben

Wer ist eigentlich: ... Remo Largo? ZEIT 32/2017 3.8.17

"Babys sind wundervoll, dass sie nicht sprechen können, macht das Zusammenleben mit ihnen allerdings bisweilen kompliziert. Eltern müssen ständig raten, was gerade los ist, ob das jetzt normal ist oder schlimm, ob was fehlt, wenn ja, was. Man wünscht sich eine Gebrauchsanweisung. Meine Frau und ich haben auch eine. Sie heißt:Babyjahre, der Autor ist: Remo Largo, 73, Schweizer Kinderarzt und Professor für Kinderheilkunde. Babyjahre ist 1993 erschienen und hat sich seither mehr als eine Million Mal verkauft. Es haben vermutlich nur wenige Menschen solchen Einfluss auf die Kindererziehung in Deutschland wie Remo Largo. Ganz sicher jedenfalls hat niemand außerhalb unserer Familie so viel Einfluss auf die Erziehung meiner Tochter wie dieser Mann."

Das Kind weiß genau, was es werden will FAZ 19.5.2012

"[...] im Gegensatz zu anderen Ratgebern verbreite Largo keinen Druck, sei aber trotzdem eine Orientierungshilfe. Eine Blonde schiebt einen Kinderwagen herein. „,Babyjahre’ hat uns begleitet“, sagt die Frau. Es ist ihr drittes Kind, vom Wesen her ganz anders als die beiden Großen. „Da muss ich oft dran denken, wie unterschiedlich Entwicklung verlaufen kann und wie ruhig man nach Remo Largo bleiben kann, weil es tausend Wege gibt zum Ziel. Die beste Haltung ist, man nimmt sich zurück und fragt: Was habe ich eigentlich für ein Kind?“ "

R. Largo: Kinderjahre (Zusammenfassung als pdf)

R.Largo: Das passende Leben

Sonntag, 6. August 2017

Ivan Krastev: Europadämmerung

Ivan KrastevEuropadämmerung suhrkamp 2017


Dazu E. v. Thadden: "[...] unsere Welt war seit 1989 zunächst auch das Leben in Staaten, die noch nicht vom millionenfachen Fortziehen ihrer Bürger gen Westen geprägt waren."

Regenwürmer als invasive Arten

"Der Unterwanderer" ZEIT 32/2017 3.8.17, S.31-32
Europäische Regenwürmer bedrohen in Nordamerika ganze Wälder. Bekämpfen kann man sie nicht. Eingeschleppt sind sie u.a. von Anglern, die den Rest ihrer Köder am Leben lassen und vor Ort aussetzen.

Nützlinge hier - Schädlinge dort: Europäische Regenwürmer verringern Artenvielfalt in Nordamerika Informationsdienst Wissenschaft 5.9.2016


Donnerstag, 3. August 2017

Was die Bundesregierung für die Klimarettung tut

"[...] Die Kanzlerin und ihre führenden Mitarbeiter haben den Vorfall nicht etwa dazu genutzt, die Industrie zur Einhaltung von Grenzwerten zu zwingen. Vielmehr haben sie die EU-Kommission und das Europaparlament zusammen mit der Industrie so lange bearbeitet, bis jene die künftigen Grenzwerte an die dreckigen Autos angepasst haben. [...](Das Bundesdieselamt ZEIT 3.8.17)

"Vor den Augen der Öffentlichkeit haben Politik und Wirtschaft nicht nur dem Verbraucher, sondern auch dem Rechtsstaat den Stinkefinger gezeigt. Gesetze und EU-Verordnungen gelten offenbar nicht für Deutschlands Schlüsselindustrie. Wer so agiert, darf sich über die fortschreitende Politik- oder gar Systemverdrossenheit nicht beschweren. Doch Obacht – schmutzige Diesel sind beileibe kein rein deutsches Problem. Ausländische Hersteller machen sich einen schlanken Fuß. Das sollte man nicht aus dem Auge verlieren." (Abgas-Anarchie 3.8.17)
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Chroniken des Skandals:

Mittwoch, 2. August 2017

Kinder kämpfen für Klimarettung

Our Children's Trust

"Our Children's Trust elevates the voice of youth to secure the legal right to a stable climate and healthy atmosphere for the benefit of all present and future generations. Through our programs, youth participate in advocacy, public education and civic engagement to ensure the viability of all natural systems in accordance with science.
 Our mission is to protect earth’s atmosphere and natural systems for present and future generations. We lead a game-changing legal campaign seeking systemic, science-based emissions reductions and climate recovery policy at all levels of government. We give young people, those with most at stake in the climate crisis, a voice to favorably impact their futures.

OUR GUIDING PRINCIPLES

  • Our Children's Trust advocates on behalf of youth and future generations. 
  • Our Children's Trust advocates for legally-binding, science-based climate recovery policies."

Dienstag, 1. August 2017

Walter Schlesinger

Walter Schlesinger "Entweder sind die Leute begabt, dann sind sie schwierig. Die, mit denen leichter auszukommen ist, sind meist wissenschaftlich nicht ganz einwandfrei. Aber der Chef, der soll dann nicht schwierig sein ..."

sein Lehrer:
Rudolf Kötzschke

Weggefährten

Harald Schieckel

Heinz Quirin

Herbert Helbig

Hans Patze

Wolfgang Fritze

Hans K. Schulze

Dietrich Claude

Am Vorabend des 65. Geburtstages und im Blick auf seine Emeritierung wurde am 27.4.1973 in Marburg von seinen Schülern das Theaterstück "Der Umritt des Königs aus Glauchau" von Matthias Werner aufgeführt. Das Stück verarbeitet Erfahrungen der Exkursionen mit Schlesinger, u.a. die Begegnung mit dem Stadtarchivar von Itzehoe Rudolf Irmisch, dessen Namen sich Schlesinger offenbar nicht gut merken konnte.
Eine Laudatio hielt Dietrich Claude.


8 Gründe, AfD zu wählen

8 Gründe, warum du die AfD wählen solltest

1. Du bist gegen den Mindestlohn
 „Wir sind gegen einen gesetzlich festgelegten, allgemeinen Mindestlohn.“ Frauke Petry, AfD-Vorsitzende Interview mit Thüringer Landeszeitung 28.08.2013

2. Du bist für mehr Überwachung ....   
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Vergewaltigung als eine Form des Heiratsantrags?


  • In vielen arabischen Länder gibt es Gesetze, die Tätern Straffreiheit versprechen, wenn sie ihre Opfer nach einer Vergewaltigung heiraten. [...]
Die 16-jährige Amina Filali aus Marokko hatte sich mit Rattengift umgebracht, wenige Monate nachdem sie ihren Vergewaltiger heiraten musste. Ihre Familie und ein Richter sollen das Mädchen zur Heirat gedrängt haben, um sie vom gesellschaftlichen Stigma einer vergewaltigten Frau zu "befreien". Dieser Fall aus dem Jahr 2012 schockierte nicht nur Marokko, sondern sorgte weltweit für Aufsehen und machte auf die frauenfeindliche Praxis aufmerksam, die in vielen arabischen Ländern gesetzlich verankert war und teilweise noch ist: Es sind Gesetze, die den Tätern Straffreiheit versprechen, wenn sie ihre Opfer im Nachhinein heiraten. Zwei Jahre nach der Selbsttötung von Amina Filali wurde der besagte Artikel 475 im marokkanischen Strafgesetzbuch abgeschafft. Nun hat auch Jordanien erste Schritte unternommen, die umstrittene Gesetzeslage zu ändern. Am Sonntag sprach sich das Kabinett dafür aus, Artikel 308 aus dem Strafgesetzbuch zu streichen. Die Entscheidung des Kabinetts muss allerdings noch von den Abgeordneten des Parlaments abgesegnet werden. (Den Täter ins Haus geholt  - Süddeutsche Zeitung 26.4.2017) 

Jordanien: Kein Pardon mehr für Vergewaltiger (Deutsche Welle) 
http://www.dw.com/de/jordanien-kein-pardon-mehr-f%C3%BCr-vergewaltiger/a-38613923 

Zur Petition von Avaaz mit einer Aufforderung an das jordanische Parlament, die alte Regelung abzuschaffen. 

Pressestimmen auf Englisch: 
Heated debate over Article 308 expected as House panel has change of heart (Jordan Times)  
http://www.jordantimes.com/news/local/heated-debate-over-article-308-expected-house-panel-has-change-heart  
One by One, Marry-Your-Rapist Laws Are Falling in the Middle East (New York Times)  
https://www.nytimes.com/2017/07/22/world/middleeast/marry-your-rapist-laws-middle-east.html 

Im antiken Griechenland gab es eine Pflicht zur Rache .
Aus der gleichen Vorstellung von Ehre rührt der Gedanke vom Ehrenmord.
Die Hochzeit mit dem Vergewaltiger soll den Ehrenmord der Frau verhindern:
Die Befürworter des Gesetzes argumentierten jahrelang, dass man nur durch eine Heirat für die Sicherheit des Opfers garantieren könne. Immerhin könne man so Ehrenmorde verhindern und auch der Täter könne sein Verbrechen"wiedergutmachen", indem er auf diese Weise die Verantwortung für seine Tat übernehme. Auch in Italien gab es 1978 noch die sogenannte Wiedergutmachungshochzeit. Der Sexualtäter blieb straffrei, wenn er sein Opfer heiratete. (Den Täter ins Haus geholt  - Süddeutsche Zeitung 26.4.2017)